Einstellung (Film)

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Einstellung (engl. Shot) bezeichnet eine Folge von Einzelbildern, die ohne Unterbrechung mit einer Filmkamera aufgenommen wurden. Sie ist die kleinste Einheit des Films.[1] Aus den verschiedenen Einstellungen wird später der gesamte Film geschnitten. Dabei können Einstellungen auch geteilt werden, um z. B. ein Gespräch abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven darzustellen. Der Name Einstellung stammt aus der Stummfilmzeit, als die Kameraeinstellung während einer Szene nicht verändert wurde. Heute ist die Kamerabewegung auch in einem ununterbrochenen gefilmten Vorgang üblich. Die Einstellungen wechseln in einer Szene.[1]

Einstellungslänge[Bearbeiten]

Die Dauer ist von den Intentionen abhängig. Sollen alle Details einer Einstellung wahrgenommen werden, so muss die Einstellung etwa so lange stehen, wie ihre verbale Beschreibung dauert.[1] Eine Faustregel aus dem klassischen Filmschnitt besagt, dass eine Einstellung mindestens drei Sekunden dauern soll, um dem Zuschauer genügend Zeit zu geben, Bildkomposition und -inhalt zu „lesen“. Unter dem Einfluss von Musikvideos ist diese Regel allerdings zunehmend in den Hintergrund getreten. Es gibt aber auch frühere Beispiele für eine bewusste Missachtung dieses Richtwertes, meist um gezielt ein Gefühl der Unruhe zu erzeugen. Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang die „Duschszene“ in Alfred Hitchcocks Thriller Psycho: In einer Zeitspanne von 45 Sekunden wird das Publikum mit insgesamt 70 Schnitten bombardiert, wodurch die verstörende Wirkung des zentralen Mordes massiv verstärkt wird. Der Effekt wird zusätzlich gestützt durch eine anschließende Plansequenz, die in einer betont langsamen Kamerafahrt die nachfolgende Minute bis an die Grenzen des Erträglichen in die Länge zieht. Tempo und Rhythmus eines Films werden nicht nur in diesem Extrembeispiel durch die Länge der Einstellungen mitbestimmt.

Der Regisseur kann von einer Einstellung mehrere so genannte Takes drehen lassen, entweder um offensichtliche Patzer zu korrigieren (Versprecher, Lachkrampf, sichtbare Tonangel, etc.) oder um später beim Schnitt einen größeren Entscheidungsspielraum zu gewährleisten. Durch eine Zerteilung in Schnitt und Gegenschnitt können auch unterschiedliche Takes der gleichen Einstellung unauffällig miteinander kombiniert werden, da der Schnitt zwischen den Takes durch einen eingefügten Gegenschnitt verschleiert wird (siehe auch Buffer Shot).

Auch im Bereich der Filmsynchronisation wird der Begriff „Take“ benutzt, um einzelne Abschnitte eines Filmes, die vertont werden sollen, voneinander zu trennen. In diesem Zusammenhang sind die Begriffe „Einstellung“ und „Take“ synonym, da bei der Synchronisation im Regelfall an der Filmmontage keine Änderungen mehr vorgenommen werden. Also existiert hier von jeder Einstellung genau ein Take.

Der Begriff kommt wahrscheinlich aus der Fotografie, wo man den größten Teil der Zeit mit verschiedenen Einstellungen, z. B. Licht, für eine Aufnahme zu tun hat.

Gestaltungsmittel während einer Einstellung[Bearbeiten]

Nach der Aufnahme erfolgt die Gestaltung der Montage. Wahlloses Bildersammeln und anschließendes Basteln am Schneidesystem führt allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis. Die Intention der Montage muss deshalb bei der Aufnahme berücksichtigt werden.[1]

Beim Film werden einige Einstellungen, z. B. Schärfe oft auch innerhalb einer „Einstellung“ vorgenommen. Das Set Dressing (Arrangement von Kulissen und Requisiten, Ausleuchtung, etc.) wird hingegen auch bei Filmaufnahmen meist einmalig „eingestellt“ und höchstens zwischen zwei Takes verändert. Derartige Änderungen können zu Anschlussfehlern führen, wenn sie nicht auch für die zugehörigen Gegenschnitte nachvollzogen werden.

In der Filmkunst wird die Darstellung eines gefilmten Schauspielers oder Objekts einer Einstellung in Einstellungsgrößen angegeben.

Einstellungsgrößen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Einstellungsgröße

Kurzer Überblick der Einstellungsgrößen:

  • Totale (long shot), Überblick, Orientierung
  • Halbtotale (medium long shot), Szenerie, eingeschränktes Blickfeld
  • Amerikanische Einstellung (medium shot), z. B. vom Knie aufwärts
  • Halbnahaufnahme (medium close-up), z. B. obere Körperhälfte
  • Nahaufnahme (close-up), z. B. Drittel der Körpergröße
  • Großaufnahme (very close-up), z. B. Kopf bildfüllend
  • Detailaufnahme (extreme close-up), z. B. Teile des Gesichts[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Joachim Böhringer, Peter Bühler, Patrick Schaich: Kompendium der Mediengestaltung für Digital-und Printmedien. Dritte, vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Heidelberg 2006, S. 185