Eisenschmitt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eisenschmitt
Eisenschmitt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eisenschmitt hervorgehoben
50.0433333333336.7211111111111320Koordinaten: 50° 3′ N, 6° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Manderscheid
Höhe: 320 m ü. NN
Fläche: 10,84 km²
Einwohner: 318 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54533
Vorwahl: 06567
Kfz-Kennzeichen: WIL
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Kurfürstenstraße 15
54531 Manderscheid
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Georg Fritzsche
Jagdschloss Eisenschmitt
Ortskern von Eisenschmitt

Eisenschmitt an der Salm ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zu Eisenschmitt gehört der salmabwärts gelegene Ortsteil Eichelhütte; noch weiter unterhalb liegt die zu Großlittgen gehörige Abtei Himmerod.

[Bearbeiten] Geschichte

Eisenschmitt wird im Jahre 1372 als „Yssensmyt uff der Salmen“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Ergiebigkeit der Eisenerzvorkommen, die Gewinnung von Holzkohle in den umgebenden Wälder zum Betrieb der Öfen und die Möglichkeit der Verhüttung durch die Wasserkraft der Salm waren groß genug, um langfristig Eisenhütten zu betreiben. Dies wiederum bedingte die Ansiedlung von Hüttenarbeitern und damit die Gründung und Vergrößerung eines Dorfes.

Ab 1794 stand Eisenschmitt unter französischer Herrschaft, 1814 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Im Jahre 1835 hatte Eisenschmitt annähernd 1.350 Einwohner, die größte Anzahl seiner Geschichte. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts kam das Ende der Eisenindustrie im Salmtal, bedingt durch neue Produktionsverfahren und produktivere sowie größere Werke in den Industriegebieten an Niederrhein und Ruhr, die zudem mit der preisgünstigeren Steinkohle statt mit Holzkohle arbeiten konnten.

Seit 1947 ist Eisenschmitt Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

[Bearbeiten] Der Name Eisenschmitt

Takenplatte, Eichelhütte 1702 Innenhof von Burg Efferen

Der Name „Eisenschmitt“ kommt von der heute aufgegebenen eisenverarbeitenden Industrie, die ihre Ursprünge im 14. Jahrhundert hat. Die Eisenhütte in Eichelhütte wurde 1701 gegründet.

[Bearbeiten] Wappen

Beschreibung: Gespalten von Gold durch eine eingebogene rote Spitze, darin ein silbernes Gemerke der verschlungenen Buchstaben I und S, vorne ein roter Sparrbalken, hinten schräggekreuzt schwarzer Hammer und schwarze Zange

Begründung: Das Gemerke mit den verschlungenen Buchstaben I und S steht für Isen-Schmitt, die alte Eisenschmitter Hüttenmarke aus dem 16. Jahrhundert. Die Farben Rot und Silber sind die Malberger Farben, zu deren Herrschaft Eisenschmitt bis zum Ende der Feudalzeit gehörte. Der Sparrenbalken im ersten Feld ist das Zeichen der Grafschaft Manderscheid. Er deutet auf die Zugehörigkeit zu der ehemaligen Grafschaft Manderscheid hin. Im zweiten Feld stehen Hammer und Zange. Sie sind Symbol für die jahrhundertelang bestehende Eisenindustrie, von der der Ort auch seinen Namen erhielt.

[Bearbeiten] „Das Weiberdorf“

Der Ort Eisenschmitt diente der Schriftstellerin Clara Viebig (1860-1952) als Vorlage für ihren Roman Das Weiberdorf, der das Leben in dem kleinen Ort Eifelschmitt beschreibt. Hintergrund des Romans ist eine Besonderheit der Dorfgemeinschaft: Aufgrund des zur Neige gehenden Rohstoffes Eisenerz in der Umgebung von Eisenschmitt wurden die arbeitsfähigen Männer gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Gastarbeitern im Ruhrgebiet. Sie verdienten den Unterhalt für sich und ihre Familien in den aufstrebenden Stahlwerken. Zurück blieben die Frauen, die während der langen Abwesenheit ihrer Männer alle Arbeiten in Haus und Feld alleine erledigen mussten – daher der Name des Romans Das Weiberdorf. Die Beschreibung dieser Zustände wurde von vielen Zeitgenossen als skandalös empfunden, nahmen doch die Frauen eine Rolle ein, die damals nicht allgemein üblich war.

Szenen aus dem Roman sind auf dem Dorfbrunnen vor der Kirche dargestellt.

Seit Juni 2005 erinnert das Clara-Viebig-Zentrum in Eisenschmitt an die Schriftstellerin.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Eisenschmitter Brunnen
  • Clara-Viebig-Zentrum

[Bearbeiten] Literatur

  • Erich Gerten: Eisenschmitt -- von der mittelalterlichen Eisenhütte zum Eifeler Wohn- und Erholungsort, Herausgeber: Ortsgemeinde Eisenschmitt in Verbindung mit dem Förderkreis Kultur und Geschichte e.V., 2006

[Bearbeiten] Weblinks

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