Eisenbahnersiedlung

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Hauptzufahrt zur Eisenbahnersiedlung in Frankfurt-Nied

Eisenbahnersiedlungen (auch Eisenbahnerkolonien) entstanden nach der Deutschen Reichsgründung an Eisenbahnknotenpunkten. Die Deutsche Reichsbahn (1920–1945) baute sie noch in den 1930er Jahren. Bahnhöfe, Rangierbahnhöfe und Ausbesserungswerke brachten viele Arbeitsplätze. Die Eisenbahnersiedlungen boten guten Wohnraum für Arbeiter und Angestellte der deutschen Bahnen.

Entstehung und Entwicklung[Bearbeiten]

Der Eisenbahnbetrieb erforderte in seiner Anfangszeit viel Personal, das rund um die Uhr verfügbar sein musste. Die Verwaltungen der Eisenbahnen erwarben aus diesem Grunde preiswerten Grund und Boden und errichteten Wohngebäude für ihre Angestellten und Arbeiter sowie deren Familien. Die im 20. Jahrhundert einsetzende Stadtflucht führte dazu, dass in der Nähe von Großstädten und Verdichtungsgebieten an den diese verlassenden Eisenbahnlinien bahnhofsnahe Siedlungen auf preiswertem Grund und Boden entstanden. In dieser Zeit waren Personenkraftwagen noch kein Massenverkehrsmittel, so dass die Bediensteten die Möglichkeit hatten, mit der Eisenbahn zwischen Arbeitsplatz und Wohnort zu pendeln. Einige Eisenbahnsiedlungen konnten kommunale Eigenständigkeit erreichen.

Oftmals sind Eisenbahnsiedlungen nicht allein auf Grund des Eisenbahnanschlusses entstanden, sondern sie sind mit historisch früher entstandenen Dorf- und Kleinstadtkernen zusammengewachsen und dominierten diese aber bald hinsichtlich der Einwohnerzahl, da sich Industrie und Gewerbe wegen der Lage am Verkehrsnetz ansiedelten. Andere Eisenbahnersiedlungen sind am Rande bestehender Mittel- und Großstädte angesiedelt worden. Der hier abgebildete Eingang zur Eisenbahnersiedlung in Frankfurt-Nied lag dort nur einen Steinwurf vom Arbeitsplatz entfernt. Gegenüber lagen das Lok-Ausbesserungswerk und eine Signalmeisterei. Die Siedlung hatte einen ausgedehnten Innenhof und bahneigene Läden. Jeder Mietwohnung war ein kleiner Garten zugeteilt.

Beispiele[Bearbeiten]

Eisenbahnerstädte in Deutschland sind Hohenbudberg und Köln-Gremberghoven. Nach Lehrte war Berlin Lehrter Bahnhof benannt. Lehrte ist wieder Schnittpunkt wichtiger Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen. Die Rangierbahnhof-Siedlung (Nürnberg) und die Eisenbahner-Siedlung Wedau sind ebenfalls bekannte Beispiele. Die Entwicklung von Groß-Berlin und seinem Umfeld ist auch über die Entwicklung der Eisenbahnersiedlungen zu verstehen. Mit der Reichsbahndirektion Osten entstand 1923 die Siedlung Paulinenhof für 600 Familien in Frankfurt (Oder). Zur selben Zeit gründete der kgl. Regierungsbaurat Paul Schwanebeck (1854–1908) mit Regierungsbaurat Albert von Maybach und Bahnmeister Spolert in Kiel die Eisenbahnersiedlung Friedrichsberg.[1] Sie liegt am Osthang des Hornheimer Riegels in Gaarden-Süd und Kronsburg.[2]

Bekannte Beispiele außerhalb Deutschlands sind Chiasso in der Schweiz und die Gartenstadt Tergnier in Nordfrankreich.

Andere Eisenbahnorte[Bearbeiten]

Wappen von Aulendorf

Darüber hinaus gibt es historisch gewachsene oder im Rahmen der Industrialisierung neu gegründete kleinere oder mittelgroße Städte, die infolge der Errichtung wichtiger Eisenbahnbetriebsanlagen wesentlich größer wurden. Dort erlangte die Eisenbahn eine überragende Bedeutung in der Einwohnerzahl, im Stadtbild und im Wirtschaftsleben.

Beispiele sind Bahnhof Hamm (Westfalen), Wanne-Eickel Hauptbahnhof, Bahnhof Bebra, Treuchtlingen, Bahnhof Offenburg, Bahnhof Olten oder Miramas. Bekannt wurden auch Standorte von Bahnbetriebswerken für Schublokomotiven am Fuße von Steigungsstrecken wie Altenhundem und Erstfeld. Manche Dörfer wuchsen durch neue Eisenbahnanlagen zur Stadt heran und erhielten die Stadtrechte, z. B. Betzdorf, Entroncamento und Simeria. Andere Orte wie Altenbeken und Montzen blieben ein Dorf. Die Stilllegung von Eisenbahneinrichtungen bescherte vielen Ortschaften eine hohe Arbeitslosigkeit.

Die Bedeutung der Bahn lässt sich auch an Eisenbahnsymbolen wie dem Flügelrad im Gemeindewappen erkennen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im Stadtarchiv Kiel ist außer einigen Bauakten nichts zur Siedlung und ihrem Verein erhalten.
  2. Ostufer.Net

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Kießling: Ostmarkbauten. Städtebau in einer Mittelstadt. Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart 1925 (Eisenbahnersiedlung Paulinenhof in Frankfurt/Oder).
  • Werner Mikus: Die Auswirkungen eines Eisenbahnknotenpunktes auf die geographische Struktur einer Siedlung: am speziellen Beispiel von Lehrte und ein Vergleich mit Bebra und Olten/Schweiz. Freiburger Geographische Hefte, H. 3. (Zugl.: Diss. Univ. Freiburg 1966): Freiburg 1966.

Weblinks[Bearbeiten]