Einöd (Homburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

49.2673017.322082238Koordinaten: 49° 16′ 2″ N, 7° 19′ 19″ O

Einöd
Stadt Homburg
Wappen der ehemaligen Gemeinde Einöd
Höhe: 238 m
Einwohner: 3655 (1. Jan. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66424
Vorwahl: 06848
Einöd (Saarland)
Einöd

Lage von Einöd in Saarland

Einöd ist ein Stadtteil der saarländischen Kreisstadt Homburg im Saarpfalz-Kreis. Der Ortsname wird im örtlichen Dialekt Ehnedd ausgesprochen. Bis Ende 1973 war Einöd eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Homburg.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Einöd grenzt im Osten an die Stadt Zweibrücken in Rheinland-Pfalz.

Ortsteile[Bearbeiten]

Einöd, Ingweiler und Schwarzenacker

Ingweiler[Bearbeiten]

Ingweiler ist der kleinste Ortsteil von Einöd. Es wurde erstmals 1180 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Werscheiler (Kloster Wörschweiler) urkundlich erwähnt. Bis 1603 gehörte Ingweiler zur Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Durch einen Tauschvertrag in genanntem Jahr kam Ingweiler zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, zu dem auch Einöd gehörte.

Schwarzenacker[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schwarzenacker

Geschichte[Bearbeiten]

Seine erste urkundliche Erwähnung fand der Ort am 3. Juni 1290 als Eynot. Der Ort war schon wesentlich früher besiedelt. Nahe der Mündung des Schwarzbachs in die Blies wurden 1928 die Fundamente einer salierzeitlichen Turmhügelburg freigelegt. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Gleichzeitig fand man als Spolien vermauerte Bruchstücke von Reliefs, die einem römischen Heiligtum zuzuordnen sind. Darauf deutet wahrscheinlich auch die Ortsbezeichnung „alter Heidenbuchel“ im Jahre 1554 durch Tilemann Stella hin.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Im Zuge der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform kamen die bis dahin eigenständigen Gemeinden Einöd (mit Ingweiler und Schwarzenacker), Wörschweiler, Kirrberg und Jägersburg am 1. Januar 1974 zur Kreisstadt Homburg.[1]

Einwohner[Bearbeiten]

Mit 3655 Einwohnern ist Einöd der größte Gemeindebezirk der Stadt Homburg. Davon entfallen auf die Orts- bzw. Stadtteile: Einöd 2867, Ingweiler 173 und Schwarzenacker 615 Einwohner. (Stand: 1. Januar 2008) [2]

Politik[Bearbeiten]

Einöd besitzt heute den Status eines Gemeindebezirks mit eigenem Ortsvorsteher und eigenen Ortsräten, die allerdings den Stadtrat nur beratend unterstützen.

Dem Gemeindebezirk Einöd – bestehend aus Einöd, Ingweiler und Schwarzenacker – steht seit August 2004 als Ortsvorsteher Karl Schuberth (SPD) vor, sein Stellvertreter ist Ulrich Fremgen (SPD). Im jetzigen Ortsrat Einöd (gewählt im Mai 2014) stellen die SPD acht und die CDU zwei Mitglieder sowie die FWG ein Mitglied.

Verkehr[Bearbeiten]

Einöd ist durch eine Anschlussstelle der Autobahn 8 an das deutsche Fernstraßennetz angebunden. Zudem verläuft die Bundesstraße 423 durch den Ortskern von Einöd. 1857 erhielt der Ort mit Eröffnung der Bahnstrecke Homburg–Zweibrücken Anschluss an das Eisenbahnnetz; mit Einöd und Schwarzenacker besaß er zwei Bahnhöfe entlang der Strecke. Letzterer wurde 1866 mit Eröffnung der Würzbachbahn zum Bahnknotenpunkt, weist jedoch seit 1991 keinen Bahnverkehr mehr auf.

Der Ortsteil wird von der Bahnstrecke Landau–Rohrbach tangiert. Nachdem in den 80er Jahren der Bahnhof Einöd (Saar) stillgelegt worden war, ist seit Dezember 2009 unter der Bahn-Bezeichnung Einöd (Saar) wieder ein Bahnhaltepunkt in Einöd.[3] Außerdem verkehren in Einöd zwei Buslinien, eine davon im Halbstundentakt, die beide von der Saar-Pfalz-Bus betrieben werden.

Linie Linienverlauf Takt
562 Blieskastel - Webenheim - Einöd - Zweibrücken /
R7 Homburg - Schwarzenbach - Einöd - Zweibrücken 30 min.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Ehnedder Kerwe findet traditionell jedes Jahr am dritten Wochenende im September statt. Die Bewohner Einöds werden oft mit dem Spitznamen "Ehnedder Jochnächel" (Jochnägel) bedacht. Daher findet alle zwei Jahre im Juli ein Dorffest, genannt Jochnachelfeschd, statt.

Die Gemarkung des Stadtteiles Einöd ist Teil des Biosphärenreservats Bliesgau.[4] Im Reservat bildet das in Einöd gelegene Pfänderbachtal mit 45 Hektar eine Kernzone. Am 26. Mai 2009 wurde der Bliesgau durch die UNESCO als deutsches Biosphärenreservat anerkannt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.
  2. Daten und Fakten, Einwohner nach Stadtteilen auf www.homburg.de
  3. Einöd ist wieder Bahn-Haltepunkt Artikel der Saarbrücker Zeitung vom 14. Dezember 2009
  4. Art. 1 der Verordnung über das Biosphärenreservat Bliesgau vom 30. März 2007, Amtsblatt des Saarlandes 2007, S. 874