Eisstadion Weißwasser

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Eisstadion Weißwasser
Fuchsbau
Teilansicht der Eishalle
Daten
Ort Weißwasser, Deutschland
Koordinaten 51° 29′ 45″ N, 14° 38′ 9″ O51.49583333333314.635833333333
Eigentümer Stadt Weißwasser
Betreiber Eissport Weißwasser e. V.
Eröffnung 1973
Erweiterungen 1990
Kapazität 2750 (davon 350 Sitzplätze)
Verein(e)

Lausitzer Füchse

Die Bezeichnung Eisstadion Weißwasser steht für mehrere voneinander unabhängige, zeitlich aber nacheinander bestehende Eissportflächen in der Stadt Weißwasser. Die Eishockeymannschaften Weißwassers trugen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Spiele auf dem zugefrorenen Braunsteich im Osten Weißwassers aus.

Jahnstadion[Bearbeiten]

Während sich Weißwasser neben Frankenhausen zu einer der Hochburgen des Eishockeys in Sachsen und Ostdeutschland entwickelt hatte, wurde der Ruf nach einem festen Stadion analog den Bauten in Frankenhausen und Schierke lauter. Noch bevor die BSG „Kristall“ 1950 zum ersten Male als zweiter sächsischer Vertreter an nationalen Meisterschaften in der DDR teilnahm, stellte die Stadt Weißwasser der Sportgemeinschaft zwischen der Teichstraße und dem Jahnteich Grund und Boden über einem ehemaligen Braunkohle-Grubenloch für 20 Jahre[1] unentgeltlich zur Verfügung. Dort entstand 1949/1950 das Jahnstadion[2] als Freiluftarena mit Klubhaus und Umkleidekabinen. Zunächst wurden Banden und Tribünen an der zugefrorenen Natureisfläche errichtet; im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks wurde Anfang der 1950er Jahre der Umfang erweitert und zusätzlich Gebäude für Umkleidekabinen, technische Ausrüstung und ein Klubhaus gebaut.[3]

Kunsteisstadion „Wilhelm-Pieck“[Bearbeiten]

Aufgrund der Erfolge und des steigenden Interesses in der Bevölkerung wurde die Forderung nach einem Eisstadion laut, in dem der Sport wetterunabhängig betrieben werden konnte. Der Grundstein für den Neubau des Kunsteisstadions in Weißwasser wurde am 16. April 1958 neben dem damaligen Paul-Klinke-Sportplatz gelegt.[4] Das damals größte Freiluftstadion Europas wurde nach Wilhelm Pieck, dem ersten Präsidenten der DDR benannt und am 7. November 1958 mit einem Freundschaftsspiel zwischen Dynamo Weißwasser und Legia Warschau vor 7000 Zuschauern eröffnet.[4]

Das Stadion war bis 1990 Austragungsort vieler Spiele um den DDR-Meistertitel, der 1990 zum 25. und letzten Male ausgespielt und von der Mannschaft aus Weißwasser errungen werden konnte. Auch viele internationale Spiele zwischen Klub- und Nationalmannschaften fanden in diesem Stadion statt.

Nach der Wende war das Stadion den Ansprüchen der bundesdeutschen Eishockeyliga nicht mehr gewachsen. Die Spiele wurden fortan in der umgebauten, ehemaligen Eisschnellaufhalle ausgetragen. Das Stadiongebäude beherbergte noch einige Jahre die Nachwuchsmannschaften und nur wenige Male noch diente die dem Verfall preisgegebene Eisstadion als Trainingsfläche. Einmal noch geriet es in die Schlagzeilen, als aus Stadt und Verein der jahrelang gehegte Gedanke einer Überdachung durch die geplante Bewerbung als Spielort für die Weltmeisterschaften 2001 forciert werden sollte. Dies scheiterte jedoch am geschätzten finanziellen Aufwand von 15 Millionen Mark.[5]

Nach jahrelangem Leerstand und Verfall wurde das Freiluftstadion von Oktober 2010 bis Februar 2011 abgerissen, um Platz für eine neue Eishalle zu schaffen.[6]

Eishalle „Fuchsbau“[Bearbeiten]

Der „Fuchsbau“, wie die Halle von den Fans genannt wird, wurde 1973 als Trainingshalle der damaligen SG Dynamo Weißwasser gebaut. Neben einer Eishockeyfläche enthielt sie eine Eisschnellaufbahn. Seit einem Europapokalspiel gegen den Kölner EC, die sich weigerten, unter freiem Himmel im eigentlichen Eishockeystadion, dem Wilhelm-Pieck-Kunsteisstadion zu spielen, wurde die Trainingshalle mit zwei zusammen 3000 Zuschauer fassenden Tribünen ausgestattet, sodass auch in der Halle gespielt werden konnte. Nach der Wende wurde die Halle erneut umgebaut und um zwei Tribünen erweitert. Die Zuschauerkapazität betrug rund 2750 Plätze, wobei 350 Sitzplätze[7] vorhanden sind. Sie war Heimstadion der Lausitzer Füchse aus der 2. Eishockey-Bundesliga sowie deren Stammverein, dem Eissport Weißwasser e. V. Neben den Eishockeyspielen der verschiedenen Abteilungen des ES Weißwasser fanden in der Halle weitere Veranstaltungen statt, beispielsweise öffentliches Schlittschuhlaufen und Konzerte. Zudem trugen witterungsbedingt gelegentlich die Mannschaften der Jonsdorfer Falken und Tornado Niesky ihre Heimspiele in der Eishalle aus. Im Dezember 2013 begann der Abriss der Eishalle.[8]

„Eisarena Weißwasser“[Bearbeiten]

Eisarena Weißwasser

BW

Daten
Ort Weißwasser, Deutschland
Koordinaten 51° 29′ 43,8″ N, 14° 38′ 16,1″ O51.49550614.637818
Eigentümer Stadt Weißwasser
Betreiber Eissport Weißwasser e. V.
Eröffnung 2013
Kapazität 3050
Verein(e)

Lausitzer Füchse

Am 1. März 2012 war der Spatenstich für den Neubau eines Eisstadions an der Stelle des zuvor abgerissenen „Wilhelm-Pieck-Kunsteisstadions“, in welchem einst bis zu 16.000 Zuschauer die Spiele verfolgten.[9] Grundsteinlegung war am 18. April 2012. Der Bau soll nach den Planungen 15,7 Millionen Euro kosten. Am Tage des ersten Saisonspieles der letzten Saison im direkt angrenzenden alten Fuchsbau wurde Richtfest gefeiert. Die eingeplanten Baukosten wurden während der Bauphase deutlich unterschritten.[10] Die Eröffnung der Eisarena Weißwasser wurde am 23. August 2013 unter anderem mit einem Spiel gegen den amtierenden deutschen Meister – die Berliner Eisbären – gefeiert. Nachdem sich die ehemaligen Dynamos in der kleinsten Liga der Welt jahrelang packende Duelle lieferten, sahen die Verantwortlichen die Hauptstädter als perfekten Gegner für diesen »historischen Moment«.[11]

Das Eisstadion hat durch die mögliche Reduzierung der Sitz- zugunsten von Stehplätzen zum ersten Pflichtspiel am 13. September 2013 insgesamt 3.050 Plätze für Besucher.[12] Am 10. April 2014 fand das erste Länderspiel in Weißwasser seit der Wende statt. Dabei verlor die deutsche Auswahl im Rahmen der Euro Hockey Challenge vor knapp 3100 Zuschauern gegen Frankreich mit 3:4 nach Penaltyschießen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatR. Pietz: Weißwasser baut Eisstadion für 5000. In: Neues Deutschland. Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin, 15. Dezember 1949, S. 6, abgerufen am 26. März 2013.
  2. Eisstadion an der Jahnstraße auf Hockeyarenas.net
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKlaus Riehle: 70-Jahresfeier: Rückblick auf 60 Jahre Eissport in Weißwasser ... Lausitzer Füchse, 6. Dezember 2002, abgerufen am 11. März 2013.
  4. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKlaus Riehle: Dezember 2007 – 75 Jahre Eishockeysport in Weißwasser Der Triumphzug durch Weißwassers Straßen - Jahnstadion wurde zu eng. In: Lausitzer Rundschau. 18. Oktober 2007, abgerufen am 2. April 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEishockey: Weißwasser will WM-Spielort werden – Neuer Kandidat für die Eishockey-WM in Deutschland im Jahre 2001: Weißwasser will sich mit einem umgebauten Stadion als Austragungsort bewerben. In: Spiegel Online. 5. Juni 1999, abgerufen am 11. März 2013.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLausitzer Füchse: Abriss-Tagebuch. Abgerufen am 21. Oktober 2011.
  7. „Fuchsbau“ Weißwasser auf Hockeyarenas.net
  8. Andreas Friebel (Pressemitteilung): Abriss vom alten Fuchsbau geht voran. Lausitzer Füchse, 10. Januar 2014, abgerufen am 10. Januar 2014.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAnna Müller-Heidelberg: Glasmacherstadt schaufelt der neuen Eishalle den Weg frei. Lausitzer Rundschau, 2.  März 2012, abgerufen am 24. September 2012.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEis-Arena bleibt deutlich unter den geplanten Kosten. Eissport Weißwasser, 31. Mai 2012, abgerufen am 24. September 2012.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDer deutsche Meister weiht die Arena ein. Sächsische Zeitung, 27. Juni 2013, abgerufen am 11. Juli 2013.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBericht zur Pressekonferenz der Saisoneröffnung 2013/14. es-weisswasser.de, 10. September 2013, abgerufen am 11. September 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing