Einfallsgraben

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Der Einfallsgraben unterhalb des Klappermühlchens
Der Einfallsgraben im Alzenauer Stadtwald
Das Klappermühlchen
50° 6′ 24″ N, 9° 3′ 37″ O50.1067560888829.0604054927826
Der schon fast versickerte Einfallsgraben überquert einen Waldweg
Die Antoniusgrotte im Alzenauer Stadtwald
50° 6′ 4″ N, 9° 4′ 8″ O50.1011201877369.0690261125565

Der Einfallsgraben ist ein 2,1 km[1] langer Bach im Alzenauer Stadtwald im Landkreis Aschaffenburg in Unterfranken, der im Volksmund oft auch Feldbach genannt wird. Der Bachlauf durchfließt nach Südwesten Teile der Bulau, ein größeres zusammenhängendes Waldstück zwischen Kinzig und Kahl. Das Gebiet um den Einfallsgraben ist abflusslos und befindet sich im Naturpark Spessart[2].

Verlauf[Bearbeiten]

Eigentlich befindet sich die Quelle des Einfallsgraben am Fuße des Altenmarkskopfes (269m), in der Nähe der Grenze zu Hessen. Dieser Oberlauf des Baches führt im Sommer aber oft kein Wasser. An manchen Stellen bildet sich dann oft ein kleines Rinnsal, das nach einigen Metern sofort wieder im sandigen Boden versickert.

In der Nähe einer Schutzhütte, im Waldgebiet Einfallgraben, bildet sich erneut ein kleines Bächlein. Dort befindet sich bei trockenen Tagen die Quelle des Baches. Der Einfallsgraben fließt nun in eine enge, etwa acht Meter tiefe Schlucht, wo ihm sein einziger Zufluss, ein kleiner, von links kommender Bach zufließt. Der Einfallsgraben trifft nun auf das sogenannte Klappermühlchen.

Das Klappermühlchen[Bearbeiten]

Das Klappermühlchen ist ein Miniaturmühlhaus im Alzenauer Stadtwald. Es besitzt ein kleines Wasserrad, das von der Wasserkraft des Einfallsgrabens betrieben wird. Er wird über eine künstlich angelegte Rinne gebündelt und auf das Mühlrad geleitet. Dieses dreht dann eine Scheibe, die mit Figuren besetzt ist. Durch ein Fenster wandern die Figuren im Innern des Häuschens. Mit Hilfe dieser Scheibe werden vier winzige Hämmer bewegt, die auf verschiedene Metallplättchen schlagen. Auf Grund ihrer unterschiedlichen Länge und Stärke entsteht bei jedem Hammerschlag ein anderer Ton. Das „klappern“ des Mühlchens kann man schon aus mehreren hundert Metern Entfernung hören. Das Mühlenhaus wurde im Jahre 1913 erbaut und wird heute ehrenamtlich gepflegt.

Versickerungsstellen[Bearbeiten]

Nach nur wenigen Kilometern Fließstrecke wird der Einfallsgraben auf Grund des sandigen Bulaubodens immer kleiner. In einem Sandloch versickert er schließlich vollständig (50° 6′ 14″ N, 9° 3′ 10″ O50.1038487623679.0528094768524). Hier wurde schon oft vergeblich versucht das Bachbett über andere Wege weiterzugraben.

Ganz in der Nähe macht auch der sandige Bulauboden dem nur etwa 150 m langen Bach an der Alzenauer Antoniusgrotte, nördlich der Staatsstraße 2305 zu schaffen. Ähnlich wie der Einfallsgraben wird auch er sein Ziel nie oberirdisch erreichen. Er entspringt circa hundert Meter nordöstlich der Grotte, durchfließt dann einen Fischweiher und versickert dann schließlich im sandigen Waldboden.

Der Bach, der dem See an der Barbarossaquelle in Hessen entfließt, versickert ebenfalls nach nur kurzer Fließstrecke im Sandboden.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Im sandigen Gebiet am Einfallsgraben wachsen Laubmoose und Heidekräuter. Der Waldmistkäfer und der Laubfrosch fühlen sich im feuchten, bewaldeten Gebiet besonders wohl. In den Schlammlachen des Einfallsgraben suhlen sich Wildschweine und Trughirsche.

Antoniusgrotte[Bearbeiten]

Die Antoniusgrotte im Alzenauer Stadtwald, die im Mai 1955 geweiht und von 2003 bis 2006 renoviert wurde, befindet sich in einer kleinen Schlucht, im Westen einer großen Lichtung. Sie wurde 1954 zu Ehren des Heiligen Antonius, aus Dankbarkeit für die Heimkehr der Väter und Söhne von Alzenau, errichtet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Einfallsgraben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Google Earth
  2. BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung

50.1149519.071252Koordinaten: 50° 6′ 54″ N, 9° 4′ 17″ O