Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg

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Markierungsstempel des Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg

Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) war eine Rauborganisation der NSDAP für Kulturgüter aus den besetzten Ländern während des Zweiten Weltkrieges, die unter der Leitung des NS-Parteiideologen Alfred Rosenberg und dem von ihm geführten Außenpolitischen Amt der NSDAP (APA) stand.

Entstehung[Bearbeiten]

Geraubte Bücher in Riga November 1943

Offizielle Ausgangsbasis des ERR war das Projekt einer ‚Hohen Schule‘, die als „zentrale Stätte der nationalsozialistischen Forschung“ geplant war.[1] Rosenberg wollte sein Forschungsinstitut mit dem Material der Gegner der nationalsozialistischen Weltanschauung füllen, das er in den Bibliotheken und Archiven von jüdischen, freimaurerischen, kommunistischen und demokratischen Organisationen in den besetzten Ländern zu finden hoffte. Aus diesem Grund entstand im Juli 1940 in Paris der „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ mit der Gründung des Amtes Westen. Diese Organisation war nach Aufgabenbereichen in verschiedene Stäbe aufgeteilt. Erst danach entstand die Führungsorganisation in Berlin als Unterabteilung des Amtes III des APA.

Nach dem Frankreichfeldzug stießen die Mitarbeiter des ERR bei der Suche nach Büchern und Archivmaterial vor allem in Frankreich und in den Benelux-Ländern auf riesige Bestände von Kunstgegenständen, die sich im Besitz von wehrlosen Menschen jüdischer Abstammung befanden. Die deutsche Botschaft in Paris und SS-Einsatzkommandos in der Geheimen Feldpolizei begannen sofort nach der Besetzung, aus bekannten Sammlungen und Galerien die wertvollsten Bilder zu rauben. Rosenberg und seine Organisation wollten an diesen Raubzügen beteiligt werden. Rosenberg gelang es, von Hitler die Vollmacht zu erhalten, als einzige Kunstrauborganisation in den besetzten Ländern wirken zu können. Die Nationalsozialisten waren so darauf aus, sich wertvolle Kunstwerke anzueignen, dass der NS-Kunstraub das wichtigste Arbeitsfeld des ERR wurde. Daneben wurden viele Bibliotheken geraubt, die den genannten Studien dienen sollten, so für das einzurichtende Institut zur Erforschung der Judenfrage in Frankfurt am Main, vor allem aber für die Bibliothek der ‚Hohen Schule‘.

Zwischen 1940 und 1945 war der ERR erst in Frankreich, den Benelux-Ländern, dann in Polen und dem Baltikum, in Griechenland und Italien und auf dem Gebiet der Sowjetunion im Reichskommissariat Ostland sowie Reichskommissariat Ukraine tätig. Der Einsatzstab verfügte über acht regionale Haupteinsatzgruppen und zunächst fünf fachliche Sonderstäbe (Musik, Bildende Kunst, Vorgeschichte, Bibliotheken, Kirchen). Die Raubzüge des ERR waren verbunden mit der Deportation der ausgeraubten Menschen in Konzentrationslager, die sie zumeist in den Tod führte.

Der Auftritt Görings[Bearbeiten]

Der Ideologe Alfred Rosenberg war ein schlechter Manager, der über wenig Machtmittel verfügte. Als der ERR die ersten großen Sammlungen beschlagnahmt hatte und Rosenberg sie nach Deutschland transportieren lassen wollte, weigerte sich der Militärbefehlshaber in Paris, dies zuzulassen, und verbot Rosenberg kurzerhand den Abtransport der Bilder. Da sprang Hermann Göring als Helfer ein. Der zweitmächtigste Mann des Dritten Reiches verfügte über genügend Macht, um seine Ziele zu verfolgen, und war entschlossen, sich an der Beute in den besetzten Ländern zu beteiligen. Göring verfügte in Paris über das Luftwaffenkommando für Frankreich und England und damit über Soldaten, Eisenbahnen und Devisenschutzkommandos.So half er dem ERR beim Beutemachen und Abtransport, beanspruchte dafür aber die erste Auswahl der geraubten Bilder. Deshalb brachte er im Einsatzstab heimlich Personal auf seine Seite. Der Leiter des ERR in Frankreich und des Sonderstabes Bildende Kunst in Frankreich, Kurt von Behr, war immer bemüht, Göring jeden Wunsch zu erfüllen. Dafür unterstützte Göring ihn bei vielen Gelegenheiten gegen seinen Chef Rosenberg.

Auch der Berliner Leiter aller Sonderstäbe Gerhard Utikal war bemüht, Göring jeden Wunsch zu erfüllen, und agierte im Zweifel lieber gegen seinen eigenen Chef. Göring besorgte auch weiteres Personal wie Fotografen, Kunsthistoriker u.a. für den Einsatzstab, indem er Heeresgehörige in die Luftwaffe und anschließend nach Paris versetzte. So kamen der Kunsthistoriker Günther Schiedlausky und der Fotograf Karl Kress zum Einsatzstab in Paris anstatt zur Ostfront. Auch diese Personen waren Göring gegenüber loyal. Dessen größter Coup war die Installation des Kunsthistorikers Bruno Lohse in der Leitung des Sonderstabs Bildende Kunst in Paris. Lohse, ein junger Kunsthistoriker und Kunsthändler aus Berlin, war als Gefreiter bei den Panzerjägern in Ostpreußen, als er für einem Monat zu ERR nach Paris abgeordnet wurde. Am Ende der Zeit begegnete er bei einer Präsentation von geraubten Bildern Göring, der von den Fachkenntnissen Lohses zu niederländischen Malern des 17. Jahrhunderts beeindruckt war. Laut Lohses Darstellung machte ihm Göring am Tag danach das Angebot, dauerhaft als sein Vertrauter in den Einsatzstab abgeordnet zu werden. Dort sollte Lohse seine Interessen vertreten. Er wurde dann stellvertretender Leiter des Sonderstabes Bildende Kunst in Paris. Auch Lohse wechselte zur Luftwaffe mit dem Standort Paris. Er bereitete darauf regelmäßig Ausstellungen des Raubgutes für Göring, wenn dieser nach Paris kam. Göring reiste in den Jahren 1941 und 1942 circa 20 mal in seinem Sonderzug nach Paris und nahm die geraubte Ware in angehängten Waggons gleich mit. Lohse bekam zusätzlich den Auftrag, auf dem Kunstmarkt Bilder für Göring ausfindig zu machen. Lohse war voll mit den Arbeiten für Göring beschäftigt und nicht den Weisungen der ERR-Leitung verpflichtet, sondern nur Göring gegenüber. [2]

Chronik[Bearbeiten]

Mit Führerbefehl vom 5. Juli 1940 ermächtigte Adolf Hitler den ERR:

  • alle wertvoll erscheinenden Kulturgüter des so genannten „herrenlosen jüdischen Besitzes“ zu erfassen und zu beschlagnahmen,
  • die Staatsbibliotheken und Archive nach Schriften zu durchsuchen, die für das nationalsozialistische Deutschland wertvoll seien,
  • die Kanzleien der Kirchenbehörden und Logen nach gegen Deutschland gerichteten Vorgängen zu durchforschen und das Material sicherzustellen.

Am 17. September 1940 bevollmächtigte Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel im Auftrage Hitlers den ERR, „jeglichen herrenlosen Kulturbesitz sicherzustellen“.[3]

Im Juli 1940 wurde der ERR Frankreich, Dienststelle Westen unter Kurt von Behr in Paris eingerichtet. Das Zentralamt des ERR befand sich neben dem Amt Rosenberg und Außenpolitischen Amt der NSDAP in der Margaretenstraße 18 in Berlin.[4] Der ERR war keine staatliche Einrichtung, sondern eine Unterorganisation der NSDAP. Rosenberg hatte den Auftrag zur Gründung und Einrichtung der ‚Hohen Schule‘ der Partei. Sie sollte die zentrale Stätte der NS-Forschung, Lehre und Erziehung werden. Dazu gehörte die Einrichtung von Bibliotheken. Rosenberg ließ daher jüdische und freimaurerische Bibliotheken beschlagnahmen, um Kenntnisse über den Gegner zu gewinnen.[5] Als die Beschlagnahmekommandos in Frankreich unterwegs waren, entdeckten die Verantwortlichen, dass es sehr hohe Mengen von Kunstgut gab, deren man habhaft werden konnte. Daher wurde der Kompetenzbereich des Kommandos ERR auf die Beschlagnahme sämtlichen Kunst- und Kulturgutes erweitert.[6] Von April 1941 bis Juli 1944 brachten 29 Transporte beschlagnahmte Werke aus Paris nach Deutschland, wo der ERR im Schloss Neuschwanstein sein Hauptdepot unterhielt.

Der ERR in Frankreich (ab 1940)[Bearbeiten]

An über 50 verschiedenen Orten wurden Kunstgegenstände konfisziert und in sieben Ausstellungen im Museum Jeu de Paume gezeigt, vor allem um Rosenberg und Hermann Göring, mit dem der ERR in Paris eng zusammenarbeitete, einen Überblick über die wertvollsten Gegenstände zu verschaffen. Die beschlagnahmten Bibliotheken, darunter die „Polnische Bibliothek“, die „Turgenjew-Bibliothek“ und die Bibliotheken zahlreicher Pariser Logen, sollten der Zentralbibliothek der ‚Hohen Schule‘ zugutekommen. Laut Arbeitsbericht umfassen die Beschlagnahmungen 21.903 Objekte aus 203 Sammlungen.

Der ERR in Osteuropa (ab 1941)[Bearbeiten]

Kurz nach der Anreise aus Kiew: Mitarbeiter des ERR in den Straßen der ukrainischen Stadt Charkow, November 1942.

Der Kunstraub im Osten begann bald nach Kriegsbeginn 1939/40 in Polen in Verantwortung der SS Himmlers und im Generalgouvernement Polen unter dem Beauftragten Kajetan Mühlmann. Der ERR wurde in Osteuropa erst mit dem Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 tätig, als Rosenberg Reichsminister für die besetzten Ostgebiete wurde. Der ERR unterhielt bald zahlreiche Außenstellen, mit dem Angriff wurden drei Hauptarbeitsgruppen (HAG) gebildet: Ostland (Baltikum), Mitte (Weißrussland, westliches Russland), Ukraine. Der Einsatzstab ging in Konkurrenz zu anderen dort operierenden nationalsozialistischen Institutionen vor, insbesondere dem Sonderkommando Künsberg und der Forschungs- und Lehrgemeinschaft Ahnenerbe, die Heinrich Himmler unterstanden. Alle drei Organisationen waren in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht und der SS mit dem Aufspüren, Klassifizieren und dem Abtransport beziehungsweise der Zerstörung von Kunstwerken, Bibliotheken und Archiven beauftragt.

Struktur des ERR[Bearbeiten]

Zentralamt Berlin[Bearbeiten]

Das Zentralamt Berlin, eine Abteilung des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, unter der Leitung Georg Eberts (bis 1941), später von Gerhard Utikal, gliederte sich in drei Abteilungen:

  • Hauptabteilung III – Sonderaufgaben, Leiter: Herrmann von Ingram
  • Hauptabteilung IIIa – Organisation der Sicherstellung von jüdischem Besitz, Leiter: Herrmann von Ingram
  • Hauptabteilung IIIb – Geschäftsführung für den Sonderstab Bildende Kunst – Walter Rehbock
  • Chef der Sonderstäbe – Stabsführer Georg Ebert, dann Gerhard Utikal, Hilfestellung durch Gerhard Wunder, Karl Brethauer, stellvertretender Leiter Franz Seiboth und Inspekteur Hans Hagemeyer

Das Amt Westen des ERR mit Sitz in Paris, zuständig für Frankreich Belgien, Luxemburg und Niederlande, wurde im Juli 1940 gegründet. Chef war Georg Ebert, ab Herbst sein Stellvertreter DRK-Feldführer Kurt von Behr. Ebert war gleichzeitig Chef aller Sonderstäbe in diesen Ländern sowie Leiter des Sonderstabes Bildende Kunst. Anfang 1941 wurde Gerhard Utikal mit Sitz in Berlin Eberts Nachfolger, zuständig für Einsatzstäbe in allen Ländern. Daraufhin wurde von Behr, mittlerweile DRK-Oberfeldführer, Leiter des ERR Frankreich (Amt Westen, zuständig auch für die Benelux-Länder) und hatte damit die Aufsicht über alle Sonderstäbe. Behr war gleichzeitig Leiter des Sonderstabes Bildende Kunst. Ebert wurde der Botschaft als Vertreter Rosenbergs beigeordnet und blieb in Paris. Von Behr übernahm am 25. März 1942 auch die Koordination der "M-Aktion", die Beschlagnahme von Möbeln für deutsche Zwecke, die aus Wohnungen von Inhaftierten und Verschleppten genommen wurden.

Sieben Sonderstäbe koordinierten von Paris aus die Aktivitäten des Einsatzstabs in Westeuropa:[7]

Hinzu kamen der[9]

Im Januar 1943 hatte die Stabsführung des ERR 350 Mitarbeiter. Laut Utikal war der ERR eine Kriegseinrichtung des Reichsleiters Rosenberg. Die Tätigkeit wurde als kriegswichtig angesehen, was dadurch sichtbar sei, daß die Angehörigen zum Wehrmachtsgefolge rechnen.[10] Die Mitarbeiter trugen spezielle Uniformen.

Außenstellen und Depots[Bearbeiten]

Außenstellen - Im Frühjahr 1943 wurden die Berliner Zentrale des ERR von Bomben schwer getroffen. Eine Außenstelle als Buchleitstelle (Aufbau durch Herbert Lommatzsch; sp. Leiter: Dr. Ulrich Cruse) vor allem für die Bibliotheksbestände aus dem Osten wurde in Ratibor im September 1943 unter Gerd Wunder eingerichtet. Die Bücher lagerten u.a. im Schloss Pless. Von Ratibor wurden sie teilweise weiterverteilt. Auch der Sonderstab Wissenschaft residierte in Ratibor. Im Januar 1945 musste der Standort aufgegeben werden, wobei die Transportkapazitäten nicht ausreichten, um die Bestände mitzunehmen. [11]

Der Einsatzstab unterhielt weitere Außenstellen in Amsterdam, Brüssel, Belgrad, Riga, Reval, Wilna, Dorpat, Minsk, Gorki, Smolensk, Kiew, Charkow, Dnjepropetrowsk, Simferopol und Hohenschwangau.

Depots für das Raubgut:

Organisationen zur Aufklärung des Kunst- und Kulturraubs[Bearbeiten]

Bereits während des Krieges und kurze Zeit danach wurden im Machtbereich der Alliierten Organisationen zur Aufklärung des Kunst- und Kulturraubs des ERR und anderer nationalsozialistischer Organisationen gegründet:

  • Monuments, Fine Arts, and Archives Section (MFA&A) – Bereits 1942 wurde mit der MFA&A ein speziell auf den Kunstschutz spezialisierter Bereich der alliierten Streitkräfte geschaffen.
  • Central Art Collecting Point Munich (CCP) – Die Sammelstelle der US-amerikanischen Streitkräfte wurde am 17. Juni 1945 in München geschaffen. Hierher gelangten Kunstwerke aus über 600 deutschen und österreichischen Auslagerungsorten. Im September 1949 ging die Verwaltung der Kunstschätze an deutsche Behörden über. Zwischen 1945 und 1951 wurden etwa 700.000 Kulturgüter restituiert. 1962 entstand daraus die Treuhandverwaltung für Kulturgut (TVK)
  • Commission de Récupération Artistique (CRA) – Die französische Rückgabekommission für Kunstgüter wurde September 1944 gegründet.
  • Commission on European Jewish Cultural Reconstruction (CEJRC), sie wurde 1944 unter anderen von Salo Baron und Morris Cohen gegründet. Weitere Mitarbeiter waren Hannah Arendt, Aron Freimann und Max Weinreich. Die vorherrschende Meinung war, dass die meisten Bücher nach Israel zu schaffen seien, da man sich zu dieser Zeit ein neues jüdisch-kulturelles Leben in Europa kaum vorstellen konnte[12].
  • Jewish Cultural Reconstruction, Inc. (JCR), eigentlicher Name "American Jewish Joint Distribution Committee", oft abgekürzt "Joint". Die Unter-Organisation zum kulturellen Wiederaufbau jüdischen Lebens wurde 1947 geschaffen. Sie war ab 1949 Treuhandgesellschaft gegenüber US-amerikanischen Behörden.
  • Jewish Restitution Successor Organisation (JRSO) – Die Organisation zur Suche nach erbenlosen Kulturgütern und deren Weiterleitung an jüdische Einrichtungen wurde 1948 ins Leben gerufen.
  • Offenbach Archival Depot (OAD) - Das OAD war Hauptsammelstelle US-amerikanischer Behörden für wiedergefundene Bestände geraubter jüdischer Bibliotheken, Archive und Ritualgegenstände.[13]

In der neugegründeten Bundesrepublik wurde die Diskussion um die Rückgabe und Restitution hauptsächlich unter dem Schlagwort Wiedergutmachung geführt.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen / Dokumente

  • Günther Haase: Kunstraub und Kunstschutz. Eine Dokumentation. Hildesheim 1991, ISBN 3-487-09539-4. 2008 bei Books on Demand erschienen: Band I und Band II.
  • Günther Haase: Die Kunstsammlung des Reichsmarschalls Hermann Göring. Eine Dokumentation mit Faksimiles sowie einem Dokumentenanhang. Berlin 2000, ISBN 3-86124-520-5.
  • Günther Haase: Die Kunstsammlung Adolf Hitler. Eine Dokumentation mit Faksimiles sowie einem Dokumentenanhang. Berlin 2002, ISBN 3-86124-552-3.
  • "The Spoils of War – World War II and Its Aftermath: The Loss, Reappearance, and Recovery of Cultural Property", ed. Elizabeth Simpson. New York 1997
  • Nancy H. Yeide, Beyond the Dreams of Avarice: the Hermann Göring Collection. Dallas 2009, ISBN 978-0-9774349-1-6

Allgemeine Darstellungen

  • Jacob Kurz: Kunstraub in Europa 1938-1945. Hamburg, 1989, ISBN 3-926827-25-4.
  • Lynn H. Nicholas: Der Raub der Europa. Das Schicksal europäischer Kunstwerke im Dritten Reich. Aus dem Amerikan. München 1997, ISBN 3-426-77260-4.
  • Peter M. Manasse: Verschleppte Archive und Bibliotheken. Die Tätigkeit des Einsatzstabes Rosenberg während des Zweiten Weltkrieges. St. Ingbert 1997, ISBN 3-86110-131-9.
  • Melissa Müller, Monika Tatzkow: Verlorene Bilder, verlorene Leben – Jüdische Sammler und was aus ihren Kunstwerken wurde. Elisabeth-Sandmann-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-938045-30-5. (15 Fallbeispiele, z. B. Alfred Hess, Adele und Ferdinand Bloch-Bauer, Paul Westheim, Sophie Lissitzky-Küppers, Max Steinthal und Alma Mahler-Werfel.)
  • Hector Feliciano: Das verlorene Museum. Vom Kunstraub der Nazis. Aus dem Engl. von Chris Hirte. Berlin 1998, ISBN 3-351-02475-4.
  • Jonathan Petropoulos: Kunstraub und Sammelwahn. Kunst und Politik im Dritten Reich. Berlin 1999, ISBN 3-549-05594-3.
  • Jonathan Petropoulos: The Faustian Bargain. The Art World in Nazi Germany, London 2000, ISBN 0-7139-9438-X.
  • Wilhelm Treue: Der „Bargatzky Bericht“ (PDF-Datei; 5,99 MB) im Vierteljahrsheft für Zeitgeschichte, 1965, S. 285
  • Inka Bertz, Michael Dorrmann (Hrsg.): Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute. Hrsg. im Auftrag des Jüdischen Museums Berlin und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main. Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0361-4. (Gleichzeitig Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung 2008/2009.)

Frankreich, Belgien und Niederlande

  • Matila Simon: The Battle of the Louvre. The Struggle to Save French Art in World War 2. New York 1971
  • Willem de Vries: Kunstraub im Westen 1940–1945. Alfred Rosenberg und der Sonderstab Musik. Frankfurt 2000, ISBN 3-596-14768-9
  • Anja Heuss: Kunst- und Kulturgutraub. Studie zur Besatzungspolitik der Nationalsozialisten in Frankreich und der Sowjetunion. Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-0994-0
  • Frits J. Hoogewoud & Sabine Arndt: "Auf Transport!". Deutsche Stationen „sichergestellter“ jüdischer und freimaurerischer Bibliotheken aus Frankreich und den Niederlanden (1940 – 1949). Hg. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. CW Niemeyer, Hameln 2005, ISBN 3-8271-8818-0 ISSN 1610-4439 Ausstellungskatalog, ausführl. Literaturangaben

Ostland, Ukraine und Generalgouvernement

  • Anja Heuss: Kunst- und Kulturgutraub. Studie zur Besatzungspolitik der Nationalsozialisten in Frankreich und der Sowjetunion, Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-0994-0.
  • Stefan Lehr: Ein fast vergessener „Osteinsatz“. Deutsche Archivare im Generalgouvernement und im Reichskommissariat Ukraine. Düsseldorf 2007, ISBN 3-7700-1624-6.

Spezielle Forschungen

  • Esther Tisa Francini u.a.: Fluchtgut – Raubgut. Der Transfer von Kulturgütern in und über die Schweiz 1933–1945 und die Frage der Restitution. Zürich 2001, ISBN 3-0340-0601-2.
  • Rainer Strzolka: Vernichtung jüdischer Identität durch den nationalsozialistischen Raub von Wort und Schrift. In: AKMB news 9.3003.1, S. 3–7.
  • Rainer Strzolka: Jüdischer Buchbesitz als Beutegut. Zum Symposium im Niedersächsischen Landtag am 14. November 2002. In: AKMB news 9.2003.1, S. 7–13.
  • Rainer Strzolka: Die Ausstellung „Seligmanns Bücher”. In: AKMB news 9.2003.1, S. 14–15.
  • Rainer Strzolka: Beiträge zur Provenienzforschung. Wiener Symposium zu Raub und Restitution in Bibliotheken. In: Buch und Bibliothek 55.2003.10/11, S. 650–651.
  • Rainer Strzolka: Jüdischer Buchbesitz als Raubgut. Neue Forschungsbeiträge zur Restituierung jüdischer Bibliotheken. Ein Bericht zum 2. Hannoverschen Symposium. In: Buch und Bibliothek 57.2005.7/8, 530–532. – Nachdruck in: L.Aktiv. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek N.F. 4.2005.28, S. 2–4.
  • Michael J. Kurtz: America and the Return of Nazi Contraband. The Recovery of Europe´s Cultural Treasures, New York 2006.

Offenbach Archival Depot

  • Geschichtswerkstatt Offenbach: Fast vergessen. Das amerikanische Bücherdepot in Offenbach am Main von 1945 bis 1949. OE - Offenbacher Editionen, Offenbach am Main 2011, ISBN 978-3-939537-14-4.

Wirkungsgeschichte

Ausstellung[Bearbeiten]

  • 2012: Fast vergessen. Das amerikanische Bücherdepot in Offenbach am Main von 1945 bis 1949, Stadtbibliothek Offenbach am Main

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Piper: Alfred Rosenberg – der Prophet des Seelenkrieges. Der gläubige Nazi in der Führungselite des nationalsozialistischen Staates. In: Michael Ley / Julius H. Schoeps (Hrsg.): Der Nationalsozialismus als politische Religion. Bodenheim bei Mainz 1997, S. 122, ISBN 3-8257-0032-1.
  2. Ein Angehöriger der US-amerikanischen Art-Looting-Unit, die für den Nürnberger Prozess den Kunstraub aufklärte, beschrieb den Einsatzstab 1946 mit dem Satz A Goering Show under the Rosenberg Flag.Der Untersuchungsführer der amerikanischen Art Looting Unit -Kunstraubermittlung in Atlantic Monthly 1946 s. unter Weblinks James Plaut: Loot for the Master Race in Atlantic Monthly September 1946 Eingesehen 14. November 2009
  3. Jonathan Petropoulos: Kunstraub und Sammelwahn. Kunst und Politik im Dritten Reich. Berlin 1999, S. 168.
  4. Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe. München 2005, S. 489.
  5. Siehe hierzu Führerbefehl vom 5. Juli 1940.
  6. Siehe auch Keitelbefehl vom 17. September 1940
  7. Willem de Vries: Kunstraub im Westen 1940–1945. Alfred Rosenberg und der Sonderstab Musik. Frankfurt a.M. 2000, S. 35-39, ISBN 3-596-14768-9.
  8. s. James Plaut, Loot for the Masterrace, Atlantic Monthly Sept. 1946 einsehbar unter den Weblinks, sowie auch dort der Consolidated Interrogation Report 1 , ERR in France. Es gibt auch viele neuere Hinweise, die das stützen. Einer stammt von Anne Rotfeld, die als Dissertation eine Untersuchung über die administrative Geschichte des Kunstraubes geschrieben hat, in ihrem Vortrag auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Historikervereinigung mit dem Titel Building Hermann Göring’s Art Collection in der Reihe “Recovering Hidden Primary Resources: Harnessing the power of new technologies for a new generation of History scholarship,” American Historical Association 2002 Meeting, San Francisco, January 3-6, 2002
  9. Vgl. Weblinks Bundesarchiv, Einleitung
  10. Willem de Vries: Kunstraub im Westen 1940–1945. Alfred Rosenberg und der Sonderstab Musik. Frankfurt a.M. 2000, S. 38 f.
  11. Vgl. Patricia Kennedy Grimsted: Roads to Ratibor. Library an Archival Plunder by the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg, in: Holocaust and Genocide Studies 19/3 (2005), S. 390-458 online pdf-Fassung
  12. Regine Dehnel: Jüdischer Buchbesitz als Raubgut. 2. Hannoversches Symposium. Klostermann, Frankfurt 2006, S. 82. Online lesbar;- Arendt in ihrem Bericht aus Deutschland., verlegt als Besuch in D. Rotbuch, Berlin 1992. ISBN 3880227977 (94 S., auch in mehreren Sammelwerken)
  13. Wo liegt jetzt ihre Asche? in: FAZ vom 2. April 2012, Seite 36