Ein Offizier und Gentleman

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein Offizier und Gentleman
Originaltitel An Officer and a Gentleman
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Taylor Hackford
Drehbuch Douglas Day Stewart
Produktion Douglas Day Stewart
Martin Elfand
Musik Jack Nitzsche
Kamera Donald E. Thorin
Schnitt Peter Zinner
Besetzung

Ein Offizier und Gentleman ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Regisseur Taylor Hackford aus dem Jahr 1982. Inspiriert von seinen eigenen Erfahrungen bei der United States Navy schrieb Drehbuchautor Douglas Day Stewart über die emotionalen Konflikte bei der Militärausbildung. Hauptdarsteller sind Richard Gere und Debra Winger.

Handlung[Bearbeiten]

Zack Mayo ist einer von vielen jungen Anwärtern, die an der Fliegerschule der US Navy ihr Offizierspatent machen wollen. Im Leben bereits gescheitert, ist eine militärische Laufbahn seine einzige Chance. Mit seinem schlechten Benehmen und seiner aalglatten Art legt er sich jedoch selbst Steine in den Weg. Es dauert nicht lange, bis er ernsthaft mit seinem Ausbilder, Gunnery Sergeant Emil Foley, aneinandergerät. Während dieser auf seine ganz eigene Art versucht, ihn zum Mann zu formen, muss Mayo sich auch mit anderen Gefühlen auseinandersetzen, als er sich in die Papierfabrikarbeiterin Paula verliebt, die davon träumt, als Ehefrau eines Offiziers ihrer trostlosen Lage zu entkommen.

Foley erwischt Zack bei Betrügereien und will ihn durch allerlei Schikanen zum Verlassen der Ausbildungseinheit zwingen, doch dieser hat keine andere Perspektive im Leben. Mayo ändert sich und wird teamfähiger. Trotz aller Widerstände beendet er die Ausbildung erfolgreich, als Höhepunkt der Handlung betritt er schließlich in Galauniform die Papierfabrik und trägt Paula unter dem Beifall der anderen Arbeiterinnen auf Händen aus der Werkshalle.

In einem weiteren Handlungsstrang verliebt sich sein Freund Sid ebenfalls in eine Arbeiterin der Papierfabrik – Lynette. Diese ist allerdings nicht an ihm selbst, sondern nur an einem Leben als Offiziersgattin interessiert und lässt ihn nach Scheitern seiner Ausbildung eiskalt fallen. Sid bringt sich daraufhin um.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • „Das Lied ist nicht gut. Es ist kein Hit.“ Mit diesen Worten plädierte Produzent Don Simpson energisch dafür, den Song Up Where We Belong aus dem Film zu streichen. Der Song stieg später auf Platz Eins in den US-Charts und gewann einen Golden Globe und einen Oscar.
  • John Denver und John Travolta waren für die Hauptrolle im Gespräch, lehnten sie aber beide ab.
  • Der Schauspieler Lee Ermey, selbst ehemaliger Armeeausbilder und legendär in seiner Rolle des rücksichtslosen Sergeant Hartman in Full Metal Jacket, brachte Louis Gossett Jr. alles Nötige für die Rolle des Sergeant Foley bei.
  • In der deutschen Übersetzung sind die Bezeichnungen der militärischen Dienstgrade unbeholfen und teilweise fehlerhaft. So wird Foleys Dienstgrad mit „Artillerie-Sergeant“ übersetzt, was aufgrund der Einmaligkeit des US-amerikanischen Begriffs „Gunnery Sergeant“ unsinnig ist. Ins Deutsche übertragen hätte es, technisch gesehen, mit Hauptfeldwebel übersetzt werden können (entsprechend dem NATO-Code OR-7). Ebenso ist die Bezeichnung „Lieutenant“ für die frisch graduierten Kadetten unglücklich gewählt, da der Ensign zwar dem deutschen Leutnant gem. NATO-Code gleichgestellt ist, dies aber sprachlich als falscher Freund betrachtet werden könnte, da der Lieutenant der US-Navy entweder dem deutschen Oberleutnant zur See oder dem Kapitänleutnant entspricht. In der wörtlichen Übersetzung hingegen wäre Fähnrich die richtige Wahl gewesen, was aber der abgeschlossenen Ausbildung im damaligen US-amerikanischen Ausbildungssystem inhaltlich nicht gerecht werden würde.

Kritik[Bearbeiten]

„Mischung aus Melodram und Militärromanze, deren verlogene Ideologie das Militär als Erziehungsinstrument preist. Sehr geschickt auf die emotionale Wirkung hin inszeniert; gute Darstellerleistungen.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Mit subtiler, grausamer Dressur schleift ein Navy-Ausbilder einen charakterlosen Nobody in drei Monaten Grundausbildung zum echten Elite-US-Amerikaner. […] Weil "Ein Offizier und Gentleman" ohne Blut, Pornographie, Bankraub und scheinbar ohne Politik auskommt, stuft ihn die Kritik meist als harmlosen, leicht ideologisch angehauchten Unterhaltungsfilm ein. Das saubere Wirtschaftskrisenprodukt erweist sich jedoch als besonders perfider Träger nationaler Erziehung zur seelischen Mobilmachung. […] Kathartisch soll die unterhaltsame Navy-Werbung auch auf die Zuschauer wirken.“

Der Spiegel (15/1983)[2]

„„Ein Offizier und Gentleman“ ist der beste Film über Liebe, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Vielleicht, weil es nicht um „Liebe“ als ein Hollywood-Konzept geht, sondern um Liebe als Wachsen, als Bereitschaft, andere Menschen um ihretwillen und das, was sie sind, zu akzeptieren.“

Roger Ebert in der Chicago Sun-Times[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Film wurde für insgesamt sechs Oscars nominiert. Louis Gossett Jr. konnte die Trophäe als Bester Nebendarsteller in Empfang nehmen, eine weitere gab es für den Titelsong Up Where We Belong. Er war von Will Jennings geschrieben und von Joe Cocker und Jennifer Warnes gesungen worden.
    • Nominierung- Beste Nebendarstellerin Debra Winger
    • Nominierung- Beste Filmmusik
    • Nominierung- Bester Schnitt
    • Nominierung- Bestes Drehbuch
  • Von den acht Golden Globe-Nominierungen waren dieselben zwei erfolgreich wie beim Oscar: Gossett als Bester Nebendarsteller, Will Jennings für den Besten Filmsong.
    • Nominierung- Bester Film (Drama)
    • Nominierung- Bester Hauptdarsteller Richard Gere
    • Nominierung- Beste Darstellerin (Drama) Debra Winger
    • Nominierung- Bester Nebendarsteller David Keith
    • Nominierung- Bester männl. Newcomer David Keith
    • Nominierung- Beste weibliche Newcomerin Lisa Blount
  • BAFTA Film Award Bester Original Song - "Up Where We Belong"
  • Award der japanische Akademie für den besten Film in ausländischer Sprache

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Nach seinem Kinostart am 30. Juli 1982 konnte der Film allein in den USA über 129 Mio. US-Dollar einspielen.[4] In der Bundesrepublik startete der Film am 16. September 1983 und wurde von 1.122.930 Kinobesuchern gesehen.[5] Seit dem 5. April 2001 ist der Film auf DVD erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ein Offizier und Gentleman im Lexikon des Internationalen Films
  2. Ein rechter Film zur rechten Zeit auf Spiegel Online vom , abgerufen am 18. Januar 2012
  3. Roger Ebert: An Officer and a Gentleman auf suntimes.com vom 1. Januar 1982 (englisch), abgerufen am 18. Januar 2012
  4. An Officer and a Gentleman (1982) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 18. Januar 2021
  5. TOP 100 DEUTSCHLAND 1983 auf insidekino.de, abgerufen am 18. Januar 2012