Ein einsamer Ort

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein einsamer Ort
Originaltitel In a Lonely Place
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1950
Länge 94 Minuten
Stab
Regie Nicholas Ray
Drehbuch Andrew Solt,
Edmund H. North
Produktion Robert Lord
Musik George Antheil
Kamera Burnett Guffey
Schnitt Viola Lawrence
Besetzung

Ein einsamer Ort ist ein US-amerikanisches Kriminalfilmdrama des Regisseurs Nicholas Ray aus dem Jahr 1950 nach dem gleichnamigen Roman von Dorothy B. Hughes.

Handlung[Bearbeiten]

Dixon Steele, Dix genannt, ist ein Drehbuchschreiber, der sich nach einem großen Hit sehnt. Sein Agent Mel Lippman möchte, dass Dix ein Buch für einen Film umschreibt. Zufällig liest die Garderobenfrau des Nachtclubs, in dem sie sich treffen, dieses Buch. Als Dix gehen will, ist er zu müde, das Buch zu lesen. Er fragt die Garderobiere, Mildred Atkinson, ob sie ihm den Inhalt wiedergeben könne. Sie sagt zu und begleitet ihn in sein Apartment. Im Mietshaus angekommen begegnen sie einer neuen Mieterin, Laurel Gray. Im Apartment erklärt Mildred Dix die Handlung des Buches. Das Buch ist nicht gut, Dix gibt Mildred Taxigeld und sie geht.

Am nächsten Morgen wird Dix von seinem Armeekumpel Brub Nicholai geweckt. Brub ist Polizei-Detective und soll ihn zu Captain Lochner bringen, der ihm einige Fragen stellen will. Mildred wurde in der Nacht ermordet, und Dix ist ein Verdächtiger. Auch die neue Nachbarin ist bei der Polizei und sagt aus, sie habe Mildred Dix’ Apartment verlassen sehen, aber alleine. Da Dix keinerlei Mitleid für die Ermordete zeigt, bleibt er auf Captain Lochners Verdächtigenliste. Dix weiß, dass Laurel gelogen hat, sie hat Mildred nicht gehen gesehen. Er geht zu Laurel und findet heraus, dass sie eine angehende Schauspielerin ist. Sie beginnen sich zu verlieben.

Dix beginnt sich seltsam zu benehmen, so dass auch bei Brubs Ehefrau Sylvia und in Mel Lippman der Verdacht aufkommt, er könne der Mörder sein. Zudem beginnt Lochner Zweifel in Laurel zu säen. Dix rastet aus, als er davon erfährt. Mit hoher Geschwindigkeit rast er nachts zusammen mit Laurel über die Straßen, bis Dix einen anderen Wagen streift. Niemand ist verletzt, doch der andere Fahrer ist verärgert. Dix schlägt ihn nieder und wird von Laurel gehindert, den Bewusstlosen mit einem Stein zu erschlagen.

Mittlerweile kann Laurel ohne Schlaftabletten nicht mehr schlafen. Obwohl sie ihn liebt, hat sie Angst vor Dix. Als Dix sie um ihre Hand bittet, akzeptiert sie nur aus Angst vor dem, was passieren könnte, wenn sie absagen würde. Später erklärt sie Mel, dass sie weggehen will, weil sie die Situation nicht mehr ertragen könne. Dix erfährt davon und es kommt zu einem heftigen Streit mit Laurel. Er beginnt sie zu würgen, kann sich aber gerade noch beherrschen. Das Telefon klingelt, und Brub informiert Dix, dass Mildreds Mörder gefunden worden sei. Mildreds Freund hat den Mord gestanden. Die Beziehung zwischen Dix und Laurel kann das aber nicht mehr retten.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Der film-dienst beschreibt den Film als einen „versiert inszenierten „schwarzer“ Hollywoodfilm, der durch Humphrey Bogarts lakonisch-präzises Spiel und raffiniert unterkühlte Dialoge besticht, in den großen Gefühls- und Spannungsaspekten jedoch wegen einer allzu theatralischen Dramaturgie und erkennbarer Produktionszwänge nicht ganz überzeugt.“[1]
  • Das Hamburger Abendblatt in seiner Filmkritik. „Nicholas Ray machte aus dem Thriller um Frauenhass und männliche Gewalt eine Parabel über die McCarthy-Ära und die damalige Kommunistenjagd. [...] „Ein einsamer Ort“ ist somit nicht nur ein spannendes und überzeugendes Psychogramm eines Serienkillers (lange vor der populistischen Welle), sondern auch eine Attacke auf den „American Way of Life“ (wobei sich der zweite Abschnitt offenbar auf den Roman bezieht, im Film gibt es keinen Serienkiller). [2]

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Film wurde von Humphrey Bogarts eigener Firma Santana produziert.
  • Für die Kostümauswahl war der oscarprämierte Jean Louis verantwortlich.
  • Als Regie-Assistent fungierte der spätere Fernsehregisseur Earl Bellamy (u. a. Tennisschläger und Kanonen, Fantasy Island und Starsky & Hutch)
  • Der ausführende Produzent Henry S. Kesler hat eine kleine Rolle. Er spielt Mildreds Mörder.
  • Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten lebte Gloria Grahame in Trennung von ihrem Ehemann, dem Regisseur des Films Nicholas Ray. Sie heiratete später einen von Rays Söhnen aus dessen erster Ehe.
  • In der ersten Filmfassung tötet Dix Laurel und wird von Brub festgenommen. Doch Regisseur Ray mochte dieses Ende nicht. Er wollte nicht, dass Gewalt als Lösung der Probleme kolportiert wird. So ließ er die Endsequenz noch einmal drehen.
  • In Deutschland kam der Film zunächst nur im Original mit Untertiteln zur Aufführung. 2011 wurde eine deutsche Synchronisation angefertigt, die arte am 2. Januar 2012 erstmals ausstrahlte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 Aufnahme in das National Film Registry.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dorothy B. Hughes: In a Lonely Place – englische Ausgabe – Feminist Press, 2003 – ISBN 1-55861-455-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  2. http://www.abendblatt.de/daten/2004/07/22/320536.html