Einwohnerzahl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Geographische Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Die Anzahl der Einwohner eines Landes, Gebietes, Region, Stadt, Dorf, Gemeinde oder Ähnliches wird über eine Volkszählung erhoben. Nach heutigen statistischen und technisierten, modernen Maßstäben kann eine Volkszählung nach einmaliger Erhebung für Jahrzehnte weitergeschrieben werden. Die Ergebnisse der Zählungen 1981 in der DDR und 1987 in der BRD wurden z. B. bis 2013 genutzt.

In Indien fand 2012 das Programm Aadhaar, eine umfassende Zählung der 1,2 Milliarden Einwohner mithilfe von biometrischen Daten, statt.

Die Bevölkerungsdichte (Einwohnerzahl pro km²) ergibt sich aus der Bevölkerungsmenge und der Gesamtfläche des betrachteten Gebiets.

Als Standortfaktoren im Bereich Bevölkerungsdichte kann man die vier folgenden Bedingungen bezeichnen:

  • Arbeitsplätze
  • Finanz-Ertrag
  • Arealitätsziffer
  • Landwirtschaft

Aus diesen Faktoren kann man auf die Struktur der Gesellschaft schließen. Ein weiterer Index für die Erfassung von Bevölkerungs-Statistiken ist die Bevölkerungspyramide, welche ein je nach Land unterschiedlich ausfallendes Gefüge des Alters darstellt.

Amtliche Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Die „Amtlichen Einwohnerzahlen“ der Länder, Landkreise und Gemeinden werden in Deutschland von den Statistischen Landesämtern festgestellt und veröffentlicht. Bis 2013 wurden die Bevölkerungszahlen auf Basis der Volkszählungen von 1981 in Ost- und 1987 in Westdeutschland fortgeschrieben. Am 31. Mai 2013 wurde das Ergebnis des Zensus vom 9. Mai 2011 veröffentlicht, auf dessen Basis seitdem die amtlichen Einwohnerzahlen unter Berücksichtigung der Änderungsmeldungen der Einwohnermeldeämter und der Standesämter fortgeschrieben werden.[1] Zu den Einwohnern zählen alle Bürger, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit oder Nationalität, sofern sie in der Gemeinde wohnsitzberechtigt sind. Dabei werden nur die Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde erfasst.

Die amtlichen Einwohnerzahlen bilden die Grundlage für die Anwendung zahlreicher Gesetze (beispielsweise Finanzzuweisungen, Einteilung der Wahlkreise, Anzahl der Ratsmandate und Parlamentssitze). Die von den Statistischen Landesämtern veröffentlichten Daten haben als unterste Bezugsebene die Gemeinde sowie in Berlin und Hamburg die dortigen Stadtbezirke. Als bundesweite Rechtsgrundlage dient das „Gesetz über die Statistik der Bevölkerungsbewegungen und die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes“ (BevStatG), in Verbindung mit dem „Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke“ (Bundesstatistikgesetz – BStatG).[2][3]

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz wird diese Zahl auch zivilrechtliche Einwohnerzahl genannt.

Melderegisterbasierte Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Melderegisterbasierte Einwohnerzahlen werden nur für gemeindeinterne Zwecke (beispielsweise Infrastrukturplanung) verwendet und von Stadt- oder Gemeindeverwaltungen aus dem kommunalen Einwohnermelderegister gewonnen. Dort sind alle in der Gemeinde gemeldeten Personen – unabhängig vom melderechtlichen Wohnungsstatus – registriert. Zur Einwohnerzahl auf Basis des Melderegisters gehören alle mit Haupt- oder Zweitwohnsitz in der Gemeinde gemeldeten Personen. Sie besitzt keinen rechtlich-verbindlichen Charakter und wird nicht durchgehend für alle deutschen Gemeinden veröffentlicht.

Wegen unterschiedlicher Definitionen des Begriffes „Einwohner“ sind die Angaben der Stadt- oder Gemeindeverwaltung nicht mit denen der Statistischen Landesämter vergleichbar und für interkommunale Vergleiche ungeeignet. Dafür wird ausschließlich die Amtliche Einwohnerzahl herangezogen, da sie für alle Gemeinden nach den gleichen Kriterien ermittelt wird. Die melderegisterbasierten Einwohnerzahlen weichen aus methodischen Gründen von den fortgeschriebenen amtlichen Bevölkerungszahlen der Statistischen Landesämter ab; häufig, jedoch nicht immer, nach oben. Die folgende Tabelle beschreibt einige Beispiele aus dem Jahr 2013:

Stadt Amtliche
Einwohnerzahl
31. Dezember 2013
Auszählung
Melderegister
31. Dezember 2013
Abweichung
Berlin 3.421.829 3.517.424[4] +2,8 %
Hamburg 1.746.342 1.788.994[5] +2,4 %
München 1.407.836 1.464.962[6] +4,1 %
Düsseldorf 598.686 597.102[7] -0,3 %

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz wird die wirtschaftliche Bevölkerungszahl ebenfalls von der Gemeinde ermittelt und wird in etwa gleich wie in Deutschland verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung vom 31. Mai 2013. Abgerufen am 31. Mai 2013.
  2. Dieses Gesetz stammt vom 4. Juli 1957 (BGBl. I S. 694) und ist heute in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. März 1980 gültig (BGBl. I S. 308), zuletzt geändert durch Art. 2 Abs. 8 G vom 19. Februar 2007 I 122. nachzulesen auf: Bundesministerium der Justiz: Gesetz über die Statistik der Bevölkerungsbewegung und die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes
  3. vom 22. Januar 1987 (BGBl. I S. 462, 565), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 9. Juni 2005 (BGBl. I S. 1534), nachzulesen auf Bundesministerium der Justiz: Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke
  4. Einwohnerregisterstatistik von Berlin
  5. Hamburg, Auszählung aus dem Melderegister
  6. Einwohnermelderegister München
  7. Einwohnermelderegister Düsseldorf

Weblinks[Bearbeiten]