Einradhockey

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Spielszene beim Einradhockey, Deutsche Meisterschaft 2009

Einradhockey ist eine Ballsportart, die auf dem Einrad ausgeübt wird.

Regeln[Bearbeiten]

Zwei Mannschaften spielen gegeneinander, in jeder gibt es vier Feldspieler und einen Torwart, der jedoch keine besonderen Rechte hat. Er darf jederzeit gewechselt werden. In den Mannschaften dürfen Spieler und Spielerinnen jeden Geschlechts und Alters zusammen spielen.

Es wird mit Eishockeyschlägern und einem Tennisball oder Straßenhockeyball auf Eishockeytore gespielt. Das Spielfeld ist von einer Bande umgeben. Ein Spiel dauert zwischen 2×10 Minuten bis 2×20 Minuten. Auf Turnieren wird auch oft in der Vorrunde eine kürzere Spielzeit mit nur einer Halbzeit verwendet. Körperkontakt ist untersagt und deshalb ist keine besondere Schutzausrüstung nötig. Dennoch werden von einigen Spielern nach individuellen Vorlieben verschiedene Protektoren getragen, vor allem Schienbeinschoner, Knieschoner und Radhandschuhe.

Zugelassen sind Einräder mit Radgrößen bis 24 Zoll.

Einradhockey in Deutschland[Bearbeiten]

Silbermedaille mit Logo der Deutschen Einradhockeyliga

Die vermutlich älteste Dokumentation dieser Sportart in Deutschland ist eine kurze Szene in dem Film Varieté (1925), in der zwei Männer auf der Bühne Einradhockey vorführen. In den 1970er Jahren brachte der Japaner Takafumi Ogasawara den Einradhockeysport nach Deutschland. Seit 1995 gibt es eine Einradhockeyliga, die seit 1996 als Erste Deutsche Einradhockeyliga (EDEL) jährlich in einem Turniermodus den deutschen Einradhockeymeister ausspielt. Nur 13 Mannschaften gründeten diese. In der Saison 2005 waren dann schon 51 Mannschaften beteiligt, in der Saison 2009 sind es 49. Nach einem ursprünglichen Jeder-gegen-jeden Modus 1995 wird die Tabelle seit 1996 über Turniere gebildet, ähnlich der Weltrangliste beim Tennis. Am Ende der Saison wird in einem Abschlussturnier zwischen sechs Mannschaften die Meisterschaft ausgetragen. Startberechtigt für dieses Turnier sind die vier besten Mannschaften aus der Tabelle sowie die beiden besten Mannschaften aus einem Qualifikationsturnier – zu dem wiederum die Mannschaften mit Platz 5 bis 10 aus der Tabelle antreten dürfen.

Es gibt in Deutschland zwei Einradhockeyhochburgen: das Ruhrgebiet und die Gegend um Frankfurt am Main.

Einradhockey International[Bearbeiten]

Auch in der Schweiz gibt es einige gute Einradhockey-Mannschaften. Seit dem Jahr 2003 wird dort die jährliche Schweizermeisterschaft "Swiss Unicycle Hockey League" ausgetragen. 2003 konnte auch zum ersten Mal eine Schweizer Mannschaft Europameister werden. Vorher kamen alle Europameister immer aus Deutschland. Im Vereinigten Königreich (UK), Frankreich, Dänemark, der Volksrepublik China, Japan, Kanada, Australien, den USA und Schweden wird eher unregelmäßig gespielt. Im UK gibt es seit 2007 wieder eine Liga. In Asien finden seit 2004 regelmäßige Spiele zwischen Hongkong und Singapur statt. Seit 2007 spielt auch Korea auf dem internationalen Parkett mit.

Bis zum Sommer 2004 konnte stets ein Team aus Deutschland den Weltmeistertitel in der weltweit alle zwei Jahre stattfindenden Unicon (Weltmeisterschaft im Einradfahren) erlangen. Im Juli 2004 gelang mit dem Sieg der Schweiz der erste nicht-deutsche Titelgewinn. Im Juli 2006 gewann das Swiss Power Team den Weltmeistertitel auf der UNICON XIII. Bei der UNICON XIV im Jahr 2008 ging der Titel dann wieder nach Deutschland. Der EHC Bochum setzte sich in einem deutschen Finale gegen die Gallier vom SKV Mörfelden durch. Im Jahr 2010 bei der UNICON XV in Wellington (Neuseeland) ging der Weltmeistertitel wieder in die Schweiz, nachdem das Swiss Team die Deutsche Mannschaft Deserteure im Finale besiegte. Bei der UNICON XVI in Brixen (Italien) 2012 verteidigte das neuformierte Swiss Team den Weltmeistertitel erfolgreich gegen die deutsche Mannschaft Baukau Boogaloos.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Einradhockey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien