Ein Mann für gewisse Stunden

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein Mann für gewisse Stunden
Originaltitel American Gigolo
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe FSK 16 (ursprünglich 18)
Stab
Regie Paul Schrader
Drehbuch Paul Schrader
Produktion Jerry Bruckheimer,
Freddie Fields
Musik Giorgio Moroder
Kamera John Bailey
Schnitt Richard Halsey
Besetzung
Engl. Titel

Ein Mann für gewisse Stunden (American Gigolo) ist ein US-amerikanischer Thriller von Paul Schrader aus dem Jahr 1980.

Handlung[Bearbeiten]

Julian Kaye ist ein Edel- Callboy, der in Los Angeles wohnt. Er genießt einen gehobenen Lebensstil, der sich im Besitz eines Mercedes Cabriolets, teurer Kleidung und einem Apartment mit Pool und Hotelkomfort äußert. Bei seinen beiden Zuhältern Anne und Leon aber stößt seine arrogante Überheblichkeit sowie seine ständigen Nachverhandlungen und Nebengeschäfte übel auf. Beruflich sendet Leon „seinen“ Julian zu einem seiner Stammkunden nach Palm Springs zu einem angeblich gewöhnlichen Auftrag. Schnell wird aber für Julian ersichtlich, dass der Auftrag beim Ehepaar Raymond eine sexuell- gewalttätige Art an sich hat (Julian soll die Frau schlagen, während der Ehegatte zuschaut), die ihm übel aufstößt. Privat lernt er bei einem seiner Streifzüge nach potenzieller Kundschaft durch die gehobenen Etablissements L.A.s die Senatorengattin Michelle Stratton kennen. Sie verliebt sich in ihn und findet seine Privatadresse heraus, sie schlafen miteinander, und es beginnt sich allmählich eine Beziehung zu entwickeln. Tags darauf liest Julian kurz vor einem von Michelles Besuchen in der Zeitung, dass seine Kundin Judy Raymond aus Palm Springs ermordet aufgefunden wurde, zudem wurde ihr Schmuck geraubt. Nachdem der Ehegatte Mr. Raymond der Polizei einen Hinweis gegeben hat, heftet sich der hartnäckige Los Angeles Police Department-Detective Sunday an Julians Fersen, der diesen vorurteilsbehaftet für den wahrscheinlichsten Täter hält. Problematisch ist, dass Michelle Stratton das Alibi nicht zu decken vermag, da der Ruf des Senators und ihr eigener leiden würde. Während seine Beziehung zu Michelle Stratton immer tiefer wird, richtet sich der Mordverdacht zunehmend gegen ihn. Zusätzlich gerät Julian nun auch ins Visier von Senator Stratton, Michelles Ehemann, der genau erkennt, dass Julian mit seiner Frau eine Liaison unterhält, aber auch von einer rufsensiblen Klientel abhängig ist. Er bietet Julian eine Zahlung an, wenn er fortan die Finger von seiner Frau Michelle lässt. Julian geht jedoch nicht darauf ein.

Eine nächtliche Jagd Julians nach einem Alibi beginnt. Der ausstrahlungsfixierte Gigolo beginnt zusehends zu verfallen, er kleidet sich nachlässig, pflegt sich nicht mehr so, nimmt sich ein schäbiges Mietauto, gibt offenbar gar nichts mehr auf Etikette. Er erkennt, dass er in eine Falle gelockt wurde, die offenbar von Leon, seinem jungen blonden Callboy-Komplizen, und Mr. Raymond ausgeheckt wurde. Dieser Eindruck erhärtet sich, als Julian den geraubten Schmuck – bei ihm untergeschoben – noch vor der Polizei entdeckt. Schließlich wird Leon von Julian in dessen Wohnung mit dem vermuteten Tathergang konfrontiert und, als der noch alles leugnet, mit dem gefundenen Schmuck. In dieser verzwickten Lage beginnt Julian nun vergeblich um sein Leben und seine Freiheit zu verhandeln. Als Leon auf den Balkon seines Appartementhochhauses tritt, um seinem Komplizen-Jungen zu winken, schubst ihn Julian an die Brüstung, Leon verliert das Gleichgewicht, Julian versucht noch, ihn an den Beinen festzuhalten, doch Leon stürzt zu Tode. Für die Polizei ein gefundenes Fressen, landet Julian nun endgültig im Gefängnis. Wegen des Festhaltens vorm Sturz von Leon wird Julian diese Tat nicht zur Last gelegt. Stattdessen wird ihm aber der Mord in Palm Springs an Judy Raymon endgültig zur Last gelegt, der eine Falle war. Der Film nimmt aber schließlich eine Wendung zum Guten, als die Senatorengattin Michelle trotz der damit verbundenen Schädigung ihres Rufs Julian ein Alibi gibt und bestätigt, zur Tatzeit mit ihm zusammen gewesen zu sein. Damit entscheidet sie sich gegen ihren Ehe(-Status) und für ihre Beziehung mit Julian.

Kritiken[Bearbeiten]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times, dass der Film eine „gewinnende Traurigkeit“ („winning sadness“) aufweise. Er sei – die Elemente der Sensation ausgenommen – eine Studie über die Einsamkeit. Dies sei durch die Darstellung von Richard Gere gestützt.[1]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, dass der Film „elegant inszeniert“, aber „oberflächlich“ sei und lediglich „anspruchsvollere Unterhaltung“ biete.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Giorgio Moroder für die Filmmusik sowie das Autorenpaar Giorgio Moroder und Deborah Harry für den Song Call Me wurden im Jahr 1981 für den Golden Globe Award nominiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde in Los Angeles und Umgebung – darunter Beverly Hills, Hollywood, Malibu und Palm Springs – gedreht.[3] Seine Produktionskosten betrugen ca. 4,8 Millionen US-Dollar. Er spielte in den Kinos der USA ca. 23 Millionen US-Dollar ein.[4]

Soundtrack[Bearbeiten]

Das Stück „The Seduction (Love Theme)“ von James Last belegte Platz 28 und das Lied „Call Me“ von Blondie platzierte sich auf Platz 1 in den US-amerikanischen Single-Charts.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik von Roger Ebert
  2. Ein Mann für gewisse Stunden im Lexikon des Internationalen Films
  3. Drehorte für American Gigolo
  4. Business Data for American Gigolo