Eisen(II)-bromid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Eisen(II)-bromid
__ Fe2+     __ Br
Allgemeines
Name Eisen(II)-bromid
Andere Namen
  • Eisendibromid
  • Eisenbromid (mehrdeutig)
  • Ferrum bromatum (mehrdeutig)
Verhältnisformel FeBr2
CAS-Nummer 7789-46-0
PubChem 82240
Kurzbeschreibung

gelb bis brauner kristalliner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 215,65 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,64 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

688 °C (beginnende Zersetzung)[2]

Siedepunkt

971 °C[2]

Löslichkeit

löslich in Wasser[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​332​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][4]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 20​‐​36/37/38
S: 26​‐​36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Eisen(II)-bromid ist eine chemische Verbindung des Eisens und zählt zu den Bromiden.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Eisen(II)-bromid kann durch Zersetzung von Eisen(III)-bromid bei Temperaturen > 200 °C gewonnen werden (es tritt daher auch bei der Synthese von FeBr3 aus den Elementen als Zwischen- und Nebenprodukt auf).

\mathrm{2 \ FeBr_3 \longrightarrow  2 \ FeBr_2 + Br_2}

Weiterhin kann Eisen(II)-bromid aus Eisen und Ammoniumbromid dargestellt werden (Löwig 1829).

\mathrm{2 \ NH_4Br + Fe \longrightarrow FeBr_2 + NH_3  + H_2}

Auch die Darstellung durch Umsetzung von Eisen mit Bromwasserstoff ist möglich. Bei Verwendung von Bromwasserstoffsäure entsteht bei Trocknung der entstandenen Lösung im Vakuum unter 49 °C das Hexahydrat. Oberhalb dieser Temperatur entsteht das Tetra-, ab 83 °C das Dihydrat.[6]

\mathrm{Fe + 2 \ HBr \longrightarrow FeBr_2 + H_2}
\mathrm{Fe + 2 \ HBr + 6 \ H_2O \longrightarrow FeBr_2 \cdot 6 H_2O + H_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Eisen(II)-bromid ist ein lichtgelber bis dunkelbrauner kristaller hygroskopischer Feststoff.[6] Er besitzt ein Cadmiumiodid-Typ-Kristallsystem mit der Raumgruppe P3m1 mit den Gitterkonstanten a = 377,6 pm und c = 622,7 pm.[7] Das Hexahydrat liegt in Form von blassgrünen, rhombischen, nicht zerfließlichen Tafeln vor.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eisendibromide bei WebElements.
  2. a b M. Armbruster, Th. Ludwig, H. W. Rotter, G. Thiele, H. Oppermann: Über Eisentribromid: Untersuchungen von Gleichgewichten mit FeBr3, Kristallstruktur und Charakterisierung. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, Volume 626, Issue 1, pages 187–195, January, 2000 doi:10.1002/(SICI)1521-3749(200001)626:1<187::AID-ZAAC187>3.0.CO;2-X.
  3. Datenblatt bei Americanelements.
  4. a b c Datenblatt Iron(II) bromide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. März 2011 (PDF).
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. a b c  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1634.
  7. Einkristall-Strukturbestimmung von Eisen(II)-bromid, in: Jörg Haberecht: Untersuchung der topotaktischen Reaktion von Calciumdisilicid mit Ammoniumbromid., Dissertation, Universität Dresden 2001, S. 165 f. urn:nbn:de:swb:14-1010568445843-90223