Eine Billion Dollar

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Eine Billion Dollar ist ein 2001 erschienener Roman des deutschen Schriftstellers Andreas Eschbach. Die Kernhandlung beginnt im Jahr 1995 und verknüpft Fiktion mit Ereignissen und Personen der Weltgeschichte, wie beispielsweise der Asienkrise und dem Tod von Lady Di. Eine realitätsnahe Parallelwelt entsteht.

Handlung[Bearbeiten]

Der mittellose Pizzabote John Salvatore Fontanelli aus New York wird von einem italienischen Anwalt zu einer Besprechung ins Hotel Waldorf Astoria gebeten. Er kann sich überhaupt nicht erklären, wie er zu der Ehre kommt. Ihm wird von den vier anwesenden Vertretern der altehrwürdigen Florentiner Anwaltskanzlei „Vacchi“ offenbart, dass er über eine Billion US-Dollar geerbt hat, weil er der jüngste männliche Nachfahre eines italienischen Kaufmannes ist, der vor einem halben Jahrtausend ein bescheidenes Vermögen auf einem Konto anlegte und dieses im Laufe der Zeit durch Zins und Zinseszins zu jener gewaltigen Summe angewachsen ist (vgl. Josephspfennig).

John Fontanelli ist mit einem Schlag der mit großem Abstand reichste Mensch der Erde und sein Privatvermögen ist größer als das Bruttoinlandsprodukt der meisten Länder. Doch sein Vorfahr hat ihm den testamentarischen Auftrag in Form einer Prophezeiung erteilt, mit Hilfe des Geldes der Menschheit die verlorene Zukunft wiederzugeben.

Er akzeptiert seine Rolle und versucht mit seinem Geld, die Welt sozial und ökologisch zum Guten zu verändern. Er gründet, auf Anraten seines genialen und zugleich mysteriösen Beraters McCaine, die Fontanelli Enterprises und investiert strategisch in unterschiedlichste Projekte, um zunächst seine Macht zu mehren, damit er später umso größeren Einfluss nehmen kann. Auftakt ist die feindliche Übernahme von ExxonMobil. Von nun an entscheidet sein Wort über Wohl und Wehe von Konzernen, Währungen und ganzen Volkswirtschaften.

Im Laufe der Zeit muss er erkennen, dass ihn das seinem Ziel nicht näher bringt. Um ein Bild der künftigen Entwicklung der Menschheit zu bekommen, gibt er ein gigantisches, geheimes Wissenschaftsprojekt in Auftrag, welches mittels aufwändiger Computersimulationen verschiedene Zukunftsszenarien durchspielen soll. Zu der Zeit, als das für alle ernüchternde Ergebnis bekannt wird, kommt es (aus anderen Gründen) zum Bruch mit seinem bisherigen Geschäftspartner McCaine. Dieser zieht aus dem Ergebnis den Schluss, dass die Welt unentrinnbar dem Untergang entgegenstrebt und nur eine kleine, qualifizierte Elite überleben kann und darf. Mittlerweile Vorstand eines anderen mächtigen Konzerns, beginnt er gezielt Wissenschaftler anzuwerben, die an der Bekämpfung des HI-Virus arbeiten, um ihre Arbeitskraft diesem Kampf zu entziehen.

John Fontanelli wird der ganze Rummel um seine Person irgendwann zu viel; er zieht sich zurück und beginnt, sich eingehender mit seinem Vorfahren Fontanelli und dessen Prophezeiung auseinanderzusetzen. Dabei findet er heraus, dass sein Urahn, der vor 500 Jahren angeblich den Grundstein für das gewaltige Vermögen gelegt haben soll, in Wirklichkeit ein schlechter Geschäftsmann war und kurz vor seinem Tode hochverschuldet. Woher kam also der Grundstock des Vermögens? Ein alter Brief, unterzeichnet mit „Jacopo“, einem Hinweis auf Jakob Fugger, deutet darauf hin, dass dieser für seinen unehelichen Sohn Fontanelli die Schulden beglichen und in dessen Namen das ursprüngliche Kapital mit den bekannten Bedingungen angelegt hatte.

John Fontanelli ist durch diese Entdeckung gleichzeitig desillusioniert und befreit. Er gründet nun eine Stiftung, die die globale Wahl eines „Weltsprechers“ organisieren und durchsetzen soll. Denn nur durch globale Gesetze können die Weltkonzerne noch kontrolliert und die Katastrophe abgewendet werden.

Die gegensätzlichen und unvereinbaren Rettungsstrategien Fontanellis und McCaines gipfeln in einem erbitterten Machtkampf um die verlorene Zukunft der Menschheit, in dem Fontanelli einen Teilsieg erringen kann: Die Wahlen zum Weltsprecher finden statt.

Das Buch endet mit dem Tod John Fontanellis, der von seinem ehemaligen Mitbewohner, der mittlerweile unter dem Einfluss McCaines steht, erschossen wird.

Personen[Bearbeiten]

John Salvatore Fontanelli[Bearbeiten]

John Salvatore Fontanelli ist der Erbe des „Fontanelli Vermögens“. Bevor er das Vermögen erbt, ist er ein Pizzabote in New York. Er gründet „Fontanelli Enterprises“ mit Malcom McCaine als Geschäftsführer. Mit Hilfe von „Fontanelli Enterprises“ möchte er die Welt verbessern.

Malcom McCaine[Bearbeiten]

Malcom McCaine ist der Geschäftsführer von „Fontanelli Enterprises“. Er erhält ein Jahresgehalt von 100.000.000$ (100 Millionen Dollar). McCaine wird aufgrund einer unerlaubten Geldüberweisung von 1 Milliarde $ an eine Beratungsfirma, die sich in seinem Besitz befindet, entlassen. Nach der Entlassung ist er für die Konkurrenten Fontanellis tätig.

Christoforo Vacchi[Bearbeiten]

Christoforo Vacchi ist Anwalt und der erste Padrone (Familienoberhaupt der Familie Vacchi), der in der Handlung vorkommt und derjenige, der Fontanelli die Summe seines Vermögens nennt. Er stirbt im Laufe der Handlung.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Die Seitenzahlen der Taschenbuchausgabe sind in Milliarden $ angegeben. Auf manchen Seiten stehen Bedeutungen der Beträge (beispielsweise auf Seite „1.000.000.000 $“: Jährliche Schäden, die der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) im Maisanbau der USA verursacht.)
  • Die Punkrockband Anti-Flag hat den Song One Trillion Dollars diesem Roman gewidmet. Tatsächlich heißen Billionen im Amerikanischen trillion, was den Namensunterschied erklärt (siehe lange und kurze Leiter).

Ausgaben[Bearbeiten]

Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Türkisch: Bir Trilyon Dolar, ISBN 975-308-380-7 („Trilyon“ wegen der Abweichung der Zahlensysteme; siehe Billion)
  • Russisch: Один триллион долларов, 2005. ISBN 5-8159-0572-0
  • Polnisch: Bilion dolarów, übertragen von Joanna Filipek. (Solaris, Stawiguda) ISBN 83-89951-11-8
  • Niederländisch: De erfenis van Fontanelli, übertragen von Jolanda te Lindert. (Karakter Uitgevers) ISBN 90-611-2014-4

Hörspiel[Bearbeiten]

Im Hörspiel kommen einige Schlüsselereignisse nicht vor. Johns Erkenntnis, dass Geld nicht arbeitet, wird nur kurz erwähnt, es kommt nicht zum Besuch bei den Fischern. Lorenzos Entdeckung der Vervielfachung des Vermögens durch die Gründung einer Bank wird komplett ausgelassen.

Weblinks[Bearbeiten]