Eisensteinreihe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eisensteinreihen (nach dem deutschen Mathematiker Gotthold Eisenstein) sind verschiedene Reihen aus der Theorie der Modulformen bzw. automorphen Formen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Holomorphe Eisensteinreihen

[Bearbeiten] Eisensteinreihen auf dem Raum der Gitter

Die Eisensteinreihe vom Gewicht k zum Gitter \Omega in \mathbb{C} ist die unendliche Reihe der Form

G_k(\Omega):=\sum_{0\not=\omega\in\Omega} \omega^{-k}.

Solche Reihen sind absolut konvergent für k\ge3, für k ungerade ist G_k(\Omega)=0.

[Bearbeiten] Eisensteinreihen auf der oberen Halbebene

G_4
G_6
G_8
G_10
G_12
G_14

Die Untersuchung der Eisensteinreihen lässt sich oBdA auf Gitter in der oberen Halbebene beschränken, denn für ein solches Gitter \mathbb{Z} + \mathbb{Z}\tau mit \tau\in\mathbb{H}=\{z\in\mathbb{C}\mid\operatorname{Im}z>0\} und eine Basis (\omega_1,\omega_2) von \Omega gilt stets:

G_k(\Omega)=G_k(\omega_1,\omega_2)=\omega_2^{-k}G_k\left(\frac{\omega_1}{\omega_2},1\right),

und da die Basis so gewählt werden kann, dass \frac{\omega_1}{\omega_2}\in\mathbb{H} gilt, ergibt sich damit

G_k(\tau):=G_k(\tau,1)=\sum_{(0,0)\not=(m,n)\in\mathbb{Z}\times\mathbb{Z}} \frac{1}{(m\tau+n)^k}.

Die Eisensteinreihe G_k ist eine Modulform vom Gewicht k zur Gruppe \text{Sl}_2(\mathbb{Z}), das heißt für a,b,c,d\in\mathbb Z mit ad-bc=1 gilt

G_k\!\left(\frac{a\tau+b}{c\tau+d}\right)=(c\tau+d)^kG_k(\tau).

Für k\ge8 sind die G_k Polynome mit rationalen Koeffizienten in G_4 und G_6, d.h. G_k\in\mathbb{Q}[G_4,G_6], es gilt die Rekursionsformel:

(n-3)(2n+1)(2n-1)G_{2n}=3\sum_{p=2}^{n-2} (2p-1)(2n-2p-1)G_{2p}G_{2n-2p}

Speziell für n=4 ergibt sich hieraus 7G_8=3G_4^2 und durch einen Koeffizientenvergleich der Fourierentwicklungen (siehe unten) die bemerkenswerte zahlentheoretische (Hurwitz-Identität, nach Adolf Hurwitz):

\sigma_7(m)=\sigma_3(m)+120\sum_{r,s\in\mathbb{N},r+s=m} \sigma_3(r)\sigma_3(s),

dabei ist

\, \sigma_k(n)=\sum_{d|n} d^k

die Summe der k-ten Potenzen der Teiler von n. Diese Formel lässt sich aber auch elementar (das heißt nicht funktionentheoretisch) beweisen.

[Bearbeiten] Fourierentwicklung

Die Eisensteinreihen lassen sich in eine Fourierreihe entwickeln:

G_k(\tau)=2\zeta(k)+2\frac{(2\pi i)^k}{(k-1)!}\sum_{m=1}^{\infty} \sigma_{k-1}(m)e^{2\pi im\tau},

dabei ist \zeta(s)=\sum_{n=1}^{\infty} n^{-s} die Riemannsche Zetafunktion.

[Bearbeiten] Bezug zu elliptischen Funktionen

Es sei g_2=60G_4 und g_3=140G_6. Dann erfüllt die Weierstraßsche ℘-Funktion zum Gitter \Omega die Differentialgleichung

(\wp'(z))^2=4\wp(z)^3-g_2(\Omega)\wp(z)-g_3(\Omega).

[Bearbeiten] Literatur

Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen