Einachsschlepper

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Einachsschlepper mit Winkeldrehpflug

Ein Einachsschlepper, auch Einachstraktor, Einachser oder fälschlich nach einem der möglichen Anbaugeräte Fräse genannt, ist eine landwirtschaftliche Maschine zur Boden- und Grünlandbearbeitung sowie für Transportaufgaben oder Grundstücks- und Wegepflege.

Einachser mit Fräse

Ein Einachsschlepper hat nur zwei durch einen Benzin- oder Dieselmotor mittels mechanischem Getriebe oder auch hydrostatisch angetriebene Räder und wird von dem in der Regel hinter der Maschine hergehenden Bediener gelenkt. Zum leichteren Lenken des Schleppers können Differentiale sowie Einzelradkupplungen und/oder -bremsen eingebaut sein. Einachsschlepper verfügen regelmäßig über eine oder mehrere Zapfwelle(n). Oft ist es möglich, den Lenkholm um 180 Grad zu drehen, um bestimmte Anbaugeräte wie beispielsweise Balkenmäher im Frontanbau betreiben zu können. Gängige Anbaugeräte sind Fräse oder Umkehrfräse, Pflug, Balkenmäher, Mulcher, Bandrechen, Kehrmaschinen, Spritzen, Pumpen und einachsige Anhänger, zum Teil auch mit Triebachse (durch Wegezapfwelle angetriebene Anhängerachse).

Einachstraktor bei der Pflugarbeit mit einem Drehpflug, Aufsteckgreifer an den Rädern für bessere Traktion

Einachsschlepper waren in den 1950er bis 1970er Jahren sehr verbreitet. Neben dem heute noch gängigen Einsatz in Gärtnereien und zur Landschaftspflege wurden sie seinerzeit auch häufig in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben[1], vor allem im Nebenerwerb, eingesetzt. Mit dem Einachsschlepper konnten allerdings nur teilweise bereits vorhandene Geräte für Zugtiere weiter verwendet werden, in der Regel war aber - zum Beispiel bei den Pflügen - ein auf den jeweiligen Traktor abgestimmtes Anbaugerät erforderlich.

Heute wird der Einachsschlepper wegen seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten weiterhin in Gärtnereien, im Garten- und Landschaftsbau, im Kommunaldienst und bei Nebenerwerbs- oder Hobbylandwirten verwendet. Vorteile gegenüber dem Einsatz eines vierrädrigen Kleinschleppers sind vor allem die große Wendigkeit und die durch das vergleichsweise niedrige Gewicht gegebene Bodenschonung. Kleinere Einachser sind aber auch für Hobbygärtner von Nutzen, die große Gärten bewirtschaften und mit dem Schlepper viele verschiedene Arbeiten verrichten können. In Regionen mit eher niedrigem Entwicklungsstand werden die Einachser immer noch recht häufig in der Landwirtschaft eingesetzt, da in diesen Gegenden die Vorteile der Wendigkeit und der oft günstigeren Anschaffungskosten von höherer Relevanz sind. Zum Beispiel können aufgrund der geringen Breite dieser Schlepperart auch frühere Maultierpfade befahren werden.

Hersteller von Einachser im deutschen Sprachraum waren bzw. sind es teilweise noch: Agria, Aebi, Bucher, Bungartz, Fahr, Fortschritt, Gutbrod, Hako, Holder, Honda, Husqvarna, IRUS, Köppl, Monax, Rapid, Reform, Schmiedag, Siemens-Schuckertwerke, SOLO

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Armin Bauer: Schlepper, Die Entwicklungsgeschichte eines Nutzfahrzeugs. Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-09664-5, S. 62

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Wagner: Das Einachs-Schlepperbuch. Podzun, Brilon 2000, ISBN 3-86133-246-9
  • Paul Schweigmann, Die Landmaschinen und ihre Instandhaltung. Verlag Dr. Pfanneberg, Gießen 1955, Nachdruck durch Bulldog Press, Limburg an der Lahn 1993, ISBN 3-9803332-1-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Einachsschlepper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien