Eisenschmitt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Eisenschmitt
Eisenschmitt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Eisenschmitt hervorgehoben
50.0433333333336.7216666666667320Koordinaten: 50° 3′ N, 6° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Wittlich-Land
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 10,84 km²
Einwohner: 327 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54533
Vorwahl: 06567
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 026
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kurfürstenstraße 1
54516 Wittlich
Webpräsenz: www.eisenschmitt.de
Ortsbürgermeister: Georg Fritzsche
Lage der Ortsgemeinde Eisenschmitt im Landkreis Bernkastel-Wittlich
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Über dieses Bild
Jagdschloss Eisenschmitt
Ortskern von Eisenschmitt

Eisenschmitt an der Salm ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an. Eisenschmitt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Eisenschmitt gehört der salmabwärts gelegene Ortsteil Eichelhütte; noch weiter unterhalb liegt die zu Großlittgen gehörige Abtei Himmerod.

Geschichte[Bearbeiten]

Eisenschmitt wird im Jahre 1372 als „Yssensmyt uff der Salmen“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Ergiebigkeit der Eisenerzvorkommen, die Gewinnung von Holzkohle in den umgebenden Wälder zum Betrieb der Öfen und die Möglichkeit der Verhüttung durch die Wasserkraft der Salm waren groß genug, um langfristig Eisenhütten zu betreiben. Dies wiederum bedingte die Ansiedlung von Hüttenarbeitern und damit die Gründung und Vergrößerung eines Dorfes.

Ab 1794 stand Eisenschmitt unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Im Jahre 1835 hatte Eisenschmitt annähernd 1.350 Einwohner, die größte Anzahl seiner Geschichte. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts kam das Ende der Eisenindustrie im Salmtal, bedingt durch neue Produktionsverfahren und produktivere sowie größere Werke in den Industriegebieten an Niederrhein und Ruhr, die zudem mit der preisgünstigeren Steinkohle statt mit Holzkohle arbeiten konnten.

Seit 1946 ist Eisenschmitt Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Der Name Eisenschmitt[Bearbeiten]

Der Name „Eisenschmitt“ kommt von der heute aufgegebenen eisenverarbeitenden Industrie, die ihre Ursprünge im 14. Jahrhundert hat. In lateinischen Quellen erscheint der Ort verschiedentlich als „Ferrifodina“ und in französischen als „La Schmitt“. Die dialektale Bezeichnung ist bis heute „de Schmett“. Die Eisenhütte Eichelhütte wurde 1701 gegründet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Eisenschmitt besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Gold durch eine eingebogene rote Spitze, darin ein silbernes Gemerke der verschlungenen Buchstaben I und S, vorne ein roter Zickzackbalken, hinten schräggekreuzt ein schwarzer Hammer und eine schwarze Zange“.

Das Gemerke mit den verschlungenen Buchstaben „I“ und „S“ steht für Isen-Schmitt, die alte Eisenschmitter Hüttenmarke aus dem 16. Jahrhundert. Die Farben Rot und Silber sind die Malberger Farben, zu deren Herrschaft Eisenschmitt bis zum Ende des18. Jahrhunderts gehörte. Der Sparrenbalken im ersten Feld entstammt dem Wappen der Edlen Herren von Manderscheid („In Gold ein roter Zickzackbalken (Sparrenbalken)“) und deutet auf die Zugehörigkeit zu der ehemaligen Grafschaft Manderscheid hin. Im zweiten Feld stehen Hammer und Zange. Sie sind Symbole für die jahrhundertelang bestehende Eisenindustrie, von der der Ort auch seinen Namen erhielt.

„Das Weiberdorf“[Bearbeiten]

Der Ort Eisenschmitt diente der Schriftstellerin Clara Viebig (1860-1952) als Vorlage für ihren Roman Das Weiberdorf, der das Leben in dem kleinen Ort Eifelschmitt beschreibt. Hintergrund des Romans ist eine Besonderheit der Dorfgemeinschaft: Aufgrund des zur Neige gehenden Rohstoffes Eisenerz in der Umgebung von Eisenschmitt wurden die arbeitsfähigen Männer gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Gastarbeitern im Ruhrgebiet. Sie verdienten den Unterhalt für sich und ihre Familien in den aufstrebenden Stahlwerken. Zurück blieben die Frauen, die während der langen Abwesenheit ihrer Männer alle Arbeiten in Haus und Feld alleine erledigen mussten – daher der Name des Romans Das Weiberdorf. Die Beschreibung dieser Zustände wurde von vielen Zeitgenossen als skandalös empfunden, nahmen doch die Frauen eine Rolle ein, die damals nicht allgemein üblich war.

Szenen aus dem Roman sind auf dem Dorfbrunnen vor der Kirche dargestellt. Seit Juni 2005 erinnert das Clara-Viebig-Zentrum in Eisenschmitt an die Schriftstellerin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Eisenschmitter Brunnen
  • Clara-Viebig-Zentrum

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Eisenschmitt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Bernhard Ketzlick MSC (1907–1951), Ordenspriester und Widersacher der Nationalsozialisten, starb in Eisenschmitt

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Gerten: Eisenschmitt -- von der mittelalterlichen Eisenhütte zum Eifeler Wohn- und Erholungsort, Herausgeber: Ortsgemeinde Eisenschmitt in Verbindung mit dem Förderkreis Kultur und Geschichte e.V., 2006
  • Claus Rech: Zurückbleiben im "Weiberdorf". Frauen von Arbeitsmigranten und ihre Lebensverhältnisse in Eisenschmitt/Eifel 1830-1900. In: Andreas Gestrich, Marita Krauss: Zurückbleiben. Der vernachlässigte Teil der Migrationsgeschichte. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2007, S. 125-153 ISBN 978-3-515-08940-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eisenschmitt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen