Eishockey in Österreich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
OsterreichÖsterreich Eishockey in Österreich
Verband: Österreichischer Eishockeyverband
Gründung: 1912
IIHF-Mitglied seit: 1912
Bemerkungen: 1920–1924 ausgeschlossen, 1939–1946 gestrichen
1. EM-Teilnahme: 1913
(Teilnahme 1912 wurde annulliert)
1. WM-Teilnahme: 1928
1. OL-Teilnahme: 1928
Medaillengewinne:
EM: 2 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze

WM: 2 x Bronze

1. Meisterschaft: 1923
1. Staatsmeister: Wiener EV
Rekordmeister: EC KAC (30 Meistertitel)

Eishockey ist in Österreich nach Fußball die beliebteste Mannschaftssportart. Der österreichische Eishockeyverband (ÖEHV) wurde 1912 gegründet, seit 1923 wird in einer landesweiten Liga der österreichische Eishockey-Meister ermittelt. Heute ist die Erste Bank Eishockey Liga die höchste Spielklasse, es existieren jedoch mit der Nationalliga und der Oberliga zwei weitere landesweite Meisterschaften. Der ÖEHV organisiert auch das Eishockey-Nationalteam, das seit 1913 (damals noch als Österreich-Ungarn) an internationalen Turnieren teilnimmt und derzeit (Stand: Juni 2012) auf Rang 15 der Weltrangliste steht.

Geschichte[Bearbeiten]

Eishockey zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie[Bearbeiten]

Nachdem im Jahr 1897 zum ersten Mal von "Eishockey" berichtet worden war, trugen nur drei Jahre später der Training Eisclub und der Wiener Athletiksport-Club das erste offizielle Spiel aus. Gespielt wurde zu dieser Zeit noch mit sieben Mann; neben den bekannten Positionen gab es auch noch einen sogenannten Rover, der als bester Eisläufer auf dem Platz eine Art Allround-Spieler darstellte. Im Jahr 1909 wurden mit der Eröffnung der ersten Kunsteisbahn bessere Trainingsbedingungen geschaffen, und der neue Sport erlebte einen ungeahnten Aufschwung in Österreich, das damals noch Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war.

Im Jahr 1912 wurde der österreichische Eishockeyverband gegründet und noch im selben Jahr als Mitglied in die Internationale Eishockey-Föderation aufgenommen. Allerdings geschah dies ein wenig zu spät, sodass Österreich-Ungarns erste Teilnahme an der Eishockey-Europameisterschaft 1912 im Nachhinein annulliert werden musste. Erst ein Jahr später nahm die Monarchie offiziell an dem Turnier teil, belegte jedoch unter den vier Teilnehmern den letzten Platz.

Internationale Erfolge nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg unterbrach die Bemühungen, und nach dem Zerfall der Monarchie musste der österreichische Verband im Jahr 1919 neu gegründet werden. Etwa zur selben Zeit wurde das kanadische Eishockey mit dem heute bekannten Puck eingeführt. Im Jahr 1923 wurde erstmals eine österreichische Meisterschaft ausgetragen, die vom Wiener EV gewonnen werden konnte. Dabei handelte es sich in Wahrheit aber um einen auf den Raum um Wien beschränkten Wettbewerb, erst nach und nach kamen Mannschaften aus anderen Teilen Österreichs hinzu.

Das Ende der zwanziger Jahre brachte die größten Erfolge für das österreichische Hockey. Dies begann 1927 mit dem Gewinn der Europameisterschaft, wobei kein einziges Spiel verloren worden war. 1930 besiegte die österreichische Nationalmannschaft als erstes europäisches Team eine Mannschaft aus Nordamerika: ein Spiel gegen Kanada konnte mit 1:0 gewonnen werden. 1931 wurde erneut der Europameistertitel nach Österreich geholt, und bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 1931 konnte die Mannschaft den dritten Platz hinter Kanada und den Vereinigten Staaten erzielen. 1932 und 1933 folgten zwei Silbermedaillen bei den Europameisterschaften.

Arbeitersport[Bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Österreich den Eishockeysport der Bürgerlichen und den der Arbeiter. Der Arbeitersport entwickelte sich in den 1920er Jahren sehr schnell und im Jahr 1928 wurden die ersten Eishockeyvereine der Arbeiter gegründet. Sie gehörten dem 1919 gegründeten Verband der Arbeiter- und Soldatensportvereine Österreichs (VAS) an, der sich 1924 in ASKÖ (Arbeiterbund für Sport und Körperkultur in Österreich) umbenannte. Bei der Arbeiter-Winterolympiade 1931 in Mürzzuschlag belegte die Nationalmannschaft der Österreicher den 1. Platz und wurde Olympiasieger.[1]

Mit dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei am 12. Februar 1934 in Österreich wurden auch alle angeschlossenen Eishockeyvereine verboten.[2] In der Folge versuchten Spieler der Arbeitervereine, in anderen Eishockeyvereinen aufgenommen zu werden oder neue Vereine im bürgerlichen Lager zu gründen. So wurde im Dezember 1934 die Vereinigung für Sport und Körperkultur des Gewerkschaftsbundes aufgenommen. So berichtete das Sport-Tagblatt am 20. Dezember 1934 über einen neuen Eishockeyverein der Hammerbrotwerke. Auch die Eishockeysektion Arsenal im Gewerkschaftsbund, die im Januar 1935 aufgenommen wurde, gehört hierzu, sowie der Eishockeyklub Meidling.

Das Bürgertum nahm keine Notiz vom Eishockey der Arbeiter. Im Sport-Tagblatt wurde am 22. Jänner 1934 berichtet, dass die österreichische Arbeiter-Eishockeymannschaft an dem lettischen Arbeiter-Wintersportfest am 17. und 18. Februar 1931 in Riga teilnehme. Dieser Hinweis hat Seltenheitswert. Die Zeitschrift „Der Eishockeysport“ berichtete auch nur einmal, indem man sich hier über das schnelle Wachstum des Eishockey-Arbeitersports wunderte und dieses für den eigenen Verband wünschte.

Deutsche Meistertitel durch Wiener Vereine[Bearbeiten]

Ende der dreißiger Jahre folgte der Anschluss an Deutschland. Zu dieser Zeit existierte der ÖEHV nicht mehr, stattdessen nahmen einige österreichische Mannschaften an der Deutschen Liga teil, was dazu führte, dass der EK Engelmann und der Wiener EV in ihrer Vereinsgeschichte je auch einen deutschen Meistertitel gewannen. Während des Zweiten Weltkrieges kam der Spielbetrieb völlig zum Erliegen. Erst 1945 wurde der Verband neu gegründet, und 1947 konnte das Team erneut die Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft erobern.

Abstieg in die Zweitklassigkeit[Bearbeiten]

Es folgte allerdings ein sportlicher Absturz, der dazu führte, das Österreich 1962 sogar bis in die C-Gruppe abstieg, dort jedoch ungeschlagen den sofortigen Wiederaufstieg in die Zweitklassigkeit schaffte. Es dauerte bis ins Jahr 1992, ehe das Nationalteam es wieder unter die besten Nationen der Welt schaffte. Seit dieser Zeit jedoch erfolgte ein beständiges Auf und Ab zwischen A- und B-Gruppe.[3]

Heutige Situation[Bearbeiten]

Probleme mit Nachwuchs und Finanzen[Bearbeiten]

Die weltweite Wirtschaftskrise ist auch am österreichischen Eishockey nicht spurlos vorübergegangen. Gab es schon in den letzten Saisonen Anzeichen dafür, dass das Limit der durch Sponsoren lukrierbaren Budgets erreicht war, so wurde dies vor allem durch den Ausstieg des HC Innsbruck aus der Bundesliga mit Ende der Saison 2008/09 offensichtlich.[4] Auch die beiden slowenischen Teams meldeten nach dieser Saison massive finanzielle Probleme.[5] Andere Vereine, wie beispielsweise der EC VSV, arbeiten schon seit längerer Zeit mit kleineren Budgets, um einem drohenden Konkurs aus dem Weg zu gehen.

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist hierbei die Anzahl der verfügbaren österreichischen Spieler. Vor allem der Einstieg von Red Bull als Sponsor des Salzburger EBEL-Teilnehmers brachte Schwierigkeiten mit sich, da die Mannschaft einen Großteil der sportlich besseren einheimischen Spieler mit äußerst großzügigen Angeboten unter Vertrag nahm und so die Gehälter der österreichischen Spieler unverhältnismäßig nach oben trieb. Da viele Mannschaften wie beispielsweise die Vienna Capitals jedoch über kaum eigenen Nachwuchs verfügen, konnten sie dies auch nicht durch das Nachrücken jüngerer Spieler kompensieren. Als Folge wurde die Legionärsregelung gelockert und durch ein Punktesystem ersetzt, sodass die fehlenden österreichischen Spieler durch eine große Anzahl an Transferkartenspielern ersetzt wurden. Dies wiederum wurde vor allem von den Vereinen aus Kärnten kritisiert, die seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Kaderschmieden in Österreich darstellen. Die erhoffte Verringerung der Budgets trat jedoch nur bedingt ein, wie das Beispiel Innsbruck zeigte. Eine langfristige Lösung kann zurzeit nur die Verbesserung der Ausbildungsarbeit bei jungen Spielern bringen. Ernsthafte Bemühungen in diese Richtung zeichneten sich etwa seit dem Jahr 2009 ab und gipfelten zwischenzeitlich zur Saison 2010/11 in der Gründung einer Reihe von Farmteams aller Bundesliga-Mannschaften und einer verstärkten Zusammenarbeit mit den Clubs der zweiten und dritten Liga. Ebenso konnten sich einige Jugendspieler in besseren ausländischen Nachwuchsligen etablieren.

Der nächste Schritt war 2012 die Gründung der Junior EBEL, einer Nachwuchsliga, deren Teilnahme für alle Bundesliga-Teams verpflichtend ist. Dazu gesellten sich im Premierenjahr einige weitere Mannschaften.

Die Kluft zwischen Bundes- und Nationalliga[Bearbeiten]

In den letzten Jahren entwickelte sich ein nicht unerhebliches Problem zwischen den beiden höchsten Ligen: die Budgets der Bundesliga-Vereine sind innerhalb weniger Jahre so stark gestiegen, dass sie mittlerweile ein Vielfaches der finanziellen Mittel eines Zweitliga-Vereins betragen. Aus diesem Grunde machte lange Zeit auch kein Nationalliga-Meister mehr von seinem Recht Gebrauch, in die höchste Spielklasse aufzusteigen. Meist wird vor allem mit dem finanziellen Risiko der unverhältnismäßig höheren Investitionen argumentiert. Dies ist vor allem nach dem zwischenzeitlichen Ausstieg des HC Innsbruck ein durchaus gewichtiger Aspekt, der auch auf die Gestaltung der zweiten Liga nicht ohne Einfluss geblieben ist. Während es in der Bundesliga keinerlei effektive Legionärsbeschränkung mehr gibt, hielten die Nationalliga-Vereine an ihrer Beschränkung auf drei Transferkartenspieler fest und versuchten verstärkt, den eigenen Nachwuchs zu forcieren.

Dazu kam, dass sich in Österreich eine Trennung zwischen Ost und West entwickelt hatte. Während allein in Vorarlberg vier (und mit dem neu hinzugekommenen HC Innsbruck aus dem benachbarten Tirol fünf) Nationalliga-Teams existierten, wurde der Osten vor allem von den Bundesliga-Vereinen beherrscht. Die vier Vorarlberger Teams bauten in ihrer finanziellen Planung vor allem auf die zahlreichen gut besuchten Derbies, die bei einem Aufstieg eines Teams in die Bundesliga für dieses weggefallen werden. Außerdem argumentierten diese Mannschaften mit den langen Anreisen für Auswärtsspiele im Osten. Dies führte jedoch dazu, dass die zweithöchste Spielklasse über Jahre hinweg fast ausschließlich im Westen ausgetragen wurde, während Bundes- und Oberliga nur im Osten stattfanden. Dieses Problem wurde mit dem Wachsen der Liga nach Ungarn, Slowenien und Kroatien noch verschärft und konnte erst im Jahr 2012 durchbrochen werden, als mit dem EC Dornbirn und Rückkehrer HC Innsbruck wieder zwei Clubs aus dem Westen in die EBEL aufstiegen. Dies ging jedoch mit einer Existenzkrise der Nationalliga einher, die im Sommer 2012 binnen kurzer Zeit neu ausgerichtet werden musste.

Aktuelle Ligenstruktur[Bearbeiten]

Erste Bank Eishockey Liga[Bearbeiten]

Die höchste Spielklasse des österreichischen Eishockeys existiert in ihrer aktuellen Form seit der Saison 1965/66. Der österreichische Meister wird jedoch mit Unterbrechungen seit dem Jahr 1923 ausgespielt. Rekordmeister und gleichzeitig der älteste Verein im aktuellen Teilnehmerfeld ist der EC KAC aus Klagenfurt mit 30 Meistertiteln.

Die Erste Bank Eishockey Liga hat sich im Lauf der letzten Jahre hin zu einer internationalen Liga entwickelt, wobei vier von zwölf teilnehmenden Mannschaften aus dem benachbarten Ausland stammen. Ebenso kamen im Lauf der Zeit Probleme mit der Legionärsregelung auf, die vor allem auf Initiative der Vienna Capitals mehrmals abgeändert und liberaler gestaltet wurde. Dies führte zu einer stark erhöhten Zahl an Transferkartenspielern in der Liga. Dass dies nicht ausschließlich dazu diente, die hohen Gehälter für den vergleichsweise kleinen Pool an österreichischen Spielern zu drücken und damit die Budgets zu reduzieren, bewies der zwischenzeitliche freiwillige Abstieg des EBEL-Teilnehmers aus Innsbruck. Auch einige andere Teams hatten immer wieder finanzielle Probleme, eine langfristige Lösung ist derzeit jedoch aufgrund der Unvereinbarkeit der von den verschiedenen Teams eingebrachten Forderungen noch nicht in Sicht.[6]

Dennoch entwickelt sich die Liga beständig weiter und hat sich inzwischen unter den besseren europäischen Ligen etablieren können. In der Saison 2009/10 wurde erstmals die Marke von einer Million Zuschauern übertroffen, womit die EBEL die slowakische Slovnaft Extraliga überholte und in dieser Wertung europaweit nun auf Rang sieben steht. Außerdem wurde die Liga als Vollmitglied in die europäische Ligenvereinigung Hockey Europe aufgenommen.

Nationalliga und Inter-National-League[Bearbeiten]

Die Nationalliga galt lange Zeit als stabile und finanziell ausgeglichene Liga, in der von den Vereinen ein erheblicher Anteil der österreichischen Jugendspieler ausgebildet wurde. Dies änderte sich im Sommer 2009, als mehrere Vereine Insolvenz anmelden mussten. Nachdem für einige Monate Unklarheit darüber herrschte, ob die Nationalliga in der Saison 2009/10 überhaupt ausgetragen werden konnte, zeichnete sich am Ende dennoch eine Lösung ab, die jedoch die Entwicklung der letzten Jahre zu einem unbefriedigenden Endpunkt brachte. Die beiden steirischen Vertreter KSV Eishockeyklub und EV Zeltweg wechselten in die Oberliga, was dazu führte, dass mit den neugegründeten Zeller Eisbären (Nachfolgeverein des insolventen EK Zell am See) die östlichste Mannschaft der zweiten Liga in Salzburg beheimatet war. Das Teilnehmerfeld schrumpfte zwischenzeitlich auf nur noch sieben Vereine womit die Liga ihren Stellenwert als gesamtösterreichische zweite Spielklasse de facto verloren hatte und diesen Status mit der Oberliga teilte.[7] Mit dem Aufstieg des ATSE Graz kam jedoch 2010 ein neuer steirischer Verein hinzu. Ein Jahr später folgte eine Anzahl von Farmteams der Bundesligamannschaften, die qualitativ jedoch stark gegenüber den etablierten Clubs abfielen.

Im Sommer 2012 entschieden sich der EC Dornbirn und der HC Innsbruck zu einem Aufstieg in die Bundesliga, während die EBEL-Clubs ihre Farmteams zugunsten einer Junior EBEL zurückzogen. Diese Entwicklung erwies sich als fatal für die zweithöchste Spielklasse. Während der österreichische Eishockeyverband daran arbeitete, die Nationalliga auch auf benachbarte Länder auszudehnen, entwickelte der steirische Verband das alternative Modell einer rein österreichischen Eliteliga. Letzten Endes wurde die Nationalliga als Inter-National-League neu gegründet und schloss nunmehr auch slowenische Clubs mit ein.

Oberliga[Bearbeiten]

Nachdem die Oberliga lange Zeit damit zu kämpfen hatte, dass immer mehr Mannschaften in die jeweiligen Landesligen abwanderten, ergab sich im Sommer 2009 durch die Probleme in der Nationalliga ein unerwarteter Aufschwung. Die Liga, die seit jeher als Bindeglied zwischen dem Profi- und Amateureishockey in Österreich fungiert hatte, wurde durch die Teilnahmen der ehemaligen Nationalligisten KSV Eishockeyklub und EV Zeltweg stark aufgewertet und wurde zwar offiziell noch als dritthöchste Spielklasse geführt, bildete de facto aber zusammen mit der Nationalliga die zweithöchste Leistungsebene. Dies basierte in erster Linie auf der strikten Ost-West-Trennung der beiden Ligen. Während aber die Nationalliga an der Maximalanzahl von drei Transferkartenspielern pro Team festhält, senkte die Oberliga das Limit auf einen und wollte ab der Saison 2010/11 als rein österreichische Liga ohne Legionäre auskommen.[8][9] Als nach der Saison 2009/10 wieder einige Mannschaften die Liga verließen, wurden von den Bundesligamannschaften vermehrt Farmteams ins Leben gerufen, womit die Oberliga den Status einer Ausbildungsliga hatte. Die Farmteams wechselten jedoch nach nur einem Jahr in die Nationalliga, und der Spielbetrieb der Oberliga musste eingestellt werden. Seither existiert keine bundesweite dritte Spielklasse mehr in Österreich.

Landesligen[Bearbeiten]

Unterhalb der Oberliga werden von den Landesverbänden weitere Meisterschaften ausgetragen, die jedoch im Wesentlichen als Amateurligen anzusehen sind. Hier sind die Niveaus jedoch stark schwankend. Vor allem in Kärnten wurde die neu gegründete Carinthian Hockey League (CHL) von den aus der Oberliga abgestiegenen Vereinen aus Spittal und Steindorf dominiert, die immer noch über ein Vielfaches der finanziellen Mittel der übrigen Teams verfügen. 2012 wurde vom steirischen Verband die Nationale Amateur Hockey Liga (NAHL) gegründet, die als derzeit stärkste Amateurliga gesehen wird.

Dameneishockey[Bearbeiten]

Das Dameneishockey ist in Österreich über weite Strecken immer noch ein Amateursport. Die jeweils besten Teams treten jedes Jahr in der international ausgetragenen Elite Women’s Hockey League (EWHL) an. Darunter existiert als höchste rein österreichische Spielklasse die Dameneishockey-Bundesliga (DEBL), unterhalb derer es noch die 2. Division gibt. Der Staatsmeistertitel wird in von Jahr zu Jahr variierendem Modus ausgespielt, jedoch beschränkt sich das Teilnehmerfeld im Regelfall auf Mannschaften aus der EWHL, die hin und wieder durch die stärksten DEBL-Teams ergänzt werden.

Im ÖEHV existiert mit der Division Dameneishockey eine eigenständige Betreuung für die Damen, die sich auch um die Zusammenstellung bzw. Organisation der Damen-Nationalmannschaft kümmert. Durch enge Kooperation mit verschiedenen ausländischen Verbänden konnte in den letzten Jahren ein starker Qualitätszuwachs erzielt werden, wenngleich das Dameneishockey immer noch als Randsportart einzustufen ist. Aus diesem Grund ist es mitunter äußerst schwierig, die nötigen Sponsorgelder zu lukrieren, und es gibt vergleichsweise große Fluktuationen unter den existierenden Teams. Es zeichnet sich jedoch ab, dass sich diese Entwicklung langfristig stabilisieren dürfte.

Nationalteams[Bearbeiten]

Nachdem sich die Nationalmannschaft der Herren für einige Jahre in den unteren Regionen der Top-Division hatte behaupten können, begann anfang des 21. Jahrhunderts ein ständiges Auf und Ab zwischen den besten 16 Nationen und der Division I. Zuletzt stieg die Mannschaft bei der Eishockey-WM 2009 in der Schweiz ab. Obwohl dies nur geschah, weil die eigentlich schlechter platzierten Deutschen für die WM 2010 im eigenen Land fix gesetzt waren, wurden die Konsequenzen daraus gezogen, wenngleich sich hier der Verband und die Bundesliga zunächst nicht auf die Verantwortlichkeiten einigen konnten.[10][11] Lars Bergström wurde als Trainer der Mannschaft von Bill Gilligan abgelöst, dem erstmals nicht die Vorgabe erteilt wurde, so schnell wie möglich wieder aufzusteigen. Stattdessen sollte versucht werden, im Lauf der nächsten Jahre durch verstärkte Einbeziehung der Jugendspieler eine neue Mannschaft aufzubauen und mit dieser den Weg ins 21. Jahrhundert zu gehen. Gerade Letzteres war durch veraltete Strukturen bisher nicht gelungen.[12] Der Wiederaufstieg in die A-Gruppe gelang dennoch, womit Österreich bei der WM 2011 wieder in der Topgruppe antrat.

Ähnlich verhält es sich mit den Nachwuchsmannschaften der Herren. Das U-20-Nationalteam schaffte bei der WM der Division I 2009 in Aalborg (Dänemark) mit vier Siegen und nur einer Niederlage in der Overtime den Aufstieg in die Top-Division[13], stieg jedoch im darauffolgenden Jahr nach einer inferioren Leistung wieder ab. Ebenso verhält es sich mit der U18-Nationalmannschaft, die 2010 sogar in die Division II absteigen musste.

Die Damen-Nationalmannschaft zeigte bei der WM der Division I in Graz gute Leistungen, verpasste den Aufstieg aber dennoch deutlich.[14] Die U-18-Mannschaft landete beim Turnier der Division I in Frankreich jedoch auf dem vorletzten Platz.[15]

Insgesamt beurteilt der österreichische Eishockey-Verband die Leistungen als eher durchwachsen. Vor allem die Senioren-Mannschaft der Herren bewies zuletzt, dass bei den Trainingsmethoden und der Spielerauswahl entscheidende Veränderungen unternommen werden müssen. Kritisiert wird hier jedoch vor allem von den Fans und Medien, dass mit Bill Gilligan erneut ein Trainer verpflichtet wurde, dessen Hauptaugenmerk auf einer Clubmannschaft, den EC Graz 99ers liegt, anstatt nach einem Trainer zu suchen, der sein Hauptaugenmerk auf die Entwicklung der Nationalmannschaft legen kann.

Bei den Damen zeigen die jüngsten Entwicklungen, dass der eingeschlagene Weg Früchte trägt, wenngleich immer noch das grundsätzliche Problem existiert, dass das Dameneishockey in Österreich eine reine Amateur-Sportart ist. Dieses Problem wird allerdings mit vielen europäischen Nationen geteilt.

Österreichische Spieler im Ausland[Bearbeiten]

Senioren[Bearbeiten]

Spieler Position Mannschaft Liga
Yanick Bodemann Stürmer SC Langenthal National League B, Schweiz
Michael Grabner Stürmer New York Islanders NHL, Nordamerika
Stefan Horneber Torhüter ESV Kaufbeuren 2. Eishockey-Bundesliga, Deutschland
Michael Raffl Stürmer Philadelphia Flyers NHL, Nordamerika
Oliver Setzinger Stürmer HC Lausanne National League B, Schweiz
Stefan Ulmer Verteidiger HC Lugano National League A, Schweiz
Thomas Vanek Stürmer New York Islanders NHL, Nordamerika

Junioren[Bearbeiten]

Spieler Position Mannschaft Liga
Patrick Divjak Stürmer Niagara University NCAA, Nordamerika
Hugo Margoc Stürmer University of New England NCAA Div. III, Nordamerika
Peter Schneider Stürmer University of Notre Dame NCAA, Nordamerika

Damen[Bearbeiten]

Spieler Position Mannschaft Liga
Denise Altmann Stürmerin Linköpings HC Dam Riksserien, Schweden
Sandra Borschke Torhüterin VIK Västerås HK Dam Riksserien, Schweden
Virginia Ernst Stürmerin VIK Västerås HK Dam Riksserien, Schweden
Anna Schneider Verteidigerin Université de Neuchâtel Regio League, Schweiz
Eva Schwarzler Stürmerin ZSC Lions Schweiz
Sophia Volgger Lindgren Stürmerin Linköpings HC Dam Riksserien, Schweden
Eva-Maria Verworner Verteidigerin Södertälje SK Schweden

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Arbeiterzeitung vom 9. Februar 1931, S. 1
  2. Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, Nr. 24 vom 13. Februar 1934, S. 159, 78. Verordnung: Verbot jeder Betätigung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Österreich
  3. Geschichte des österreichischen Eishockeyverbandes
  4. Finanzielle Gründe zwingen Innsbruck in die 2. Liga. Die Presse, 3. März 2009, abgerufen am 22. Februar 2013.
  5. Tiefrote Zahlen beim HK Jesenice
  6. Die Presse, Artikel vom 4. März 2009: Wir können uns diese Liga nicht mehr leisten
  7. Nationalliga mit nur sieben Vereinen
  8. Oberliga-Saison ist auf Schiene
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.eishockey.atJahrbuch des ÖEHV 2008/09, Vorwort von Dr. Dieter Kalt, S. 146 (PDF-Datei, Größe: 4 MB)
  10. hockeyfans.at, Interview mit Verbands-Präsident Dr. Dieter Kalt
  11. eishockeynews.at, EBEL läßt ÖEHV-Kritik nicht gelten
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBill Gilligan ist neuer Teamtrainer. 14. August 2009, abgerufen am 23. Dezember 2009.
  13. Offizielle IIHF-Seite zur U-20-WM der Divion IB
  14. Offizielle IIHF-Seite zur Damen-WM der Divion I
  15. Offizielle IIHF-Seite zur Damen-U-18-WM der Divion I

Literatur[Bearbeiten]

  • Margreiter, Haiszan, Kilias: Das Grosse Österreichische Eishockey-Buch, Verlag Buch Spezial Dornbirn, ISBN 3-900496-04-4 (formal falsche ISBN)
  • OMR. Dr. Hellmuth Reichel: KAC - Eishockey erobert eine Stadt!, Herausgeber: Klagenfurter Athletiksport Club, Klagenfurt, 1995
  • Vereinsbroschüre: 75 Jahre KAC, 1909-1984, Herausgeber: Klagenfurter Athletiksport Club, Klagenfurt, 1984

Weblinks[Bearbeiten]