Eitorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eitorf
Eitorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eitorf hervorgehoben
50.76977.45295Koordinaten: 50° 46′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 69,9 km²
Einwohner: 18.585 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53783
Vorwahl: 02243
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 016
Gemeindegliederung: 58 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 1
53783 Eitorf
Webpräsenz: www.eitorf.de
Bürgermeister: Rüdiger Storch (FDP)
Lage der Gemeinde Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Eitorf nach einem Stahlstich von C. Hohe
Der Ortseingang von Eitorf, aus dem Siegtal kommend
Das Siegufer bei Alzenbach
Blick von der Siegbrücke bei Alzenbach, 2008
Der Eipbach in Eitorf
Der Ottersbach bei Mittelottersbach
Die Mertener Höhe
Das Heiligenhäuschen Halfterfähre
Eitorf in seiner ältesten Darstellung von Jordan von der Waye 1607

Eitorf ist eine Gemeinde und Mittelzentrum des östlichen (rechtsrheinischen) Rhein-Sieg-Kreises im Süden Nordrhein-Westfalens.

Eitorf, Ortszentrum
Luftaufnahme Bahnhof Eitorf
Eitorf Ortsmitte

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Eitorf ist am Mittellauf der Sieg im ehemaligen Auelgau gelegen. Die Gemeinde liegt zwischen Bergischem Land und Westerwald etwa 25 km östlich von Bonn und 50 km südöstlich von Köln. Die Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Ruppichteroth, im Osten die Gemeinde Windeck, im Süden die Ortsgemeinden Asbach (Westerwald), Buchholz (Westerwald) und Kircheib in Rheinland-Pfalz und im Westen die Stadt Hennef.

Die Gemeinde wird südlich der Sieg vom namensgebenden Eipbach geteilt, nach dem außer Eipdorf auch Mühleip, Obereip und das außerhalb der Gemeinde liegende Kircheib benannt sind. Westlich davon fließt der Krabach, der die Grenze zur Kommune Hennef bildet. Im Norden der Sieg münden der Ottersbach und der Schmelzbach ein.

Der Hohe Schaden ist mit 388 m die höchste Erhebung der Gemeinde, weitere sind Hurst, der Küpp, der Richardsberg und die Höhensteine.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

Neben dem Hauptort mit etwa 9980 Einwohnern besteht die Gemeinde Eitorf aus folgenden Ortsteilen (alphabetisch): Alzenbach, Bach, Balenbach, Baleroth, Baumhof, Bitze, Blumenhof, Bohlscheid, Bruch, Büsch, Büsch bei Merten, Dickersbach, Halft, Hatzfeld, Hausen, Hecke, Heckerhof, Hohn, Hönscheid, Irlenborn, Josefshöhe, Käsberg, Kehlenbach, Keuenhof-Hove, Köttingen, Kreisfeld, Lascheid, Leye, Lindscheid, Lützgenauel, Merten, Mierscheid, Mittelottersbach, Mühleip, Nannenhohn, Nennsberg, Niederottersbach, Obenroth, Obereip, Obereiper Mühle, Oberottersbach, Plackenhohn, Rankenhohn, Richardshohn, Rodder, Rosenthal, Scheidsbach, Schellberg, Schellenbruch, Schmelze, Siebigteroth, Stein, Wassack, Weiden, Welterode, Wilbertzhohn und Wilkomsfeld.

Frühere Ortsteile[Bearbeiten]

Frühere Ortsteile auf dem Gebiet der Gemeinde sind: Bonhof (untergegangen), Bourauel (j. Eitorf), Brasshof (sp. Bourauel), Brölerhof (untergegangen), Buch/ Bücherhof (untergegangen), Delborn (untergegangen), Driesch (j. Wassack), Erlenbach (sp. Harmonie), Forst (j. Bitze), Halfterfähre (j. Alzenbach), Halftermühle (j. Halft),Happach (j. Bach), Harmonie (j. Eitorf), Hofstatt (untergegangen), Holzfurtermühle (unbekannt), Hombach (j. Eitorf), Huckenbröl (j. Eitorf), Hüppelröttchen (untergegangen), Jägeroth (j. Eitorf), Juckenbach (j. Wassack), Kau (j. Bach), Kelters (j. Eitorf), Oberbach (sp. Bach), Oberdorf (j. Eitorf), Oberhohn (j. Hohn), Linkenbach (j. Mühleip), Menghof (sp. Bourauel), Mosbach (untergegangen), Müllenacker (j. Halft), Niederbohlscheid (j. Bohlscheid), Oberbohlscheid (j. Bohlscheid), Ollichshof (untergegangen), Paulinenhof (untergegangen), Probach (j. Eitorf), Roth (sp. Untenroth j. Eitorf), Schiefen (j. Eitorf), Schirmeshof (sp. Harmonie), Schützenau (j. Bach), Siegbrücke (j. Alzenbach), Sterzenbach (j. Bitze), Storch (untergegangen), Th(i)elenbach (untergegangen), Thomashof (untergegangen), Uhlenhof (untergegangen), Uhlersharth (untergegangen), Untenroth s. Roth, Viehhof, Weierhof (untergegangen), Weyerhof (j. Halft) und Wissbonnen (j. Halft).


Geschichte[Bearbeiten]

Gemeindegeschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich war diese Gegend von den Sugambrern bewohnt, die von den linksrheinischen Römern vernichtend geschlagen wurden. Das Gebiet gehörte zum German Liberia, dem unbesetzten germanischen Siedlungsgebiet. Danach bildeten sich aus den ebenfalls hier siedelnden Tenkterern und anderen Völkern die Franken, hier die Ripuarier, die über den Rhein drängten und erst als Gegner der Römer, später als deren Vasallen und dann als deren Erben Frankreich und später auch ganz Deutschland beherrschten. Siedlungsneugründungen der Franken mit Endungen -ingen folgten, im Gemeindegebiet ist hierzu nur noch Köttingen ein Beispiel (danach drängten die Sachsen aus dem Norden vor, sichtbar an den Ortsnamen -hausen). Bei der Teilung des fränkischen Reiches unter Karl dem Großen gehörte diese Gegend erst zum Reich Ludwigs dem Deutschen, später bis zur Aufteilung aber auch zum Reich Lotharingen. Es bildet sich der Auelgau unter den lothringischen Ezzonen. Unter den Ottonen gehörte die Gegend zum Herzogtum Niederlothringen im Heiligen Römischen Reich. Unter Kaiser Maximilian gehörte der Rhein-Sieg-Kreis zum Niederrheinischen Kreis, der über die Maas bis Bremen reichte. Später entstand hier das Herzogtum Berg.

Mittelalter[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Eitorf in einer Urkunde des römisch-deutschen Königs Konrad III. aus dem Jahr 1144, in der dem Stift Vilich bestätigt wird, aus pfalzgräflichem Erbe im Jahre 978 unter anderem die Villa Eidtorph erhalten zu haben.

Neben einigen Sattelhöfen und Rittersitzen, z. B. dem Weyerhof, dem Viehhof, Burg Welterode und Probach gab es die kleine Wasserburg Welterode, deren Erneuerungsbau heute noch an der Asbacher Straße steht.

In Merten gab es eine alte Burg, bei der wahrscheinlich auch das erste Kloster Merten stand. Deren Standort war vermutlich in Höhe des Eisenbahneinschnitts gelegen. Die neue Burg und das neue Kloster Merten liegen wieder nebeneinander am Ortseingang von Merten.

In Forst gab es wahrscheinlich eine Burg, die den Weg durch den kaiserlichen Wald nach Forstmehren (Ww.) überwachte. Dort wurden vermutlich auch Münzen geprägt. Heute erinnert nur die Straßenbenennung Zur alten Burg zwischen Forst und dem Weiler Nennsberg an diese Überlieferung.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert wurde Eitorf Sitz des Landgerichtes.

Auch Eitorf blieb vom Dreißigjährigen Krieg nicht verschont, 1631 starb hier jeder Dritte. 1688 bis 1697 war der Ort vom pfälzischen Erbfolgekrieg, 1701 bis 1714 vom spanischen Erbfolgekrieg und 1740 bis 1748 der österreichischen Erbfolgekrieg betroffen, jeweils mit Durchmarsch feindlicher oder befreundeter und Verpflegung fordernder Truppen.

Vor 1806 gehörte das Kirchspiel Eitorf zum Amt Blankenberg. Die flächengleiche kommunale Gemeinde war bis 1744 unterteilt in die Honschaften Eitorf, Halft, Alzenbach, Sterzenbach, Linkenbach, Obereip, Lindscheid, Irlenbach, Merten, Thielenbach und Rankenhohn. Danach gab es nur noch die den heutigen Gemarkungen entsprechenden Honschaften oder Gemeinden Eitorf, Halft, Linkenbach und Merten. 1744 wurde auch das Landgericht Eitorf mit denen von Hennef-Geistingen und Neunkirchen zusammengelegt, Sitz des Gerichtes wurde Hennef-Warth.

Französische Herrschaft[Bearbeiten]

1797 wurden unter dem neuen Landesherren Napoleon Bonaparte 9.000 Männer aus dem Bergischen Land eingezogen. Auch in Eitorf kam es daher zu einem Knüppelrussen-Aufstand. 1806 bzw. 1808 wurde Eitorf unter der Verwaltung von Napoleon Sitz des Kantons Eitorf mit den Munizipalitäten Eitorf, Herchen, Ruppichteroth und Much. Es gehörte zum Département Sieg, Arrondissement Siegen.

Preußische Herrschaft[Bearbeiten]

1813 entstand nach Napoleons Niederlage vorübergehend als preußischer Verwaltungsbezirk das Generalgouvernement Berg. 1814 wurde das Großherzogtum Berg mit anderen Gebieten in vier Kreise aufgeteilt, die von Direktoren geführt wurden. Der Kanton Eitorf gehörte jetzt zum Kreis Wipperfürth und beinhaltet die Mairies Eitorf, Herchen, Much und Ruppichteroth. Seit 1816 gehörte Eitorf zur Provinz Jülich-Kleve-Berg. Aus den Kantonen Hennef und Eitorf wurde der Kreis Uckerath gegründet. 1822 entstand aus den beiden preußischen Provinzen das Rheinische Oberpräsidium mit Sitz in Koblenz. 1825 wurden die Kreise Siegburg und Uckerath zum Siegkreis vereint. 1830 wurde das Rheinische Oberpräsidium in Rheinprovinz umbenannt.

1864 entstand kurz eine eigenständige Gemeinde Merten, Eitorf wurde Spezialgemeinde. 1876 wurde aus dem seit der französischen Zeit bestehenden Friedensgericht das Amtsgericht Eitorf.[2] 1894 bestand Eitorf aus den Gemeinden Eitorf, Merten und Halft und 65 Ortsteilen.

1894 gab es das erste Automobil in Eitorf.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg starben circa 300 Mitbürger der Gemeinde als Soldaten. 1918 bis 1926 war Eitorf im Rahmen der Rheinlandbesetzung Grenzort zur französischen Besatzungszone, die bis Stadt Blankenberg reichte.[3]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Am 26. März 1945 wurde das südliche Gemeindegebiet den amerikanischen Besatzungstruppen überlassen. Die Brücken Merten, Bourauel, Kelters und mittags als letztes die bei Alzenbach wurden gesprengt. Die Alliierten standen auf dem Lindscheid und nahmen durch Tiefflieger- und Artilleriebeschuss fast alle Ortsteile unter Feuer. Die Gemeindeverwaltung war nach Bourauel und Kelters verlegt worden und zog sich ins Hatzfeld zurück. Die Bevölkerung hatte den Hauptort verlassen.

Bis heute[Bearbeiten]

Seit dem 1. August 1969 gehört Eitorf zu dem mit Teilen des Landkreises Bonn zusammengelegten Rhein-Sieg-Kreis. Gebietsveränderungen hat Eitorf bis auf eine Grenzbereinigung im Krabachtal (Eingliederung eines Teils der aufgelösten Gemeinde Uckerath) nicht erfahren.[4] Allerdings wurde bei der Reform das Amtsgericht Eitorf zugunsten des Amtsgerichts Siegburg aufgelöst.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1814 1829 1871 1875 1890 1895 1905 1933 1950 1961 1968 1991 2006 2013
Einwohner 3.383 3.914 5.412 5.730 6.891 7.675 7.323 8.652 11.611 13.008 14.513 16.427 19.741 18.585

Religionen[Bearbeiten]

Dorfkreuz in der Bouraueler Straße
Der jüdische Friedhof Am Ersfeld

Neben der ursprünglichen katholischen Religion hat sich aus Zuwanderern der Grafschaft Sayn (Seinsche), Verwaltungsbeamten und Flüchtlingen auch eine evangelische Gemeinde gebildet. Bis zur Shoa gab es auch eine kleine jüdische Gemeinde, die seit 1893 einen Betsaal in der Leienbergstraße 10 und seit 1918 einen eigenen Friedhof unterhielt. Inzwischen hat sich neben weiteren christlichen Gemeinden der Terebinthe, Neuapostolischen Kirche, Evangelischen Freikirche und der Zeugen Jehovas auch eine große muslimische Gemeinde mit eigenem Gebetshaus etabliert.

Kirchengemeinden[Bearbeiten]

Katholisch[Bearbeiten]

  • Katholische Pfarrgemeinde St. Patricius Eitorf
  • Katholische Pfarrgemeinde St. Aloysius Mühleip
    • St. Aloysius in Eitorf-Mühleip
    • St. Franziskus Xaverius in Eitorf-Obereip
  • Katholische Pfarrgemeinde St. Petrus Canisius
    • St. Petrus Canisius in Eitorf-Alzenbach

Evangelisch[Bearbeiten]

Freikirchlich[Bearbeiten]

  • „Terebinthe“
    • Gemeindezentrum im Ortskern, Brückenstraße

Neuapostolisch[Bearbeiten]

  • Neuapostolische Kirche

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
      
Von 46 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 51,99 % (2009: 58,62 %)
 %
40
30
20
10
0
18,66 %
35,07 %
23,05 %
11,99 %
6,94 %
4,28 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-23,30 %p
+7,81 %p
+8,01 %p
+5,61 %p
+1,86 %p
+1,05 %p
-1,04 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Eitorf. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt[5].

Gemeindedirektoren[Bearbeiten]

  • 1946–1960 Bernhard Drees
  • 1960–1972 Heinrich Lichius (SPD)
  • 1972–1975 Schubert
  • 1975–1987 Franz-Josef Welter (CDU)
  • 1987–1995 Lothar Gorholt (parteilos)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1995 ist in Eitorf die Doppelspitze abgeschafft und der Bürgermeister wieder – wie bereits vor 1946 – Hauptverwaltungsbeamter.


Amtszeit Bürgermeister Ehrungen
1797–1801 Reiner Komp /
1801–1808  ? Miebach /
1808–1815 Reiner Komp 1. Ehrenbürger d. Kantons, Kreuz der Ehrenlegion
1815–1830 Johann Peter Schildgen /
1830–1845 Heinrich Engels /
1845–1871 Mathias Engels /
1871–1892 Jacob Müller Jakobstraße, Müllerstraße und Müllerweg
1892–1918/1923 Gustav Adolf Wienecke Wieneckestraße
1923–1932 Theodor Weber /
1932–1945 Anton Ohligs /
1945–1949 Peter Etzenbach, CDU Peter-Etzenbach-Straße
1949–1950 Mathias Deutsch /
1950–1951 Josef Clarenz /
1951–1956 Mathias Deutsch /
1956–1958 Heinrich Lichius Heinrich-Lichius-Straße
1958–1961 Josef Clarenz /
1961–1964 Peter Etzenbach, CDU s.o.
1964–1969 Heinrich Decker, SPD /
1969–1984 Heinz-Josef Nüchel, CDU Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD
1984–1989 Heinrich Lichius, SPD s.o.
1989–1995 Gertrud Diwo, CDU /
1995–2004 Peter Patt, CDU Peter-Patt-Grundschule
seit 2004 Rüdiger Storch, FDP /

Wappen[Bearbeiten]

Das Recht zur Führung des Wappens der Gemeinde Eitorf wurde am 17. September 1934 durch das preußische Staatsministerium des Inneren in Berlin verliehen. Das Gemeindewappen ist gespalten und vorn geteilt von Silber und Rot; oben ein wachsender, blau bewehrter, roter Löwe, unten nebeneinander zwei aufgerichtete goldene Eicheln; hinten in Blau auf grünem Boden ein silberner Kirchturm mit rotem Spitzdach und goldener Wetterfahne. Der wachsende bergische Löwe weist auf die frühere Zugehörigkeit Eitorfs zum Herzogtum Berg hin. Die Eicheln waren bereits in dem 1580 verliehenen Eitorfer Gerichtssiegel des ehemaligen Gerichtssitzes (Dingstuhls) Eitorf enthalten. Der silberne Turm stellt den alten Turm der im Jahre 1167 konsekrierten Pfarrkirche auf dem Marktplatz dar. Nachdem die Kirche im Jahr 1889 abgebrochen wurde, stand der Turm als Wahrzeichen Eitorfs, bis er am 17. März 1945 einem Bombenangriff zum Opfer fiel.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Seit 1974 Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Bouchain
  • Seit 1994 Partnerschaft mit dem englischen Küstenort Halesworth

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die alte Toreinfahrt von Kloster Merten

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Gedenkstele auf dem Jüdischen Friedhof

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Am 2. November 2008 wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Eitorf eine Gedenkstele errichtet.[6]
  • Am 31. August 2009 wurden im Zentrum von Eitorf und auf Gut Heckenhof von dem Künstler Gunter Demnig insgesamt 24 Stolpersteine verlegt.[7]
  • siehe Liste der Baudenkmäler in Eitorf

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Stieleiche in Kreisfeld 10, ein mehr als 260 Jahre alter Baum von ca. 26 m Höhe
  • Stieleiche in der Edmund-Lohse-Straße 17, ein ca. 260 Jahre alter Baum

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Außerdem lebt in Eitorf eine große Population der Großen Mausohrfledermäuse. Etwa 200 Exemplare siedeln im Dachgeschoss des alten evangelischen Pfarrhauses, welches nach deren Entdeckung vom Naturschutzbund Deutschland baulich optimiert und angemietet wurde.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Bei Siegtal pur sind nur Radfahrer, Skater und Fußgänger erlaubt.
Karneval
Der rheinische Karneval hat hier am Rand des Westerwalds einen letzten Höhepunkt mit zahlreichen Karnevalssitzungen, einem Mini-Veedelszug in Eitorf-Käsberg am Samstag, sowie einem Mini-Veedelszug in Eitorf-Bourauel am Sonntag und einem großen Zug in Eitorf-Zentrum am Rosenmontag. Das erste Highlight der Närrischen Session ist hierbei die traditionell am ersten Samstag nach dem 11. 11. stattfindende Bürgersitzung der KG Turm-Garde Eitorf, zu der regelmäßig die Spitzenkräfte des Karnevals zu Gast sind. Betreut werden die Karnevalisten an der „Oberen Sieg“ durch den Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel e. V. im Bund Deutscher Karneval.
Kanu­wettbewerb
Im März und/oder April richten auf der Sieg die Wasserfreunde Köln 1931 einen offenen, auch international besetzten Kanuwettbewerb zur Eröffnung der Saison aus. Es ist nach Aussage der Veranstalter der zweitgrößte in Deutschland.
Eitorfer Frühling
Ausstellung der ansässigen Handwerker Anfang Mai.
Siegtal Pur
Es ist ein gemeinsamer autofreier Tag der Siegtalgemeinden von Siegburg bis Netphen mit Sperrung für den Kraftfahrzeugverkehr und freier Fahrt für Fahrradfahrer und Skater. Die landschaftlich schöne Strecke zwischen Siegauen und Felswänden in Hennef und Windeck hat ihren Mittelpunkt in Eitorf.
Fest der internationalen Begegnung
Das Fest der internationalen Begegnung findet jedes Jahr an einem Samstag im Sommer statt. Es werden Tänze und Musik geboten.
Am Ballonglühen 2007 nahmen zwölf Ballone und drei Modellballone teil.
Heißluftballon­treffen
Jedes zweite Jahr im Sommer veranstalten die Ballonfahrer Schröder ein großes Treffen der Heißluftballonfahrer. Besonderer Höhepunkt ist das abendliche Ballonglühen.
Eitorfer Kirmes
Oktoberfest der Feuerwehr Eitorf
Etabliert hat sich das immer im an einem Samstagabend im Oktober stattfindende Oktoberfest der Freiwilligen Feuerwehr Eitorf. Im bayerisch gestalteten Feuerwehrhaus sowie dem davor aufgestellten Festzelt wird zünftig im typisch bayerischen Stil gefeiert.
Kunstpunkte
Am dritten Oktoberwochenende veranstalten Eitorfer Geschäfte des Aktivkreises, ortsansässige Maler und Bildhauer und auch Musiker ein Wochenende der Kunst im gesamten Ortskern.
Heidehüttenturnier
Das jährliche Heidehüttenturnier ist eines der Wertungswettkämpfe des Deutschen Bogensport-Verbandes. Es wird auf dem Gelände des ehemaligen Paulinenhofes von der Windecker Bogengilde ausgerichtet. Zuschauer sind innerhalb der Sicherheitsmarkierungen erlaubt.
Weihnachtsmarkt
Der Weihnachtsmarkt findet jedes Jahr im Ortskern (Marktplatz) am ersten Adventswochenende (freitags bis sonntags) statt.
Sonstige
Daneben finden sich vor allem im Sommer jedes Wochenende zahlreiche Wald-, Dorf-, Straßen-, Sänger- und Vereinsfeste, darunter auch Traditionelles wie Tanz in den Mai, Pfingsteiersingen, St.-Martins-Umzüge und einen Erntedankzug. Daneben gibt es dienstags und freitags einen kleinen Wochenmarkt und Trödelmärkte. In Unregelmäßigen Abständen veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Eitorf in Zusammenarbeit mit der KG Turm-Garde Eitorf ein Open-Air Event mit namhaften Künstlern auf dem Marktplatz.

Sport[Bearbeiten]

Im Zentralort gibt es einen Kunstrasenplatz, eine Tennishalle und ein Hallenbad, daneben gibt es zahlreiche Sporthallen und Sportplätze, einen Golfplatz, zwei Schießstände und zwei Gelände für Feldbogen. Es gibt in der Gemeinde zahlreiche Sportvereine, darunter fünf Fußballvereine, zwei Schützenvereine und einen Tauchverein, außerdem einen Reitverein in Lindscheid.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die ehemalige Villa des Fabrikanten Julius Gauhe wird heute als CBT-Wohnheim benutzt
Sitz der Arge ist das ehemalige Mädchenwohnheim von Schoeller, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg auch kurz die Berufsschule untergebracht war.

Geschichte der Infrastruktur[Bearbeiten]

1892 erhielt Eitorf-Ort ein zentrales Trinkwassernetz und wurde an das Telefonnetz Köln angeschlossen. 1907 wurde der letzte öffentlich Brunnen geschlossen. 1895 erhielt Eitorf Elektrizität über die Kammgarnspinnerei. Seit 1900 gibt es eine geregelte Müllabfuhr.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Eitorf liegt an der Siegstrecke. Es hält der Rhein-Sieg-Express sowie die S-Bahn Rhein-Sieg (Linie S12 Düren–Köln–Au (Sieg)). Des Weiteren gibt es einen S-Bahn-Haltepunkt Merten (Sieg). Die Gemeinde gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg an.

In der Gemeinde gibt es weder eine Autobahn noch eine Bundesstraße. Das 346,5 km lange Straßennetz besteht aus Landesstraßen (32,7 km), 14 km Kreisstraßen und 295 km Gemeindestraßen. Die nächste Autobahnanbindung besteht zur A 3: Richtung Köln in westlicher Richtung durch das Siegtal über die Landesstraße 333 bis zur Anschlussstelle Hennef, Richtung Frankfurt am Main in südlicher Richtung bis zur Anschlussstelle Bad Honnef/Linz.[9] Hauptverkehrsstraßen sind die Bahnhofstraße und die Asbacher Straße.

Neben drei Mineralöl-Tankstellen gibt es auch eine Flüssiggas-Tankstelle.

In der Gemeinde sind 12.855 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 10.329 Pkw.[10]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Standort der ZF Sachs AG (ehemalige Boge GmbH) Automobil- und Schienenfahrzeugtechnik-Zulieferer
  • Krewel Meuselbach GmbH (Pharmazeutische Produkte: Aspecton, Mallebrin, Bromhexin, Hedelix, Regulax, Tramagit)
  • WECO Pyrotechnische Fabrik GmbH (Pyrotechnik, einer der größten Feuerwerkshersteller Europas)
  • Union-Gestüt Merten (Pferdezucht)
  • Schoeller Eitorf AG (Garnherstellung) hat seine Produktion in Eitorf im Jahr 2005 eingestellt und ins Ausland verlagert. Hier besteht noch ein Versandlager.
  • Gerstäcker Verlag GmbH, Europas größter Versandhandel für Schul- und Kunstbedarf
  • Rembrandtin Powder Coating
  • STK Service GmbH, Ingenieurbüro für Maschinen- und Anlagentechnik sowie Fahrzeugtechnik
  • Hüsges Dessous (vormals Hüsges Miederwaren), Fachgeschäft für Miederwaren, Dessous- und Bademoden
  • Elektro Wirtz, gegründet 1924 als Installationsgeschäft für Sanitär- und Elektroinstallationen, heute ein Fachgeschäft für Küchen- und Hausgeräte sowie Elektroanlagenbau

Die Arbeitslosenquote in Eitorf ist mit 9,4 % die höchste im Rhein-Sieg-Kreis (6,4 %) und liegt ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt (8,4 %) (Stand November 2007).

Frühere Unternehmen

  • Spirituosenfabrik Ernst Bötticher, am Markt (1873 bis 1913), in den Anfängen (1851) eine Salzhandlung
  • Zigarrenfabrik Phillipps, eine Filiale der Aachener Zigarrenfabrik, in der Brückenstraße, 200 Beschäftigte (ab 1868)
  • Eitorfer Bierbrauerei des Heinrich Engels, später Eitorfer Bierbrauerei Fußhöller, Kronenbrauerei und letztlich eine Filiale der Germaniabrauerei (ab 1879), Asbacher Straße
  • Zigarrenfabrik Kayser, Asbacher Straße (ab 1897)
  • IRIS LACK Baumann GmbH & Co. KG übergegangen in Rembrandtin Powder Coating.
Eitorf, Gewerbegebiet mit der Sieg im Vordergrund

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Hermann-Weber-Bad liegt unweit des Bahnhofs an der Sieg
Das Forstamt Eitorf ist in der ehemaligen Villa Baumann untergebracht
Das heutige Theater am Park war das erste Gymnasium von Eitorf
  • St.-Franziskus-Krankenhaus Eitorf
  • Polizeiwache Eitorf
  • Freiwillige Feuerwehr Eitorf
  • Landesbetrieb Straßenbau NRW, Straßenmeisterei Eitorf
  • Hermann-Weber-Bad (Frei- und Hallenbad mit großer Rutsche)
  • Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft
  • Biologische Station d. Rhein-Sieg-Kreises
  • Bezirksregierung Köln, Siegbetriebshof Eitorf
  • Kreisjugendamt, Jugendhilfezentrum Eitorf
  • Arbeitsamt Siegburg, Geschäftsstelle Eitorf
  • Arge (zuständig für Eitorf und Windeck)
  • Bürgerzentrum
  • Siegtalhaus, vereinsgetragen
  • Müllannahmestation der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft
  • Notar
  • Gemeindebibliothek Siegstraße
  • Friedhöfe Lascheider Weg, Am Ersfeld (jüdisch), Merten, Mühleip, Alzenbach

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschulen Brückenstraße, Alzenbach, Mühleip, Harmonie
  • Rudolf-Dreikurs-Schule f. Sprachbehinderte
  • Gemeinschaftshauptschule Eitorf
  • Berufskolleg d. Rhein-Sieg-Kreises
  • Siegtalgymnasium Eitorf
  • Musik- und Tanzschule der Gemeinde Eitorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt (chronologisch)[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Schröder: Zwischen Französischer Revolution und Preußens Gloria. Heimatverein Eitorf 1989.
  • Karl Schröder: Eitorf unter den Preußen 1815–1918. Heimatverein Eitorf e.V., Verlag Franz Schmitt, Siegburg 2002, ISBN 3-87710-321-9.
  • Gabriel Busch: Merten (Sieg). Verlag Reckinger & Co., Siegburg 1978.
  • Gabriel Busch: Im Spiegel der Sieg. Verlag Abtei Michaelsberg Siegburg, 1979, OCLC 613008640.
  • Gabriel Busch (Hrsg.): Kapellenkranz um den Michaelsberg. 113 Kapellen im alten Dekanat Siegburg. Verlag Abtei Michaelsberg, 1985.
  • H. Sussenburger: Alt-Eitorf. Eigenverlag, Eitorf 1938.
  • Hermann Josef Ersfeld: Eitorfer Pfarr-Chronik. ein Beitrag zur Ortsgeschichte einer rheinischen Landgemeinde von den Anfängen der Christianisierung bis heute. Eigenverlag, Eitorf 1984.
  • Hermann Josef Ersfeld: Eitorfer Bild-Chronik. ein Beitrag zur Ortsgeschichte 1850–1950, Eigenverlag, Eitorf 1980.
  • Josef Ersfeld: Eitorfer Kriegschronik. Eigenverlag, 1950.
  • Martin Hagedorn, Josef Diwo: Chronik der Eitorfer Schulen. Gemeinde Eitorf 1968.
  • Hans Peter Barrig: 125 Jahre Eitorfer Karneval. 1880–2005. 2005.
  • Hans Deutsch: Eitorfer Mühlen. Neunhundert Jahre Mühlengeschichte im Herzogtum Berg. Eigenverlag, 2008, DNB 987062328.
  • Willi Kremer: Eitorfer Schmieden im Wandel der Zeit. Eigenverlag 2009.
  • Hermann Josef Ersfeld: Kriegsjahre in Eitorf 1939–1945. Chronik einer rheinischen Landgemeinde im Zweiten Weltkrieg. 1996.
  • Hermann Josef Ersfeld: Mitten in Eitorf. Von Gebäuden und Ereignissen auf und um den Marktplatz 1145–2010. 2011.
  • Claudia Maria Arndt, Bernd Habel: Erzbergbau im Rhein-Sieg-Kreis und seiner Umgebung. Teil 2: Von Grubenfeld und Berghoheit. Rheinlandia-Verlag, Siegburg 2011, ISBN 978-3-938535-74-5.
  • Bernd Winkels: Die historischen Eitorfer Ortsfriedhöfe. Heimatverein Eitorf, Eitorf 2011, DNB 1015366031.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Der Rhein-Sieg-Kreis. Herausgeber: Oberkreisdirektor Paul Kieras. Stuttgart 1983, S. 267.
  3. a b Hermann Josef Ersfeld: Eitorfer Bild-Chronik, ein Beitrag zur Ortsgeschichte 1850–1950. Eigenverlag, Eitorf 1980.
  4.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 84.
  5. Gemeinde Eitorf. Ratswahl - Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  6. Enthüllung der Gedenkstele am 2. November 2008
  7. Aktion Stolpersteine Eitorf
  8. Gemeindebrief 2/2011 der Evangelischen Kirchengemeinde Eitorf, S. 20.
  9. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW: Mobilität in Nordrhein-Westfalen. Daten und Fakten 2010.
  10. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010.
  11. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger, Die Biographie. Siedler-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-88680-852-6.
  12. Rolf Schroers. im Westfälischen Autorenlexikon.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eitorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien