Ein (un)möglicher Härtefall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Ein (un)möglicher Härtefall
Originaltitel Intolerable Cruelty
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK uneingeschränkt[1]
Stab
Regie Ethan Coen
Joel Coen
Drehbuch Robert Ramsey
Matthew Stone
Ethan Coen
Joel Coen
Produktion Ethan Coen
Brian Grazer
Joel Coen
Musik Carter Burwell
Kamera Roger Deakins
Schnitt Roderick Jaynes
Besetzung

Ein (un)möglicher Härtefall (Originaltitel: Intolerable Cruelty) ist eine Filmkomödie aus dem Jahr 2003 von Ethan und Joel Coen mit George Clooney und Catherine Zeta-Jones in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten]

Miles Massey ist ein angesehener Anwalt, der sich auf Scheidungen spezialisiert hat. Nach ihm ist der sogenannte „Massey-Ehevertrag“ benannt, der im Falle einer Scheidung die finanzielle Unantastbarkeit des jeweils vermögenderen Ehepartners garantiert. Obwohl er beruflich sehr erfolgreich ist, steckt er in einer Midlife Crisis.

Als der TV-Produzent Donovan Donaly seine Frau Bonnie beim Ehebruch ertappt, lässt sich diese von Miles rechtlich vertreten. Später vertritt Miles den wohlhabenden Rex Rexroth. Der wurde durch Videoaufnahmen des von seiner Frau Marilyn beauftragten Privatdetektivs Gus Petch auf frischer Tat beim Seitensprung ertappt. Als Miles einen Zeugen findet, der aussagt, dass Marilyn nicht aus Liebe geheiratet hatte, sondern nur einen reichen, aber dummen und leicht zu manipulierenden Ehemann suchte, geht die betrogene Frau komplett leer aus.

Es wird klar, dass Marilyn kalt und berechnend handelte, gleich ihren Freundinnen, die ihrerseits ebenfalls reiche Männer geheiratet und durch kurze Zeit später erfolgte Scheidungen selbst „finanziell unabhängig“ wurden. Dessen bewusst, ist Miles doch von Marilyn fasziniert und verliebt sich in sie. Diese erscheint jedoch eines Tages mit ihrem Verlobten Howard Doyle bei ihm in seiner Kanzlei, einem scheinbar sehr reichen texanischen Ölmilliardär, um gemeinsam den Massey-Ehevertrag zu unterzeichnen. Miles ist irritiert und will erst nicht glauben, dass sie mit der Unterzeichnung des Vertrags freiwillig auf ihre Ansprüche aus einer Ehe verzichten will. Er kommt zum Schluss, dass er Marilyn wohl falsch eingeschätzt hat.

Nach der Hochzeit wird Miles Zeuge, wie Marilyns Mann den Ehevertrag vor allen Leuten zerreißt, um seine Liebe zu beweisen. Miles ist aufs Neue sprachlos und fragt sich, wie Marilyn wohl ihren Mann dazu gebracht hat. Da er ahnt, dass die Ehe jetzt wohl nicht mehr lange halten wird, bietet er Marilyn seine Dienste an. Sie lehnt jedoch mit der Begründung ab, dass es sich wohl um einen einfachen Fall handeln würde, mit dem sogar ihr Anwalt Freddy Bender allein fertig werden könne, der sie bei der letzten Scheidung vertreten hat – und gegen Miles vor Gericht verlor.

Sechs Monate später reist Miles zur Tagung der nationalen Organisation der Scheidungsanwälte (N.O.M.A.N) nach Las Vegas, wo er eine Rede halten soll. Dort trifft er Marilyn, die in der Zwischenzeit die Scheidung erfolgreich hinter sich gebracht hat und nun als sehr wohlhabend gilt. Er offenbart ihr, dass er in sie verliebt sei. Beide wollen noch am selben Abend in einer der zahlreichen Hochzeitskapellen von Las Vegas heiraten. Da Marilyn als vermögender als er gilt, bietet er ihr freiwillig an, den Massey-Ehevertrag mit ihr zu unterzeichnen, um durch die Ehe nicht von ihrem Vermögen zu profitieren. Nach der Hochzeit zerreißt nun sie den Vertrag, um ihrerseits ihr Vertrauen zu bekunden.

Verändert durch die Heirat und die Liebe seiner Frau, weicht Miles nun völlig von seiner geplanten Tagungs-Rede ab und preist vor den erstaunten Scheidungsanwälten die Vorzüge des Vertrauens und der Liebe. Nur kurze Zeit später ändert sich wieder alles, als er erkennen muss, dass seine Frau ihn wohl hereingelegt hat: In einer Fernsehserie erkennt er den ihm als Howard Doyle vorgestellten Ölmilliardär wieder, von dem sich seine Frau vor ihm hat scheiden lassen und dessen Vermögen sie besitzen sollte. Da diese Person nur ein Schauspieler ist, besitzt seine Frau somit auch kein Vermögen. Da der Ehevertrag mit ihr zerrissen wurde, kann sie somit bei einer eventuellen Scheidung von seinem Vermögen profitieren – was am nächsten Tag auch passiert, da sie von ihm die Scheidung verlangt.

Der verärgerte Chef von Miles' Anwaltskanzlei, der 87-jährige, todkranke Myerson, meint, diese Sache mache die ganze Kanzlei lächerlich, er solle sich mit allen Mitteln darum kümmern. Miles beauftragt einen Auftragsmörder, den Keuchenden Joe, der Marilyn umbringen soll, damit die öffentlichkeitswirksame Scheidung erst gar nicht zustande kommt.

Als Marilyns erster Ehemann Rex Rexroth überraschend stirbt, ohne dass er sein Testament abänderte, erbt Marilyn sein gesamtes Vermögen. Nun ist sie doch wieder reicher als Miles. Der versucht nun, den Mörder aufzuhalten. Dieser wurde in der Zwischenzeit bereits von Marilyn gestellt, sie bietet ihm das doppelte, wenn er im Gegenzug Miles tötet. Als Miles und sein Kollege bei Marilyn eintreffen, kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung: Der Keuchende Joe verwechselt seinen Inhalator mit seiner Pistole und erschießt sich selbst.

Marilyn und Miles treffen sich nun, um ihre Scheidung vorzubereiten. Miles will eine Versöhnung, unterzeichnet als Zeichen des Vertrauens nochmals den Ehevertrag und überreicht ihn ihr. Als Zeichen ihrer Zuneigung zu ihm zerreißt sie darauf abermals diesen Vertrag. Beide erkennen ihre Liebe zueinander, küssen sich und brechen die Scheidung ab. Zum Abschluss erzählt Marilyn noch, dass sie den Schauspieler über den Fernsehproduzenten Donovan Donaly kennengelernt hatte, dem sie ein Konzept für eine Fernsehshow vorschlug, in der nun der Privatdetektiv Gus Petch als Moderator tätig ist: „Amerikas lustigste Scheidungsvideos“.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Ethan und Joel Coen führten im Film Regie, waren als Autoren am Drehbuch beteiligt und produzierten den Film mit. Zudem waren sie für den Schnitt verantwortlich, wofür sie jedoch unter ihrem Pseudonym Roderick Jaynes erwähnt werden.
  • Die Dreharbeiten fanden vom Juli 2002 bis September 2002 an verschiedenen Orten in Kalifornien und Las Vegas statt.[2]
  • Die Produktionskosten wurden auf rund 60 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 120 Millionen US-Dollar ein, davon rund 35 Millionen US-Dollar in den USA und rund 8,7 Millionen US-Dollar in Deutschland. In den deutschen Kinos wurden rund 1,2 Millionen Besucher gezählt.[3][4]
  • Kinostart in den USA war am 10. Oktober 2003, in Deutschland am 23. Oktober 2003.[5]

Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, die Kritiker hätten die bisherigen Komödien der Gebrüder Coen weniger beachtet als die ernsthafteren Filme. Er bezeichnete die Komödie als „intelligent“ und „witzig“. Berardinelli lobte die Besetzung und das Drehbuch.[6]

Roger Ebert lobte in der Chicago Sun-Times vom 10. Oktober 2003 die Ausstrahlung von Catherine Zeta-Jones; er verglich die Schauspielerin mit Ava Gardner und Deborah Kerr. Weiterhin lobte er die „perfekten“ Darstellungen von Catherine Zeta-Jones und George Clooney, kritisierte aber das Drehbuch.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Ethan und Joel Coen wurden für einen Empire Award 2004 in der Kategorie Bester Regisseur nominiert
  • Der Trailer zum Film wurde für einen Golden Trailer Award 2004 in den Kategorien Beste Musik und Bester Liebesfilm nominiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmdatenbank der österreichischen Jugendmedienkommission, abgerufen am 1. November 2013
  2. http://www.imdb.de/title/tt0138524/locations
  3. http://www.imdb.de/title/tt0138524/business
  4. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=intolerablecruelty.htm
  5. http://www.imdb.de/title/tt0138524/releaseinfo
  6. Filmkritik von James Berardinelli
  7. Filmkritik von Roger Ebert

Weblinks[Bearbeiten]