Ein Fressen für die Geier

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein Fressen für die Geier
Originaltitel Two Mules for Sister Sara
Produktionsland Vereinigte Staaten,
Mexiko
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1970
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Don Siegel
Drehbuch Budd Boetticher (Story)
Albert Maltz
Produktion Carroll Case
Martin Rackin
Musik Ennio Morricone
Kamera Gabriel Figueroa
Schnitt Juan José Marino
Robert F. Shugrue
Besetzung

Ein Fressen für die Geier ist ein satirischer Western des US-amerikanischen Regisseurs Don Siegel.

Handlung[Bearbeiten]

Mexiko im Jahr 1865: Hogan, ein wortkarger amerikanischer Söldner ist auf seinem Pferd einsam in der Wüste unterwegs. Er rettet dabei Sara, eine als Nonne verkleidete geschwätzige Prostituierte, vor drei Männern, die sie bedrängen. Es entsteht eine Freundschaft zwischen Hogan und Sara. Hogan findet Sara attraktiv, respektiert aber ihre Berufung als Nonne und hält sich mit Annäherungsversuchen zurück. Beide sind an der Zerstörung der französischen Garnison in Chihuahua interessiert. Doch während die Nonne Sara die Freiheit der Mexikaner im Sinn hat, ist der Söldner Hogan an dem Goldschatz der Franzosen interessiert. Als die beiden in der Garnisonstadt ankommen, erfährt Hogan zunächst, dass Sara in Wirklichkeit im horizontalen Gewerbe tätig ist, was bei ihm einen Wutanfall auslöst. Beide kämpfen anschließend auf der Seite der mexikanischen Unabhängigkeitskämpfer gegen die Franzosen. Da Sara die Offiziere der Garnison kennt, kann Hogan somit leichter in die Festung der Garnison eindringen. Hogan kann mit Dynamit für viel Unterstützung sorgen. Das Fort wird schließlich eingenommen. Hogan erbeutet den Goldschatz und hat Sex mit Sara. In der Schlußszene reiten beide zusammen weg und es deutet sich der Beginn einer nicht konfliktfreien Beziehung an.

Bemerkungen[Bearbeiten]

Boetticher hatte die Geschichte eigentlich für seinen eigenen Film geschrieben, den er mit John Wayne und Silvia Pinal in den 1960ern verwirklichen wollte. Als Boetticher in eine Krise geriet, sah er sich gezwungen, den Stoff zu verkaufen.

Obwohl der Film eine US-amerikanisch-mexikanische Koproduktion war, sind Anleihen beim Italowestern nicht zu übersehen. Der Zynismus wie auch der besondere Humor, die Ausstattung und die Geschichte selbst sind eindeutige Belege dafür.

Hauptdarstellerin Shirley MacLaine konnte mit ihrem Partner Clint Eastwood und Regisseur Don Siegel nichts anfangen und so vermied sie außerhalb der Drehs den Kontakt mit beiden. Mit Siegel soll sie einige offene Verbalgefechte ausgetragen haben.

Ursprünglich wollte Elizabeth Taylor die Rolle der Sara spielen. Sie zeigte Eastwood das Drehbuch, als dieser 1968 in Österreich mit ihrem (damaligen) Mann Richard Burton den Film Agenten sterben einsam drehte. Paramount erschien jedoch die von Taylor geforderte Gage als zu hoch.

Der Film enthält einen Anachronismus: Der im Film verwendete Begriff "Dynamit" wurde erst 1867 von Alfred Nobel erfunden. Dieser meldete seine Patente in England am 7. Mai 1867 und in Schweden am 19. Oktober 1867 an. Der Film spielt jedoch während der französischen Intervention in Mexiko, die zwischen 1861 und 1866 stattfand.

Zwei Ausschnitte der Filmmusik Ennio MorriconesThe Braying Mule und Sister Sara's Theme – wurden später in Quentin Tarantinos Django Unchained verwendet. Der Film kostete 4 Millionen US-Dollar und spielte ca. 4,7 Millionen ein.[1]

Der Film wurde in der Nähe von Tlayacapan im mexikanischen Bundesstaat Morelos gedreht.

Kritiken[Bearbeiten]

Joe Hembus schreibt, die Partnerschaft MacLaine-Eastwood sei „das einzig Erquickliche an dem Film“, wobei MacLaine eindeutig die bessere Rolle habe.[2] Phil Hardy urteilt, der Film sei „ein Fehler“, „ein Fehltritt“ sowohl von Eastwood als auch von Siegel. Die Darstellerleistung von MacLaine sei „der größte Reinfall des Films“.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1971: Laurel Award für Clint Eastwood als beste Action-Performance
  • 1971: Laurel Award für Shirley MacLaine nominiert als beste weibliche Comedy-Performance

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eliot, Marc American Rebel: The Life of Clint Eastwood. Harmony Books 2009, ISBN 978-0-307-33688-0. Seiten 117-118
  2. Joe Hembus: Western-Lexikon – 1272 Filme von 1894–1975. Carl Hanser Verlag München Wien 2. Auflage 1977. ISBN 3-446-12189-7. S.150
  3. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984. ISBN 0-8300-0405-X. S.328