Eisenbahngesellschaft der Islamischen Republik Iran

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Das iranische Eisenbahnnetz (2014)

Die Eisenbahngesellschaft der Islamischen Republik Iran (persisch: شركت راه آهن جمهوری اسلامی ایران sherikat-e rah ahan jomhuri-ye eslami-ye iran) ist eine staatliche Gesellschaft, die das Eisenbahnnetz in Iran besitzt und betreibt.

Organisation[Bearbeiten]

Der Verkehrsbetrieb wird durch zwei getrennte Tochterfirmen durchgeführt:

  • Raja Gesellschaft für Passagierzüge
  • Bahntransportgesellschaft für Güterverkehr.

Die Gesellschaft untersteht der Aufsicht des Transportministeriums.

Transportvolumen und Pläne[Bearbeiten]

Die iranische Eisenbahn befördert jährlich 29 Millionen Passagiere und 33 Millionen Tonnen an Gütern. Das entspricht einem Anteil von 11 % bzw. 9 % des Gesamtverkehrsaufkommens im Land. Die Regierung verfolgt Ausbaupläne, wonach zwischen 2010 und 2015 das Netz um 5.000 km erweitert werden soll. Unter anderem wird durch grenzüberschreitende Strecken nach Pakistan und Turkmenistan der Anschluss an die Bahnnetze des indischen Subkontinents sowie Zentralasiens hergestellt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Pläne zum Bahnbau gab es in Iran seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die Ausführung scheiterte an wechselseitiger Blockade der Großmächte Großbritannien und Russland, die damals in Iran regional kolonialmachtartige Positionen einnahmen. Sie sahen jeweils die Planungen der anderen Seite als Bedrohung ihrer eigenen Stellung an. So kam es bis zum Ersten Weltkrieg lediglich zur Errichtung von Kurzstrecken, wie der Teheran-Abd-al-Azim Eisenbahn nach Ray, oder dem Anschluss iranischer Grenzstädte an benachbarte Bahnnetze (Täbris an das russische Netz im Kaukasus, Zahedan an das angloindische Netz).

Das erste große iranische Bahnprojekt war die transiranische Eisenbahn, die seit Ende der 1920er Jahre unter Reza Schah als Nord-Süd-Strecke zwischen persischem Golf und Kaspischem Meer errichtet und 1938 in Betrieb genommen wurde. Während des Zweiten Weltkrieges führte die Existenz dieser Strecke zur Besetzung des Iran im Rahmen der Anglo-sowjetischen Invasion Irans. Der Bahnbetrieb wurde dann von US-amerikanischen und sowjetischen Truppen übernommen und als Nachschubroute für amerikanische Güter für die Sowjetunion betrieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unter Mohammad Reza Schah das Netz weiter ausgebaut, was sich nach 1979 zunächst aufgrund von Revolution und Krieg gegen Irak verlangsamte. Seit Beginn der 90er Jahre wird der Ausbau des Netzes wieder verstärkt vorangetrieben.

Ausbau des Streckennetzes:[2]

Strecke Länge [km] Baudatum
TäbrisDscholfa 148 1912–1916
ZahedanMirjaveh 94 1920–1921
TeharanBandar Torkaman 461 1928–1938
Teheran–Bandar-e Imam Chomeini 928 1928–1939
AhwasChorramschahr 121 1942–1943
Sar BandarMeschhed 12 1950–1951
Garmsar–Meschhed 812 1938–1958
Teheran–Täbris 736 1939–1959
Gorgan–Bandar Torkaman 35 1960–1961
Täbris–Bazargan 192 1912–1971
QomZerend 847 1939–1971
IsfahanZarrin Schahr 111 1969–1972
Zerend–Kerman 80 1975–1979
BafqBandar Abbas 626 1982–1995
Meschhed–Sarachs 165 1993–1997
Aprin[3]Maleki (Iran) 24 1993–1997
BadMeybod 254 1996–1998
Aprin–Mohammediya-2 122 1994–1999
ChadormaluMeybod 219 1992–1999
Mohammediya-2Mohammediya-1 6 1994–1999
BafqKaschmar 800 1992–2001
Isfahan–Schiras 506 2009
Kerman–Zahedan 546 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.tehrantimes.com/economy-and-business/94182-iran-to-extend-rail-network-to-15000-kilometers-by-2015.
  2. Железнодорожное строительство в Иране (Bahnbau in Iran)
  3. Bei Aprin handelt es sich laut dem Artikel پیشینه_راه‌آهن_در_ایران auf fa:wikipedia um die Lokalität bei Eslamschahr, einem südlichen Vorort Teherans bei 35°34'35.39"N / 51°12'36.76"E. Der Zielort Maleki kann angesichts der angegebenen Streckenlänge nur im Bereich von Schahr-e Qods liegen (westlich Teheran, vor Karaj)