Eisenärzt

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47.79744712.639934644Koordinaten: 47° 47′ 51″ N, 12° 38′ 24″ O

Eisenärzt
Gemeinde Siegsdorf
Wappen von Eisenärzt
Höhe: 644 m
Einwohner: 1122
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 83313
Vorwahl: 08662

Eisenärzt ist ein Luftkurort und ein Ortsteil der Gemeinde Siegsdorf im Landkreis Traunstein in Bayern. Der Ort liegt im Chiemgau an der Staatsstraße 2098, die Siegsdorf mit Ruhpolding verbindet. Sein Name leitet sich aus dem Eisenerz-Bergbau in der Region ab. Er liegt am Verlauf der ehemaligen Soleleitung Reichenhall – Traunstein – Rosenheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Eisenärzt wird schon 1524 als fürstliche Hofmark mit niederer Gerichtsbarkeit erwähnt; 1808 wurde dieser Status aufgehoben. 1818 wurde durch das Gemeindeedikt in Bayern die politische Gemeinde Eisenärzt gegründet. Sie hatte im Jahr 1933 617 Einwohner.

Laut schriftlichen Aufzeichnungen bildete von 1341 bis 1878 die Eisenverarbeitung den wirtschaftlichen Schwerpunkt der kleinen Hofmark. Es wurde Roheisen und Alteisen in drei Hüttenwerken verarbeitet, die von 18 Gewerkern betrieben wurden. Die Produkte wurden u.a. an die Salinen in Reichenhall und in Au bei Traunstein geliefert. Von 1808 bis 1855 arbeiteten die Gewerker in einer Privatgesellschaft. 1855 erwarb der bayerische Staat die Hüttenwerke, die er 1878 stilllegte. 1882 wurde das Areal der ehemaligen Eisenhütten versteigert. In Eisenärzt wurden 1878 viele Hüttenarbeiter arbeitslos.

1965 wurde der Bayernpark Feriendorf Eisenärzt eröffnet, bestehend aus 108 Ferienhäusern. Bis Ende 1971 war Eisenärzt eine eigenständige kleine Gemeinde mit circa 1.000 Einwohnern. Sie bestand aus dem Hauptdorf Eisenärzt und den drei kleinen Häuseransammlungen Hörgering, Höpfling und Scharam. Am 1. Januar 1972 wurde Eisenärzt in die Gemeinde Siegsdorf eingegliedert.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Eisenärzt (im Dialekt: „Eisnarzt“ bzw. nur "Arzt") gehört zur politischen Gemeinde Siegsdorf und ebenso zur römisch-katholischen Pfarrei Siegsdorf. Nächste größere Stadt ist Traunstein, ca. 10 km nördlich entfernt.

Durch Eisenärzt fließt die Weiße Traun, die sich in Siegsdorf mit der Roten Traun zur Traun vereinigt, die weiter über Traunstein und Altenmarkt fließt und in die Alz mündet.

Wappen[Bearbeiten]

Der Gemeindename von Eisenärzt geht zurück auf den seit alter Zeit betriebenen Eisenerzbergbau; der gewonnene Eisenstein wurde an Ort und Stelle ausgeschmolzen und das Roheisen in Hammerwerken weiterverarbeitet. Das Gemeindewappen dokumentiert durch die schwarzen Schmiedehämmer diese wirtschaftliche Entwicklung. Das silberne Edelweiß im unteren grünen Feld weist auf die Lage der Gemeinde in den bayerischen Alpen und ihre Bedeutung für den Fremdenverkehr hin.

Vereine[Bearbeiten]

Im Ort ansässige Vereine sind u. a. der Skiclub Eisenärzt, bei dem der Biathlon-Weltcupsieger und Olympiateilnehmer Ernst Reiter aktiv war, der GTEV „D'Arztberger“ Eisenärzt, sowie das Bauerntheater Eisenärzt, die Freiwillige Feuerwehr Eisenärzt, der Schützenverein Eisenärzt, der Club der Alten, der Fremdenverkehrsverein Eisenärzt, der Heimatverein Eisenärzt, D'Arzter Goaslschnoizer (Peitschenknaller) und schließlich die Krieger- und Soldatenkameradschaft Eisenärzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenärzt verfügt über einen Haltepunkt der Bahnstrecke Traunstein–Ruhpolding. Bis zum 31. Dezember 1931 verlief diese noch weiter als Waldbahn nach Reit im Winkl.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Im Winter Langlaufloipen am Sportplatz mit Flutlicht mit Verbindung nach Spatzreit bei Siegsdorf
  • Sporthalle im Mehrzweckhaus
  • Rodelbahn vom Zinnkopf (Alte Skiabfahrt vom Zinnkopf Richtung Hörgering)
  • Mountainbike-Rennstrecke zum Zinnkopf
  • Fußballplatz

Kureinrichtungen[Bearbeiten]

  • Kneippanlage bei Höpfling
  • Bayernpark
  • Schwestern und Marienheim Eisenärzt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die mit Eisenärzt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Hauptmann Franz Xaver Holzhey (1885–1945), Hauptmann des Heeres mit Auszeichnung „Tapferkeitsoffizier“ aus dem Ersten Weltkrieg
  • Walter Flemmer, (* 26. März 1936) ist ein deutscher Autor und Regisseur und war langjähriger stellvertretender Fernsehdirektor und Kulturchef des Bayerischen Rundfunks.
  • Armin Wirth (*1971), Musikproduzent und Labelmanager

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 581.