Eishockey-Weltmeisterschaft 1930

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
IIHF.svg Eishockey-Weltmeisterschaft
◄ vorherige 1930 nächste ►
Sieger: Kanada 1921Kanada Kanada

Die 4. Eishockey-Weltmeisterschaft war die erste Weltmeisterschaft im Eishockey, die nicht im Rahmen der Olympischen Spiele stattfand und war gleichzeitig die 15. Eishockey-Europameisterschaft. Die Internationale Eishockey-Föderation hatte beschlossen, von 1930 an jedes Jahr eine Eishockey-WM auszutragen, in olympischen Jahren sollte das Olympiaturnier als WM gewertet werden. Die Eishockey-WM sollte gleichzeitig die Eishockey-Europameisterschaft ersetzen, die bisher jährlich als eigenes Turnier ausgetragen wurde. Fortan war die Platzierung der europäischen Mannschaften bei der WM ausschlaggebend für die EM-Platzierungen.

Das WM-Turnier fand vom 31. Januar bis 10. Februar 1930 statt. Bis 2012 war das Turnier die einzige Weltmeisterschaft, die in mehreren Ländern ausgetragen wurde. Austragungsort sollte Chamonix in Frankreich sein, doch nach der dritten Runde setzte Tauwetter ein, so dass die Natureisbahn nicht mehr bespielbar war. Der Rest des Turniers wurde daher im Berliner Sportpalast in Deutschland ausgespielt. Auf Wunsch der Österreicher wurde das Spiel um Platz drei nach Wien in Österreich vergeben.

Die Weltmeisterschaft wurde als Herausforderungs-WM ausgetragen. Es wurde also zunächst eine Herausforderungsrunde gespielt, in der der Herausforderer für Titelträger Kanada gesucht wurde. Der Sieger dieser Herausforderungsrunde spielte dann gegen Kanada um den Titel. Die Herausforderungsrunde wurde im K.O.-System ausgetragen. Insgesamt zwölf Mannschaften nahmen an dieser WM teil, Kanada verteidigte seinen Titel erfolgreich und wurde zum vierten Mal Weltmeister.

Herausforderungsrunde[Bearbeiten]

Ausscheidungsrunde
31. Januar 1930 Chamonix Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 4:2
31. Januar 1930 Chamonix Ungarn 1918Ungarn Ungarn Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 2:0
31. Januar 1930 Chamonix FrankreichFrankreich Frankreich BelgienBelgien Belgien 4:1
Viertelfinale
1. Februar 1930 Chamonix PolenPolen Polen JapanJapan Japan 5:0
1. Februar 1930 Chamonix SchweizSchweiz Schweiz Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Tschechoslowakei 3:1
1. Februar 1930 Chamonix Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich Ungarn 1918Ungarn Ungarn 4:1
1. Februar 1930 Chamonix FrankreichFrankreich Frankreich OsterreichÖsterreich Österreich 1:2
Halbfinale
2. Februar 1930 Chamonix SchweizSchweiz Schweiz OsterreichÖsterreich Österreich 2:1
2. Februar 1930 Chamonix Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich PolenPolen Polen 3:1
Spiel um Platz 3 der Europameisterschaft
5. Februar 1930 Wien OsterreichÖsterreich Österreich PolenPolen Polen 2:0
Finale der Europameisterschaft
9. Februar 1930 Berlin Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich SchweizSchweiz Schweiz 2:1

Finale der Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

10. Februar 1930 Berlin Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich Kanada 1921Kanada Kanada 1:6

Abschlussplatzierung der WM[Bearbeiten]

RF Team
1 Kanada 1921Kanada Kanada
2 Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich
3 SchweizSchweiz Schweiz
4 OsterreichÖsterreich Österreich
5 PolenPolen Polen
6 Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Tschechoslowakei
6 Ungarn 1918Ungarn Ungarn
6 FrankreichFrankreich Frankreich
6 JapanJapan Japan
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien
10 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
10 BelgienBelgien Belgien

Mannschaftskader[Bearbeiten]

Weltmeister
Kanada 1921Kanada
Kanada
Gordon Grant, Alex Park, Howard Armstrong (C), Joe Griffin, Willie Adams, Bert Clayton, Fred Radke, Percy Timpson; Trainer: Les Allen
Silber
Deutsches ReichDeutsches Reich
Deutsches Reich
Walter Leinweber - Franz Kreisel, Erich Römer, Martin Schröttle - Rudolf Ball, Gustav Jaenecke, Erich Herker, Günther Kummetz, Alfred Heinrich, Marquard Slevogt
Spielertrainer (Außenkapitän): Erich Römer
Bronze
SchweizSchweiz
Schweiz
Albert Künzler, Emil Eberle - Albert Geromini, Luzius Rüedi, Albert Rudolf - Heini Meng, Conrad Torriani, Richard Torriani, Fritz Kraatz, Robert Fuchs, Carletto Mai
Trainer: Bobby Bell
4. Platz
OsterreichÖsterreich
Österreich
Fritz Lichtstein, Hermann Weiß - Walter Brück, Jacques Ditrichstein, Hans Trauttenberg - Fritz Demmer, Josef Göbl, Karl Kirchberger, Ulrich Lederer, Walter Sell, Hans Tatzer, Hans Ertl, Alfred Schmucker, Herbert Brück
Trainer: Blake Watson

Abschlussplatzierung der EM[Bearbeiten]

RF Team
1 Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich
2 SchweizSchweiz Schweiz
3 OsterreichÖsterreich Österreich
4 PolenPolen Polen
5 Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Tschechoslowakei
5 Ungarn 1918Ungarn Ungarn
5 FrankreichFrankreich Frankreich
8 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien
8 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
8 BelgienBelgien Belgien

Europameister
Deutsches ReichDeutsches Reich
Deutsches Reich