Ein süßer Fratz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Ein süßer Fratz
Originaltitel Funny Face
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1957
Länge ca. 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Stanley Donen
Drehbuch Leonard Gershe
Produktion Roger Edens
Musik Adolph Deutsch,
George Gershwin
Kamera Ray June
Schnitt Frank Bracht
Besetzung

Ein süßer Fratz, auch unter dem Verweistitel Das rosarote Mannequin bekannt, ist ein US-amerikanischer Kinofilm aus dem Jahr 1957. In den Hauptrollen sind Audrey Hepburn als Jo Stockton und Fred Astaire als charmanter Modefotograf Dick Avery zu sehen. Der Film basiert auf dem Musical Funny Face von George und Ira Gershwin aus dem Jahr 1927.

Handlung[Bearbeiten]

Die erfolgreiche Maggie Prescott, Herausgeberin des US-Mode-Magazins Quality, ist nicht oft mit den Ideen ihrer eigenen Mitarbeiter zufrieden. So kommt ihr zuerst der Gedanke, Pink zur neuen Modefarbe auszurufen (dazu der Song Think Pink) und dann die Idee ein neues Supermodel, die „Quality-Frau“ aufzubauen, das vom berühmtesten Pariser Couturier exklusiv für ihre Zeitschrift ausgestattet werden soll. Diese Frau soll alle Ideale der modernen Frau Amerikas besitzen und somit die Zeitung und Maggie Prescott verkörpern.

Mit ihrem Fotografen Dick Avery, gestaltet nach dem Modell von Richard Avedon, der an dem Film auch mitwirkte, und dem Model Marion, gespielt von Supermodel Dovima, begibt sie sich nach Greenwich Village, in der Hoffnung, dort in einem intellektuellen, existentialistischen Buchladen vor ungewohnter Kulisse die idealen Bilder machen zu können. Bei diesem Fotoshooting entdeckt Fotograf Avery die unscheinbare Buchhändlerin Jo Stockton, die seiner Meinung nach die neue „Quality-Frau“ werden soll. Allerdings muss er erst Miss Prescott und anschließend Jo Stockton davon überzeugen. Mit einem Trick gelingt es ihm: Obwohl Jo Stockton das Modewesen prinzipiell ablehnt, kann er sie überzeugen, da die Aufnahmen in Paris gemacht werden sollen, wo ihr großes Vorbild, der Begründer des "Empathikalismus", Professor Emile Flostre, lebt und lehrt. Der Empathikalismus ist eine Parodie auf den Existenzialismus.

Jo Stockton, eine überzeugte Empathikalistin, sieht in dieser Paris-Reise die Chance, ihr Idol persönlich kennenzulernen. In Paris verliebt sie sich allerdings in den Fotografen Dick und ist hin- und hergezogen zwischen ihrer Welt der „Empathie“ und der Welt der Mode.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

  • Der Film unterscheidet sich sowohl inhaltlich als auch musikalisch drastisch vom Musical Funny Face. Nur vier Gesangsnummern blieben bestehen.
  • Fred Astaire war an der Seite seiner Schwester Adele Astaire bereits 1927 in der Bühnenfassung zu sehen.
  • Anders als in ihrem späteren Musikfilm My Fair Lady, singt Audrey Hepburn in diesem Film alle ihrer Lieder selbst.
  • Audrey Hepburn konnte an der Seite von Astaire ihrer großen Leidenschaft nachgehen: dem Tanzen. Einige Szenen wurden auf einer Wiese am Rande von Paris gedreht, doch nachdem es tagelang geregnet hatte und der Boden immer matschiger wurde, gestalteten sich die Dreharbeiten schwierig. Hepburn seufzte: „20 Jahre habe ich darauf gewartet, mit Fred Astaire zu tanzen, und was kriege ich jetzt? Sumpf!“
  • Fred Astaires Rolle basierte lose auf der Karriere von Richard Avedon.

Kritik[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: Ein witzig und durchgehend schwungvoll inszeniertes Musical mit vielen reizvollen Tanzszenen, die sich in den besten Momenten zu pointierten Parodien steigern. Hervorragend gespielt, großartig die Farbdramaturgie.
  • Evangelischer Filmbeobachter (Kritik Nr. 14/1958): Aus einem häßlichen Entlein wird ein strahlend schöner Schwan in einer Folge aneinandergereihter Tanz- und Gesangsdarbietungen, die freilich von einer sehr schwachen Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Trotz einzelner gelungener Szenen eine Enttäuschung.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde im Jahr 1958 viermal für einen Oscar nominiert. Zu den Kategorien gehörten „Bestes Kostüm“, „Beste Ausstattung“, „Beste Kamera“ und „Bestes Original-Drehbuch“.

Weblinks[Bearbeiten]