Eisen(III)-sulfat

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Strukturformel
\mathrm{ \ \Biggl[}Eisenion\mathrm{ \ \!\ \Biggr]_2}\mathrm{ \ \Biggl[}Sulfation\mathrm{ \ \!\ \Biggr]_3}
Allgemeines
Name Eisen(III)-sulfat
Summenformel Fe2(SO4)3
CAS-Nummer
  • 10028-22-5
  • 15244-10-7 (Hydrat)
PubChem 24826
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloses, hygroskopisches, feuchtigkeits- und lichtempfindliches Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 399,88 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
Schmelzpunkt

480 °C (Zersetzung zu Schwefel- und Eisenoxiden)
Abspaltung des Kristallwassers des Nonahydrates bei 175 °C[1]

Löslichkeit

sehr gut in Wasser (4.400 g·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1](für das Hydrat)
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22​‐​36/37
S: 26
Toxikologische Daten

500 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Eisen(III)-sulfat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfate.

Vorkommen[Bearbeiten]

Eisen(III)-sulfat kommt als Abfallprodukt der chemischen Industrie vor. Weiterhin kommt es als Coquimbit (Nonahydrat) bzw. Quenstedtit (Dekahydrat) als sekundäres Mineral vor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Eisen(II)-sulfat-Monohydrat FeSO4·H2O zerfällt beim starkem Erhitzen ab etwa 400 °C zu basischem Eisen(III)-sulfat und Schwefeldioxid. Es entsteht auch bei der Zersetzung von Eisen(II)-sulfat-Heptahydrat FeSO4·7 H2O an Luft, welche sehr schnell und unter Wasserabgabe und Oxidation erfolgt.[6] Großtechnisch wird Eisen(III)-sulfat durch Zugabe von Schwefelsäure und einem Oxidationsmittel (z.B. Salpetersäure oder Wasserstoffperoxid) zu einer heißen Eisen(II)-Sulfatlösung gewonnen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Eisen(III)-sulfat bildet mit Alkali- oder Ammoniumsulfat Eisenalaune, wie zum Beispiel Eisen(III)-ammoniumalaun (NH4)Fe(SO4)2·12 H2O, welcher in der Argentometrie als Indikator verwendet wird.

Verwendung[Bearbeiten]

Eisen(III)-sulfat wird zur Ausfällung von Phosphat in Großkläranlagen und als Beizmittel (z. B. für Aluminium und Stahl) eingesetzt. In der Medizin ist eine blutstillende und adstringierende Wirkung bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag zu CAS-Nr. 10028-22-5 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 11. Juli 2008 (JavaScript erforderlich).
  2. a b David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-69.
  3. a b Datenblatt Iron(III) sulfate hydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. März 2011 (PDF).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. MSDS von MartinBaker.
  6. Eisen(II)-sulfat Heptahydrat bei Seilnacht.

Weblinks[Bearbeiten]