Einmannpackung

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Die Einmannpackung, oder kurz EPa genannt, ist ein kleines Verpflegungspaket der Bundeswehr, mit dem sich der Soldat mindestens einen Tag lang ernähren kann, falls keine reguläre Verpflegung durch Feldküche oder Kantine möglich ist. Es handelt sich um besonders haltbare, sofort verzehrbare Nahrung, ähnlich einem handelsüblichen Fertiggericht, die außer dem Erwärmen nicht extra aufbearbeitet werden muss und auch kalt gegessen werden kann.

Die einzelnen Rationen unterscheiden sich in Umfang und Zubereitungsverfahren und orientieren sich am Geschmacksempfinden des jeweiligen Landes. Allen gemein ist, dass sowohl auf unterschiedliche Essgewohnheiten (vegetarischer Inhalt) sowie Glaubensrichtungen (Ausführungen ohne Schweine-/Rindfleisch) Rücksicht genommen wird und einige Menüs regelmäßig gegen neue getauscht werden. Die einzelnen Bestandteile sind meistens handelsübliche Produkte (zum Beispiel Dosenwurst), teils in angepassten Verpackungen. Durch die Verwendung dieser Produkte wird eine erhebliche Kostensenkung erreicht.

Die Haltbarkeit solcher Pakete hängt stark von der jeweiligen Lagerung ab. Die Bundeswehr gibt die Haltbarkeit (Verbrauchszeit) mit 3,5 Jahren an. Jedoch lässt sich die Haltbarkeit erheblich verlängern, wenn die Pakete bei niedrigeren Temperaturen (zum Beispiel gefroren) gelagert werden.

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnungen [Bearbeiten]

EPa-ähnliche Verpflegungspakete gibt es auch in den meisten anderen Armeen, allerdings unter anderen Bezeichnungen:

Die einzelnen Pakete [Bearbeiten]

Die deutschen EPa [Bearbeiten]

EPA-Kartons von 1981
Inhalt einer Einmannpackung Typ II

Für den Inhalt der EPa ist das Verpflegungsamt der Bundeswehr zuständig. Während des Kalten Krieges wurden vier Sorten der EPa eingelagert, kurz nach der Wiedervereinigung wurde die Vorratshaltung abgeschafft. Das Gesamtgewicht liegt um 1,2 kg für eine Verpflegungsration. Mit der Teilnahme Deutschlands an diversen Auslandseinsätzen wurde es wieder nötig, EPa zu lagern. Seither sind folgende Typen in Benutzung:

Typ I:

  • Fertiggericht 1: Ravioli mit Champignonsauce 300 g
  • Fertiggericht 2: Indische Reispfanne 300 g
  • Zwischenmahlzeit: Grießspeise mit Früchten 150 g

Typ II:

Entweder Fertiggericht 1 mit 2a oder 2b kombiniert, oder 2a und 2b zusammen.

Typ III:

Sonstiger Inhalt:
Der sonstige Inhalt, auf dem Bild zu erkennen, ist immer gleich und lässt sich gegenseitig ergänzen (zum Beispiel Schokolade über Obstsalat, Schmelzkäse über Nudeln oder ähnliches).

Weitere Informationen:
Die Kalorienmenge einer EPa entspricht rund 13800 kJ (3300 kcal), bei einem Gesamtgewicht von 1,6 kg.

Die Hauptmahlzeiten des EPas können laut Beipackzettel „ohne Nährwertverlust und wesentliche Einbuße im Geschmack auch kalt verzehrt werden“. Allerdings empfiehlt sich ein Erwärmen in heißem Wasser oder auf dem Esbitkocher.

Das deutsche EPa enthält außer den Streichhölzern keine Utensilien zum Erhitzen. Ein ausklappbarer Esbitkocher gehört zur persönlichen Ausrüstung; Esbit kann wie Schuhcreme oder Munition als Mengenverbrauchsgut empfangen werden.

Die Verpackung der Kekse (aufgrund ihrer Härte „Panzerplatten“ oder auch „Panzerkekse“ genannt) brennt ausgezeichnet. Auch eignen sich laut einer „Urban Legend“ die Kekse selbst in Kombination mit der brennbaren Bundeswehr-Schuhcreme hervorragend als Feueranzünder. Die Kekse selbst brennen zwar auch, allerdings dienen sie in diesem Fall nur als Docht für die Schuhcreme.

EPa leicht [Bearbeiten]

1999 wurde zur EPa zusätzlich die EPa leicht bei der Bundeswehr eingeführt, da man erkannte, dass die herkömmliche EPa für Einsatzzwecke zu unhandlich und schwer ist. Die Warmverpflegung, also die Hauptgerichte, sind bei der EPa leicht gefriergetrocknet und wiegen daher nur jeweils 80 g statt der 300 g bei der herkömmlichen EPa. Die Verpflegungsbeutel entsprechen handelsüblicher Trekkingnahrung und werden von denselben Herstellern produziert. Zudem fehlen im Vergleich zur EPa die Hartkekse, das Dosenbrot und die Brotbeläge, dafür enthält sie neue Kekse, Getränkepulver und Energieriegel. Das führt dazu, dass das Gewicht einer Tagesration erheblich gesenkt wurde. Als Nachteil kann allerdings betrachtet werden, dass zur Zubereitung der Warmverpflegung jetzt zwingend heißes Wasser benötigt wird. Verfügbar sind Mann-Tagesrationen „Kalte Regionen“ Bruttogewicht je Paket ca. 850 g mit 2739 und 2797 Kcal und „Warme Regionen“ Bruttogewicht je Paket ca. 700 g mit 2075 und 2279 Kcal. Neben dem wesentlich höheren Preis für die gefriergetrocknete Verpflegung ergibt sich auch ein geringerer Nährwert.

Ein Karton EPa leicht enthält die identischen Tagesrationen für vier Soldaten.

Ein Karton EPa leicht enthält:

  • 4x Hauptgericht A 80 g
  • 4x Hauptgericht B 80 g

Es gibt insgesamt 19 verschiedene Hauptgerichte, wie etwa Paella, Nudeltopf „Carbonara“, Schinkenspecksteinpilztopf „Schwarzwald“, Fischtopf „Rügen“, Kartoffeln mit Rindfleisch, Nasi Goreng, Boeuf Stroganoff, Nudeln Bolognese, Erbseneintopf mit Speck, Huhn in Curryrahm, Kartoffeltopf, Gemüserisotto mit Huhn, Zigeunertopf, Nudeln in Kräutercreme etc. Es werden jeweils zwei davon für einen Karton ausgewählt.

  • 4x Nährstoffpulver 50 g

Aus dem Nährstoffpulver lässt sich ein milchshakeähnliches Getränk herstellen. Es gibt sie in den Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade, Banane und Erdbeere. In jedem Karton ist nur eine Geschmacksrichtung enthalten.

  • 4x Energieriegel „Mandel“ 75 g
  • 4x Energieriegel „Zitrone“ 75 g
  • 4x Weizenkeimlingskekse 100 g
  • 4x Mineralgetränkepulver 30 g

Das Mineralgetränkepulver gibt es in den Geschmacksrichtungen Kirsche, Zitrone und Tropic. Es ist jeweils nur eine Geschmacksrichtung in einem Karton enthalten.

  • 4x Vitaminbrausetabletten 4,5 g
  • 4x Tee-Extrakt 1,2 g
  • 8x Kaffee-Extrakt 3,5 g
  • 6x Kaffeeweißer 3 g
  • 8x Zucker 12,5 g
  • 4x Salz 3 g
  • 2x Kunststoffbeutel
  • 1x Brief Streichhölzer
  • 8x Blatt Mehrzweckpapier
  • 8x Streifen Wasseraufbereitungstabletten

Geschichte [Bearbeiten]

Wehrmacht [Bearbeiten]

Die Überlebensration als Notverpflegung für Soldaten wurde früher offiziell Eiserne Ration genannt. Bei Ausfall der regulären Verpflegung durfte die besonders verpackte Notverpflegung nur auf ausdrücklichen Befehl des kommandierenden Offiziers geöffnet und verzehrt werden. Dieser Befehlsvorbehalt ließ sich im Krieg jedoch nicht aufrechterhalten. Zuständig für die Versorgung und Verteilung der eisernen Ration war bei der Wehrmacht der Feldverpflegungsoffizier.

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Combat ration – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Einmannpackung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise [Bearbeiten]