Eine auswärtige Affäre

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Filmdaten
Deutscher Titel Eine auswärtige Affäre
Originaltitel A Foreign Affair
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1948
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Billy Wilder
Drehbuch Charles Brackett,
Richard L. Breen,
Robert Harari
Produktion Charles Brackett
Musik Friedrich Hollaender
Kamera Charles Lang
Schnitt Doane Harrison
Besetzung

Eine auswärtige Affäre ist ein US-amerikanischer Spielfilm. Er entstand 1948 unter der Regie von Billy Wilder.

Handlung[Bearbeiten]

Die junge republikanische Kongressabgeordnete Phoebe Frost (Jean Arthur) kommt mit einer Delegation ins kriegszerstörte Berlin, um die Moral der dort stationierten amerikanischen Truppen zu überprüfen. Bei ihrer Ankunft am Flughafen Tempelhof lernt sie Captain John Pringle (John Lund) kennen, der wie sie auch aus dem verschlafenen Iowa kommt und dem sie eine Schokoladentorte einer Verehrerin aus der Heimat überreicht.

Die sittenstrenge Abgeordnete ist entsetzt über die moralischen Entgleisungen, die sie beobachtet. Um Näheres zu erfahren, trennt sie sich von ihrer Gruppe und gibt sich bei zwei GIs als deutsche Frau aus. Die führen sie prompt in den Nachtklub „Lorelei“, in dem die Sängerin Erika von Schlütow (Marlene Dietrich) auftritt. Sie soll einen heimlichen amerikanischen Verehrer haben, der seine schützende Hand über sie hält, obwohl sie während des Dritten Reiches eine enge Beziehung zur Naziführung unterhielt.

Phoebe Frost wendet sich an Captain Pringle, der ihr bei der Identifizierung dieses pflichtvergessenen Offiziers behilflich sein soll. Sie ahnt nicht, dass ausgerechnet Pringle selbst jener heimliche Verehrer von Erika ist. Er hat sogar die Schokoladentorte, die Phoebe mitgebracht hat, auf dem Schwarzmarkt gegen eine bequeme Matratze für Erika eingetauscht.

Um nicht aufzufliegen, beginnt Pringle damit, Phoebe den Hof zu machen um sie von ihren Nachforschungen abzulenken. Prompt verliebt sich die unerfahrene Abgeordnete unsterblich in den schneidigen Captain. Sein Vorgesetzter Colonel Rufus J. Plummer (Millard Mitchell) weiß jedoch von der Affäre mit der Nazi-Künstlerin. Er will, dass sie fortgeführt wird, weil er hofft, über sie an den Nationalsozialisten Hanns Otto Birgel (Peter von Zerneck) heranzukommen, dessen Geliebte Erika von Schlütow einst war.

Phoebes strenge Moralvorstellungen kommen derweil ins Wanken, was schließlich sogar dazu führt, dass sie betrunken bei einer Razzia in dem Nachtlokal verhaftet wird, noch dazu in einem aufreizenden Kleid vom Schwarzmarkt. Nur mit Hilfe der Nachtklubsängerin Erika kann sie sich aus dieser peinlichen Situation retten. Als Phoebe nun von ihr erfährt, das John Pringle sie nur benutzt hat, will sie tief enttäuscht abreisen. Als aber der eifersüchtige Hanns Otto Birgel in einer Schießerei getötet wird, eilt sie zu ihrem Captain zurück und sie fallen sich in die Arme. Aus seinem Spiel ist echte Liebe geworden.

Erika von Schlütow wird von zwei GIs abgeführt. Der Offizier schickt noch zwei Mann hinterher um auf die anderen aufzupassen, und dann noch einen um die Aufpasser zu überwachen.

Hintergrund[Bearbeiten]

In seiner Zeit beim amerikanischen Militär war Billy Wilder 1945 als Offizier in Berlin stationiert und für Film und Propaganda zuständig. In einem Memorandum für die Militärbehörde entwickelte er unter anderem die Idee für einen propagandistischen Spielfilm. Die Idee dazu kam ihm aufgrund des Erfolges von Mrs. Miniver, der in England während des Krieges die Kampfbereitschaft mehr gestärkt hätte, als jeder Dokumentarfilm oder jede Wochenschau. Außerdem hatte er bei Kinovorführungen erlebt, wie wenig Wirkung erzieherische Filme mit erhobenem Zeigefinger haben. Er stellte einen Handlungsrahmen vor, in dem ein GI der am Schwarzmarkt in Berlin Handel treibt und mit einem deutschen Mädchen anbandelt.

Ein sehr persönliches Erlebnis, das Wilder in Hellmuth Karaseks „Billy Wilder eine Nahaufnahme“ schildert, sollte mit eingeflochten werden:

„Wilder war mit einem deutschen Mädchen ins Gespräch gekommen. Sie freue sich, dass nun die Amerikaner in Berlin wären. Sicher werde jetzt auch bald wieder die Gasversorgung klappen. Wilder äußerte Verständnis. Er könne verstehen, dass es schön sein wird, wieder eine warme Mahlzeit zu bekommen. Es sei nicht wegen des Kochens antwortete das Mädchen. Sobald es Gas gäbe, würden sie und ihre Mutter es aufdrehen ohne die Flamme zu entzünden und es ganz tief einatmen. In Wilders Film sollte dieser Dialog eingebaut werden. Am Ende des Filmes sollte das Mädchen dann das Gas aufdrehen… um Kartoffeln zu kochen.“

Hellmuth Karasek[1]

Obwohl die Militärbehörden zunächst sehr angetan waren von Wilders Memorandum, wurde am Ende nichts aus dem Projekt. Die Idee verwendete Wilder später für „Eine auswärtige Affäre“. Auch die Szene mit dem Gas kommt in abgewandelter Form vor. Colonel Plummer erzählt den Abgeordneten, wie nach dem Wiederherstellen der Gasversorgung, die Selbstmordrate in Berlin sprunghaft angestiegen sei. Jetzt aber würden die Berliner lieber Kartoffeln kochen.

Die Originalaufnahmen des zerstörten Berlin hat Wilder 1945 mit seinem Team selber in der zerstörten Stadt aufgenommen und dann später in „Eine auswärtige Affäre“ verwendet.

Kritiken[Bearbeiten]

„Die Dreiecksgeschichte zwischen einer deutschen Nachtclubsängerin, einem US-Besatzungsoffizier und einer spröden amerikanischen Kongreßabgeordneten im Berlin der ersten Nachkriegsjahre, inszeniert als frivol-ironisches Wechselspiel zwischen Moral und Unmoral, das Billy Wilder mit seinem "Komödien-Touch" wirkungsvoll überzogen hat. Amüsante Unterhaltung mit einem leicht zynischen Grundton.“

Lexikon des internationalen Films[2]

„Billy Wilders rabenschwarze Satire auf das deutsch-amerikanische Verhältnis im Nachkriegs-Berlin enthält erstmals die Ingredienzen, die später zu seinem Markenzeichen wurden: beißender, oftmals zynischer Humor vor dem Hintergrund einer im Grunde tragischen Situation.“

Cinema[3]

Lieder[Bearbeiten]

  • In diesem Film singt Marlene Dietrich die Titel Black Market, Illusions und The Ruins Of Berlin, am Klavier begleitet von dem Komponisten Friedrich Hollaender.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hellmuth Karasek: Billy Wilder. Eine Nahaufnahme. (Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe.) Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 978-3-455-09553-1 oder ISBN 3-455-09553-4.
  2. kabeleins.de
  3. cinema.de

Literatur[Bearbeiten]