Einweggeschirr

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Als Einweggeschirr werden Teller, Becher und Essbesteck bezeichnet, die nach ihrer Benutzung als Abfall entsorgt werden. Verbreitet ist die Verwendung in der Gastronomie und im Freizeitbereich.

Einwegbecherspender

Einweggeschirr ist in der Regel aus Pappe (Pappteller und -becher), Kunststoff (Plastikbecher, -tassen, -besteck) oder Aluminium (Assiette), selten auch aus Holz (Pommesgabel) gefertigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Waffel auf Pappteller mit Einwegbesteck

Der Pappteller wurde von Hermann Henschel in Luckenwalde erfunden, der ihn 1867 patentieren ließ.[1]

Ab 1908 warb der US-Amerikaner Samuel J. Crumbine, ein Gesundheitsbeamter aus Kansas, dafür, gemeinschaftlich zu benutzende Ess- und Trinkgefäße als potentielle Übertragungswege von Krankheiten aus dem öffentlichen Gebrauch zu nehmen.[2] Dies nahmen die US-Amerikaner Lawrence Luellen und Hugh Moore zum Anlass, einen wegwerfbaren Pappbecher als einmalig zu benutzendes Trinkgefäß zu erfinden.[3]

In den 1930er und -40er Jahren setzte sich in Nordamerika das Einweggeschirr zur Versorgung von Arbeitern durch.[4]

1948 führte die Restaurantkette McDonald's Einwegverpackungen und -geschirr ein, um den hohen Aufwand mit herkömmlichen Mehrweggeschirr (Reinigung, Verluste durch Diebstahl und Bruch) zu unterbinden. Der Verzicht auf Glas und Porzellan ermöglichte es dem Kunden erstmals auch, Restaurantprodukte zu kaufen und mitzunehmen.[4]

Mit steigendem Umweltbewusstsein seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist Einweggeschirr aus kompostierbaren und/oder aus recycelten Materialien auf dem Markt vertreten.

Vorteile[Bearbeiten]

Als ursprünglicher Vorteil von Einweggeschirr galten hygienische Aspekte. Verunreinigungen von Lebensmitteln durch unzureichend gereinigtes Geschirr oder die Notwendigkeit der Benutzung von Geschirr durch mehrere Personen, einst wesentliche Aspekte für die Entwicklung des Einweggeschirrs, werden unterbunden.[2]

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass das preiswert und mit geringem Aufwand herstellbare Einweggeschirr nach der Benutzung nicht gereinigt und aufbewahrt werden muss; der Aufwand an Energie, Wasser und Arbeitskraft für die Reinigung von Mehrweggeschirr entfällt,[4] das auf dem Einweggeschirr servierte Produkt ist von einer Rückgabe des Geschirrs unabhängig und kann dementsprechend vom Verkaufsort mitgenommen werden.

Kritik[Bearbeiten]

Unter dem Gesichtspunkt der Abfallvermeidung steht Einweggeschirr wie auch andere Einwegverpackungen und -produkte in der Kritik.[5] Der Anfall großer Mengen an Plastikmüll bedeutet ein generelles Entsorgungsproblem,[6] ebenso die unsachgemäße und rechtswidrige Entsorgung von Einweggeschirr und -verpackungen in Natur und Landschaft.[7]

Die Stadt Kassel scheiterte 1998 mit der Einführung einer Abfallabgabe auf Einweggeschirr, ebenso ein Vorstoß mehrerer Bundesländer zur Einführung einer entsprechenden Verpackungssteuer. Zuletzt wurde eine solche Abgabe 2012 in Berlin diskutiert, um der Verwahrlosung und Vermüllung des öffentlichen Raumes mit Einweggeschirr und -verpackungen entgegenzugetreten.[7]

Weitere Formen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Katrin Bischoff: Vor 140 Jahren erfand Hermann Henschel in Brandenburg den Pappteller. Abgerufen am 19. März 2013.
  2. a b Samuel Crumbine auf www.kshs.org, aufgerufen am 21. März 2013.
  3. Dixie Cup Company History. Abgerufen am 21. März 2013.
  4. a b c Foodservice Packaging Institute, "A Brief History of Foodservice Packaging", 2006 (englisch)
  5. Abfallvermeidung beginnt beim Einkauf. Abgerufen am 24. März 2013.
  6. Sind Sie sich der Gefahren von Plastik bewusst? Abgerufen am 24. März 2013.
  7. a b SPD prüft Abgabe auf Papp- und Einweggeschirr. Die Welt online, 31. Oktober 2012, abgerufen am 27. März 2013.