Erdenburg

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Die Erdenburg in Moitzfeld;
Blick vom östlichen Rand der Anlage nach Norden

Die Erdenburg ist eine eisenzeitliche Befestigung als Wallburg im Wohnplatz Moitzfeld von Bergisch Gladbach auf einem Bergrücken östlich von Bensberg am Rande der Hardt. Erbaut wurde sie von den Sugambrern, einem westgermanischen Stamm.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Aufgrund von Ausgrabungen durch Werner Buttler im Jahr 1935 hatte man angenommen, dass die Erdenburg in der Spät-Latènezeit, etwa im 1. Jahrhundert v. Chr., entstanden sei. Der Zeit entsprechend folgerte man daraus, dass die Erdenburg von einem germanischen Stamm angelegt worden sei und in den Auseinandersetzungen mit den Römern im nahen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) eine Rolle gespielt habe.[2]

Im Jahre 1968 untersuchte Hermann Schwabedissen, Ordinarius für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Köln, an seinem Institut mit der zu dieser Zeit neu entwickelten Radiokarbonmethode eine Brandschicht von der Sohle des Walles. Die Messung des radioaktiven Kohlenstoffs der Holzkohle ergab ein Alter von 310 ± 80 v. Chr.[2]

Die Wallburgen waren demzufolge zur Zeit der Römer längst vorhanden und wurden nicht erst wegen der Auseinandersetzungen mit ihnen erbaut. Nach Umfang und Konstruktion diente die von zentral organisierter Gemeinschaftsarbeit zeugende Anlage für die Bewohner des umgebenden Raumes als Zufluchtstätte.[2]

Bodendenkmal[Bearbeiten]

Die Ringwallanlage ist als Bodendenkmal GL-013 im Verzeichnis der Bodendenkmäler im Rheinland eingetragen. In der Liste der Bodendenkmäler der Stadt Bergisch Gladbach trägt sie als Ringwall Erdenburg die Nr. 5.

Bemerkungen zu den Abbildungen[Bearbeiten]

  • Auf dem Foto (oben rechts) verläuft von vorne links hin zur Bildmitte ein flacher Graben, links davon, etwas höher gelegen, ein weiterer. Drei konzentrische Gräben lassen sich nachweisen, die ein Oval der Größe von ca. 230 m × 165 m umgeben.
  • Die Gräben hatten eine Tiefe von etwa zwei Meter, die Wälle waren holzbewehrt. Der innere Wall war wahrscheinlich in Kastenbauweise erstellt und bestand aus rechteckigen Holzparzellen (siehe Abbildung unten Mitte Eingangstor), die mit Erde verfüllt wurden (siehe Abbildung unten rechts Querschnitt durch den Wall) – (Murus Gallicus).
  • Westlich, auf dem Grundriss am linken Bildrand, befand sich das Eingangstor. Im Nordosten sind die Wälle nicht geschlossen, der Grund dafür ist unbekannt. Die Markierung rechts auf dem Grundriss gibt den Standort der Schautafel an, die auf dem Foto zu sehen ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. v. Uslar: Bergische Ringwälle in: Rheinisch-Bergischer Kalender 1963, S. 137 ff.
  2. a b c Erdenburg – im Labor untersucht, Wissenschaftler entdeckten: Älter als 2000 Jahre, in: Rheinisch-Bergischer Kalender, 1970, S. 170

50.9705833333337.17405Koordinaten: 50° 58′ 14″ N, 7° 10′ 27″ O