Einheitswagen Schmalspur (Schweiz)

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Als Einheitswagen werden in der Schweiz die Reisezugwagen der Eisenbahn bezeichnet, die nach bestimmten einheitlichen Konstruktionsmerkmalen ab Mitte der fünfziger Jahre gebaut wurden. Zuerst wurden normalspurige Einheitswagen gebaut, derweil für die Schmalspur weiterhin Mitteleinstiegswagen gefertigt wurden. Anfang der 1960er Jahre gab es dann auch Einheitswagen-Konstruktionen für die Schmalspurbahnen, die damals einen recht grossen Nachholbedarf in der Erneuerung der Fahrzeuge hatten. Im Unterschied zu den normalspurigen Einheitswagen, die von allen Schweizer Wagenfabriken (SWS, SIG, SWP und FFA) nach einheitlichen Plänen gebaut wurden, ist den Schmalspurwagen die Herkunft anzusehen. Jeder Hersteller hatte für diese Personenwagen seine eigenen Entwürfe. Bei den Schmalspurwagen reicht es deshalb nicht, vom Einheitswagen I (EW I) zu sprechen, es muss auch der Hersteller angegeben werden.

Die gemeinsamen Merkmale der Schmalspur-Einheitswagen sind

  • vierachsiger Leichtstahl- oder Leichtmetall-(Aluminium)-Wagen,
  • Einstiege, Plattform und allfällige Toiletten am Wagenende,
  • gesicktes Wagendach,
  • Grossraumwagen (keine Seitengangabteile).

Mit der Lieferung der PA-90-Wagen kann die Phase der Einheitswagen als abgeschlossen betrachtet werden. Die Zahl der Reisezugwagen auf Schmalspurbahnen ist durch die immer weitere Verbreitung der Triebzüge rückläufig. Die seither in Betrieb gekommenen Wagen gehören deshalb entweder zu den Panoramawagen (die im Baukastensystem des PA 90 auch bereits enthalten waren) oder aber zur Gattung der Niederflurwagen, bei denen die Einstiegstüren aus konstruktiven Gründen wieder gegen die Mitte des Fahrzeuges versetzt werden mussten.

FFA EW I (FFA1)[Bearbeiten]

RhB Einheitswagen I B 2372 in Chur

Ab 1960 erschienen die ersten Vorläufer der Einheitswagen, die so genannten Umbauwagen der RhB. Dabei wurde die ursprüngliche Kasten­einteilung beibehalten und das WC somit in Wagenmitte platziert. Da auch neue Drehgestelle zum Einbau kamen, dürfte die vom ursprünglichen Holzkastenwagen stammende Substanz sehr gering gewesen sein.

1962 kamen dann die ersten Einheitswagen zur Ablieferung. Im Unterschied zu den normalspurigen Wagen, wurden die Einstiege ganz am Wagenende angeordnet und Plattform bzw. WC zwischen Einstieg und Personenabteil. Diese Anordnung kam bei der Normalspur erst mit den EC-Wagen auf.

Mit Rücksicht auf die zum Teil sehr engen Kurvenradien wurden die Wagen auch in verkürzten Versionen gebaut. Einige Bahnen mit eher kurzen Strecken verzichteten auf den Einbau eines WCs.

Nachteilig an diesem Wagentyp ist der sehr enge Sitzteiler in der 2. Klasse. Während die gleichzeitig gebauten Normalspur-Einheitswagen einen Sitzteiler von 1650 mm aufweisen, haben die Schmalspurwagen nur 1550 mm.

Lieferungen FFA EW 1[Bearbeiten]

Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestell A AB B D/DZ
RhB St lang mit 2 WC 1962-66 SIG-T 21 A 1223-43 16 AB 1519-34 33 B 2341-73 4 D 4210-132
RhB St 1970
1980
SWS
SWP 74
5 D 4214-181
8 D 4219-261
RhB Alu verkürzt mit WC 1968 SIG-T 4 A 1253-56
RhB Alu kurz mit WC 1968-72 SWP 68 6 AB 1541-46 18 B 2307-14, 2451-60
RhB Alu lang mit WC 1969 SWP 68 ABt 1701-031 5 B 2315-19 DZ 4231-331
RhB Alu lang mit WC 1971 SIG-S 4 ABDt 1711-14 4 4 B 2411-14 3
RhB Alu lang mit WC 1979 SWP 74 2 ABDt 1715-16 4 2 B 2415-16 3
MOB St verkürzt mit WC 1963-64 SIG-T 5 A 103-07 3 AB 301-03 2 B 201-02
AB St lang mit WC 1964-73 SIG-T 2 ABt 61-62 5 6 B 22-27 6
BAM St lang 1964 SIG-T 4 B 61-64
FO Alu verkürzt mit WC 1965-68 SIG-S 10 B 4263-72 3 D 4341-432
LSE Alu lang 1967-69 SIG-S 2 ABt 26–277 6 B 45-507
RBS St lang 1974 SIG 2 ABt 201-027
Total 185 30 42 90 23

1durch SWS hergestellt, 4233 Nachbau 1981, 1997 Umbau in BD 2481
2Leichtstahlkasten, ohne Einstiegstüren, als Sanitätswagen verwendbar, Inbetriebnahme 1961
3 Zwischenwagen zu Be 4/4 511-516
4 Steuerwagen zu Be 4/4 511-516
5 später Nr. 146-147
6 später Nr. 231-33 und 246-48, heute 241-46 (nicht in gleicher Reihenfolge)
7 heute ZB ABt 926–27, B 545–550, ABt 931–32 (ex 131–32 ex RBS 201–02)

Modernisierte FFA EW I[Bearbeiten]

Die MOB setzte 1968 bis 71 vier Wagen B 203–206 in Betrieb, die durch Kombination alter Untergestelle, die 1960–62 neue SIG-Torsionsstabdrehgestelle erhalten hatten und neuer Wagenkasten von FFA nach den Konstruktionsprinzipien des EW I entstanden. Resultat war ein siebenfenstriger leichter Wagen mit offenen Plattformen ohne WC (siehe Leichtstahlwagen Schmalspur (Schweiz)#Die FFA-Umbauwagen (mit Sickendach)). Um diese Wagen weiter verwenden zu können, liess die MOB die Wagenkasten bei R+J verlängern, mit normalen Einstiegen wie die EW I sowie einem erhöhten Dach versehen und rüstete sie mit neuer Inneneinrichtung und WC aus. So entstanden ab 1994 der B 203 und die BD 204–206. Anschliessend wurden auch einige der oben erwähnten EW I einer vergleichbaren Modernisierung unterzogen. Daraus entstanden die A 106, AB 303 und B 216–17 sowie 218 (AB 301–302 und A 104). Dabei wurde die Fensterteilung beibehalten. Einen noch weitergehenden Umbau erfuhren die A 103, 107 und B 201–202, die ab 2004 einheitliche Wagenkasten mit sechs pullmanartigen Erkerfernstern und mit hohem, sickenlosem Dach erhielten und seither als GoldenPass Classic verkehren.

FFA EW II (FFA2)[Bearbeiten]

RhB Einheitswagen II B 2381 in Chur

Für die weiteren Beschaffungen wollte die RhB den Komfort für den Fahrgast steigern und die durch den Leichtmetallbau möglichen Gewichts­einsparungen generell nutzen. Daraus entstand der 1975 erstmals zur Auslieferung gelangende Einheitswagen II mit vergrössertem Sitzteiler, doppelt verglasten und getönten Scheiben sowie einer Lüftung/Warmluftheizung «Hagenuk». Zur Verbilligung der Fabrikation und gleichzeitiger Erhöhung der Festigkeit wurde systematisch auf Aluminium-Grossstrangpressprofile zurückgegriffen.

Andere Bahnen bestellten ebenfalls Wagen nach den gleichen Konstruktionsprinzipien, allerdings sind die Abmessungen einschliesslich Sitzteiler praktisch für jeden Wagentyp neu festgelegt worden. Bei den Steuerwagen gibt es ausserdem zwei verschiedene Führerstandsformen (RhB/BVZ/LSE mit Stirnwandtüre, AB/CJ/RBS ohne). Die RhB wechselte auch zu einem neuen Drehgestell, nämlich dem Typ SWP 74. Andere Bahnen bevorzugten die FFA-eigene Konstruktion, nochmals andere kauften bei SIG ein.

Lieferungen FFA EW 2[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ a) Inbetriebnahme Drehgestell Typ und Nummer Sitzteiler Bemerkung
2 RhB kurz 1978 SWP 74 A 1261-62 2031 mm
8 RhB lang 1977–78 SWP 74 A 1263-70 2080 mm
10 RhB lang 1975–76 SWP 74 AB 1561-70 1780/2080 mm
40 RhB lang 1976-80 SWP 74 B 2374-83, 2421-50 1780 mm
4 RhB kurz 1982 SWP 74 BD 2471-74 1780 mm
3 RhB lang, Swt 1982 SWP 74 BDt 1721-23 1780 mm
1 RhB lang 1984 FFA WR 3815
2 BVZ lang, Swt, ohne WC 1980 (SWS) Bt 2241-42 1600 mm heute BDt
3 LSE lang, Swt 1980-91 SIG-S ABt 28-30 1650/2055 mm heute ZB 928–30
7 LSE lang, ohne WC 1980-91 SIG-S B 51-57 1650 mm heute ZB 551–57
5 RBS lang, oSwt, ohne WC 1980-91 SWP 74 ABt 203-207 1630 mm heute BOB 411-15
5 AB/SGA kurz, oSwt, ohne WC 1981 FFA 80 ABt 111-115 1650/1875 mm
3 AB lang, oSwt 1986 FFA 80 ABt 131-133 1650/2000 mm heute Nr. 141-43
4 CJ lang, oSwt 1986 FFA 80 ABt 711-714 1650/2000 mm
2 CJ lang, oSwt 1986 FFA 80 BDt 721-722 1650 mm
6 CJ lang 1986 FFA 80 B 751-756 1650 mm
105 Total
  • a) Swt = Steuerwagen mit Stirnwandtüre (später zugeschweisst), oSwt = Steuerwagen ohne Stirnwandtüre auf der Führerstandseite

FFA EW III (FFA3)[Bearbeiten]

Anlass, nicht mehr den EW II weiter zu beschaffen, war dessen Preis. Die RhB fand dann in Gesprächen mit den FFA Möglichkeiten, vor allem im Innenausbau und bei den Ausrüstungsteilen kostengünstiger zu konstruieren, zum Teil durch Verwendung handelsüblichen Materials. Gleichzeitig sollte aber der Komfortlevel erhöht werden. Was dabei rausschaute, war eine Serie von 10 Wagen für den Bernina-Express, die EW III genannt wurden, aber (liegt's am Namen?) nicht weitergebaut wurden. Gegenüber dem EW II änderte sich nicht sehr viel, am auffälligsten sind die nun 1,40 m breiten Fenster auch in der zweiten Klasse. Hingegen seien Einsparungen von CHF 50'000 möglich gewesen.[1]

Diese 10 Wagen waren mit allem ausgerüstet, was von Tirano bis Arosa gebraucht werden konnte, das heisst mit Vielfachsteuerung und Einrichtung für drei Heizspannungen (300 V ~, 1000 V =, 2200 V =). Die Arosa-Heizung wurde nach der Umelektrifikation entfernt, der Rest ist weiter vorhanden und wird auch genutzt. Bei der Revision im Jahre 2010 wurden die Wagen umnummeriert und die bisherige 61-polige Vielfachsteuerleitung durch die neue kombinierte LBT/Vielfachsteuerleitung ersetzt.

Lieferungen FFA EW 3[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestell Typ und Nummer Sitzteiler Bemerkung
2 RhB kurz 1983 SWP 74 A 1271-72 2031 mm heute 53101–02
8 RhB kurz 1983 SWP 74 B 2461-68 1780 mm heute 54101–08

PA-90 oder RhB EW IV (PA90)[Bearbeiten]

Für die zu erwartenden Beschaffungen von Reisezugwagen jener Bahnen, die (noch) nicht zu reinen Triebzugeinheiten übergingen, schuf Schindler Waggon Altenrhein (SWA) ein Baukastensystem [2], das bei verschiedenen Fahrzeuglängen die Ausführung mit Festfenstern, Senkfenstern oder als Panoramawagen ermöglichen sollte. Während für die 1. Klasse ein einheitlicher Sitzteiler vorgesehen wurde, konnte in der 2. Klasse zwischen den Varianten Regional- und Fernverkehr gewählt werden. Einheitliche Merkmale aller Wagen sind

  • Aufbau aus Leichtmetall-Grossstrangpressprofilen,
  • elektrisch angetriebene aussenbündige Schwenkschiebetüren,
  • verbesserte Isolation,
  • breitere Fenster (1450 bzw. 1722 mm),
  • geschlossenes WC-System (sofern WC vorhanden).

Die etwas festere Aluminiumlegierung, die Grossprofil­bauweise, die vergrösserte Fensterfläche und die verbesserte Isolation zeigten sich aber auch in einem höheren Gewicht. Die Flexibilität des Baukastensystems zeigte sich darin, dass sich die 31 gebauten Wagen auf 11 verschiedene Typen verteilten. Nachbeschaffungen dieses gelungenen Wagentyps gab es nicht, indessen sind viele Elemente in die Konstruktion der Bernina-Express-Panoramawagen eingeflossen.

Lieferungen PA-90[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestell Typ und Nummer Sitzteiler Bemerkung
3 RhB kurz 1992 SIG 90 A 1273-75 2054 mm
7 RhB kurz 1992 SIG 90 B 2491-97 1782 mm
1 RhB kurz 1992 SIG 90 BD 2475 1782 mm
3 RhB lang 1992 SIG 90 A 1281-83 2054 mm
3 RhB lang 1992 SIG 90 B 2391-93 1782 mm
2 SBB lang, Panorama 1994 SIG 90 As 102-03 2054 mm Sitzanordnung 2+2
2 AB kurz, Bz, oF 1992-93 SIG 90 ABt 116-17 1650/2054 mm
4 AB kurz, Bz, oF 1992-93 SIG 902 B 291-94 1650 mm
2 AB kurz, Bz, oF23 1992-93 SIG 902 AB 191-921 1650/2054 mm heute Nr. 296, 295
2 AB lang 1992-93 SIG 90 ABt 134-35 1650/2054 mm heute Nr. 144-45
2 AB lang 1992-93 SIG 90 B 234-35 1650 mm heute Nr. 247-48
31 Total

Bz = Bremszahnrad, oF = ohne Faltenbalg und ohne WC
1AB 192 wurde als B 192 ausgeliefert und zu B 295 umnummeriert, AB 191 2005 zu B 296 umgebaut
2B 292 und 296 erhielten 2005 FFA-Drehgestelle, 296 ohne Bz. Die SIG 90-Drehgestelle gingen an ABt 121-23
3B 296 ist seit 2010 mit Faltenbälgen ausgerüstet

SIG EW I oder Brünig Typ III (SIG1)[Bearbeiten]

BOB SIG Einheitswagen I B 242 in Interlaken

Die SBB wählte für ihre einzige Schmalspurbahn, die Brünigbahn (heute Teil der Zentralbahn) nicht FFA sondern SIG als Lieferantin der Einheitswagen. Deren Entwurf hielt sich äusserlich stärker an das normalspurige Vorbild, indem Plattform und Toilette ausserhalb der Einstiege angesetzt wurden. Die Einstiegstüren wurden über den Drehgestellen angeordnet. Gemeinsam mit dem Entwurf der FFA war diesem Typ aber, dass der Sitzabstand offensichtlich vom Vorhandensein von "Schmalspurpassagieren" ausging. Der Sitzteiler in der 2. Klasse ist mit 1540 mm sogar noch geringer als beim FFA EW I ausgefallen. Da dies nicht ausreichte, wurden später bei der Modernisierung der Brünigbahnwagen zwei Sitzreihen weniger eingebaut, so dass der Sitzteiler (neu 1760 mm) nicht mehr mit den Fenstern übereinstimmt. In der 1. Klasse werden hingegen "normalspurige" 2055 mm geboten. Die Fenster wurden, wiederum gleich wie bei der Normalspur, für beide Wagenklassen mit 1200 mm gewählt.

Der Beschaffung bei der SIG schlossen sich auch BOB und BVZ an. FO und - als einzige Adhäsionsbahn - MOB verzichteten auf eine Endplattform, was den Wagen ein eigenartig unsymmetrische Aussehen gibt. Die MOB liess darüber hinaus auch die Faltenbälge weg. Die vier Privatbahnen gönnten den Erstklasspassagieren einen ungehinderten Blick auf das Bergpanorama durch 1400 mm breite Fenster, dafür wurde der Sitzabstand im A auf 1932,5 mm und im AB auf 1917,5 mm reduziert, was die Proportionen doch sichtlich veränderte. Der Erstklasswagen wurde bei gleicher Platzzahl wie am Brünig um einiges kürzer.

Auf Grund der unterschiedlichen Kupplungssysteme ist die Länge über Puffer ein ungeeignetes Vergleichskriterium. Die Kastenlänge beträgt bei allen Brünigwagen sowie bei den B für BOB und BVZ 17.3 m. Der A von BOB und BVZ wurde dagegen nur 16,485 m lang. Die reduzierte Abteillänge erlaubte es dafür beim Bau von AB, vier Erstklassabteile und drei Zweitklassabteile unterzubringen, anstatt der umgekehrten Zahlen beim AB für die Brünigbahn.

FO und BVZ (fusioniert zu MGB) beschafften auch Steuerwagen dieses Typs, bei der Brünigbahn entstanden solche erst 1992-93 durch Umbau. Zudem entstanden für die Brünigbahn Speisewagen aus AB und die A erhielten zwei Panoramafenster pro Seite, indem die Fenster der beiden äusseren Abteile verbunden wurden. Die beiden mittleren Fenster mussten hingegen aus Stabilitätsgründen unverändert bleiben. Brünigbahn, BOB und BVZ versahen einige Wagen nachträglich mit Gepäckabteil.

Da der Wagen für den Einsatz auf Zahnradbahnen konzipiert ist, wurde möglichst gewichtssparend gebaut. Es gibt (ausser früher bei den Brünig AB) nur ein WC. Der Kasten ist aus Aluminium. Allerdings wurde bei den ersten 11 Wagen (Prototyp für den Brünig und die ersten 10 Wagen für die BOB) die Legierung Unidur gewählt. Diese hatte nicht die erforderliche Festigkeit, weshalb von den 11 Wagen nur noch 5 in Betrieb gehalten werden konnten.

Lieferungen SIG EW 1[Bearbeiten]

Bahn Typ Inbetriebn. Drehgestell A AB B Bemerkungen
SBB normal 1966-71 SIG-66/Bz 6 A 201-06 12 AB 401-12 55 B 701-55 ABt 900-05 und WR 421-23 Umbau ex AB. Übrige Wagen umgebaut und umnummeriert zu A 211–16, AB 431–34, B 501–12, BD 551–54, B 301–29, BD 351–57, B 361–63, 371.
BOB normal 1968-71 SIG-66/Bz 2 A 181-82 5 AB 211-15 12 B 241-52 Kauf bzw. Wagentausch mit SBB bzw. ZB A 217, AB 441–43, BOB B 253–56, BD 501–03
BVZ normal 1968-76 SIG-66/Bz 8 A 2071-78 10 B 2281-90
4 Bt 2251-54
2077-78 umgebaut zu AD/BRD 2295–96
2287–90 und 2251–54 umrüstbar auf GF-Kupplung
FO verkürzt 1972-72 SIG-S/Bz 4 ABt 4151-54
4 ABt 4191-94
8 B 4251-58 ABt 4191-92 jetzt Bt 4291-92
alle Wagen umrüstbar auf GF-Kupplung
MOB verkürzt
oF
1973[3] SIG-T 1 AB 304 4 B 207-10 abgestellt, 207–209 2012 verkauft an TPF[4]

oF = ohne Faltenbalg, Bz = Bremszahnrad

SIG EW II (SIG2)[Bearbeiten]

Kurz vor dem Ausstieg aus der Fertigung ganzer Eisenbahnwagen (SIG konzentrierte sich danach auf Drehgestelle) wurde auch hier noch ein Einheitswagen II entwickelt. Dieser nahm die Spezifikationen des BAV auf und ähnelte deshalb sehr stark dem EW II von FFA. WC und Plattform waren nun ebenfalls innen, die Türen ganz am Wagenende. Von den insgesamt gebauten 39 Wagen gingen deren 26 an die FO, die im Hinblick auf die Eröffnung des Furkatunnels und den ganzjährigen Betrieb den Rollmaterialpark erheblich aufstockte und modernisierte. Weitere 9 Wagen gingen an die MOB, die mit diesen Wagen den Faltenbalg generell einführte und 4 Steuerwagen dienten der GFM dazu, mit den früheren Kiestriebwagen 141-42 Pendelzüge bilden zu können und die vorhanden Pendelzüge 151-52/251-52 in Spitzenzeiten verstärken zu können. Alle hergestellten Wagen sind von der leicht verkürzten Bauart. Die Steuerwagen der FO haben eine gerade, diejenigen der GFM eine geneigte Front.

Lieferungen SIG EW 2[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestell Typ und Nummer Sitzteiler Bemerkung
4 FO verkürzt 1980 SIG-S A 4063-66 heute BR 4293-96
5 FO verkürzt 1980 SIG-S ABt 4155-59 zu Deh 51-55/91-96
1 FO verkürzt 1980 SIG-S ABt 4195 zu Deh und BDeh 41-45
16 FO verkürzt 1980 SIG-S B 4273-88 1650 mm
4 MOB verkürzt 1979-80 SWP-74 AB 305-08 mit Vielfachsteuerleitung
5 MOB verkürzt 1979-80 SWP-74 B 211-15 ohne Vielfachsteuerleitung
4 GFM verkürzt 1981 SWP-74 Bt 253-56 zu 141-42 und 151-52
39

SWP EW I (SWP1)[Bearbeiten]

Für die 1964 eröffnete durchgehende Verbindung Luzern - Engelberg wurden Pendelzüge beschafft, die wegen der grossen Steigung von 250‰ möglichst leicht sein sollten, gleichzeitig aber ein Maximum an Sitzplätzen bieten sollten. Daraus resultierte ein Leichtstahl-Zwischen- und Steuerwagen, der kürzer war als der Triebwagen. Wohl aus diesem Grunde wurde nicht der Typ FFA1 beschafft, obwohl die Zwischenwagen bei FFA gebaut wurden. Ebenfalls 1964 war die Expo in Lausanne und die Centovallibahn erwartete zusätzlichen Verkehr Tessin - Domodossola - Simplon - Lausanne. Es wurden deshalb 4 Wagen in Betrieb genommen, die aber im Gegensatz zu den LSE-Wagen ein WC aufwiesen. Charakteristisches Merkmal der SWP-Konstruktion ist das stark verjüngte Wagenende.

1968 wurden noch einmal 6 Wagen abgeliefert. Dieses Mal waren es lange Wagen ohne WC, was den Einbau von 80 Sitzplätzen erlaubte, für die Schmalspur ein Rekord!

Lieferungen SWP EW 1[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestell Typ und Nummer Sitzteiler Bemerkung
5 LSE verkürzt 1964 SIG-T ABt 21-25 1500/1975 mm t.w. verlängert, t.w. bestuhlt als At, ZB-Nr. 921–25
1 LSE verkürzt 1964 SIG-T DZ 251 -
4 LSE verkürzt, ohne WC 1964 SIG-T B 41-44 1500 mm durch FFA erbaut, umgebaut und verlängert zu B 81-84, ZB-Nr. 581–84
4 FART verkürzt 1964 SWP-64 B 120-23 B 120 zum A 120 umgebaut
3 FLP lang, ohne WC 1968 SWP-68 B 33-35 an AB verkauft (B 236-38), WC eingebaut
3 YSC lang, ohne WC 1968 SWP-68 B 33-35 mit Vielfachsteuerleitung, 33-34 1991 umgebaut zu BDt 53-54
20 Total

ACMV EW I (ACMV1)[Bearbeiten]

Die ersten Einheitswagen baute die ACMV als Steuerwagen passend zu den 6 Triebwagen, die BAM und YSC auf der Basis der RhB-Be 4/4 511-516 bestellt hatten. Stirnfront und Einstiege wurden entsprechend den Triebwagen gestaltet. Während die Triebwagen der YSC im Gegensatz zu jenen der BAM mit Toiletten ausgerüstet wurden, sind die Steuerwagen identisch und haben kein WC. Inzwischen finden sich 4 der 5 Wagen bei BAM.

Lieferungen ACMV EW 1[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestell Typ und Nummer Sitzteiler Bemerkung
3 BAM Steuerwagen 1982 Bt 51-53
2 YSC Steuerwagen 1983 Bt 51-52 Bt 52 verkauft BAM Bt 54

ACMV EW II (ACMV2)[Bearbeiten]

Auch diese Wagen entsprechen, wie die EW II von FFA und SIG, den gemeinsamen Grundspezifikationen des BAV, haben aber sonst sogar untereinander sehr grosse Unterschiede.

Lieferungen ACMV EW 2[Bearbeiten]

Anzahl Bahn Typ Inbetriebnahme Drehgestell Typ und Nummer Sitzteiler Bemerkung
2 FO Festfenster 1987 SIG-S AB 4171-72
2 FO Festfenster 1987 SIG-S ABt 4181-82
2 BOB Senkfenster *) 1987 SIG-S B 261-62
3 BOB Senkfenster *) 1987 SIG-S BDt 401-03

*) 2008 durch Übersetzfenster ersetzt

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Hartung Karlheinz: Schweizer Fahrzeug-Archiv 2, Lokomotiven und Wagen, Schmalspur, SBB und Privatbahnen. Transpress, Berlin 1993, ISBN 3-344-70786-8.
  •  Wolfgang Finke, Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Rhätischen Bahn 1889–1996. Band 1: Personenwagen, Speisewagen, Gepäck- und Postwagen. Schweers + Wall, Aachen 1996, ISBN 3-89494-103-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. F. Skvor: Neue Wagen für den «Bernina-Express», RhB-Einheitswagen Typ III. in: Eisenbahn-Amateur 11/83, Seiten 721–726
  2. Welte Herbert, Schaad Fritz: Ein Baukastensystem für Meterspur-Reisezugwagen. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. 6/1993, Luzern, Minirex. (Konstruktion PA-90 und Drehgestell SIG 90)
  3. Eisenbahn-Amateur Nr. 1 Januar 1974, Seite 5
  4. Schweizer Eisenbahn-Revue 4/2013, Seite 164

Weblinks[Bearbeiten]

Bilder aller Wagentypen siehe http://bahnch.railimages.ch/fotos/Meterspurwg