Ejer Bavnehøj

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Ejer Bavnehøj
Wiedervereinigungsturm (Genforeningstårnet) auf dem Ejer Bavnehøj (2008)

Wiedervereinigungsturm (Genforeningstårnet) auf dem Ejer Bavnehøj (2008)

Höhe 170,35 m
Lage Dänemark
Koordinaten 55° 58′ 37″ N, 9° 49′ 50″ O55.9770333333339.83065170.35Koordinaten: 55° 58′ 37″ N, 9° 49′ 50″ O
Ejer Bavnehøj (Midtjylland)
Ejer Bavnehøj
Gestein Kalkstein
Besonderheiten Nationale Gedenkstätte, Aussichtsturm, Hügelgräbergruppe

Der Ejer Bavnehøj [ɑi̯əʀ ˈbɑu̯nəhɔi̯ʔ] (auch Ejer Baunehøj) bei Skanderborg in Jütland ist mit 170,35 m die dritthöchste natürliche Erhebung Dänemarks. Der 51 cm höhere Møllehøj liegt allerdings nur etwa 200 m entfernt und wird zum gleichen Bergrücken gerechnet und misst 170,86 m. Damit ist er die höchste natürliche Erhebung des Landes.

Höhenbestimmung[Bearbeiten]

Offiziell war noch bis 2004 der Yding Skovhøj (172,54 m) die höchste Erhebung. Auf der Kuppe des Yding Skovhøj befindet sich jedoch ein Grabhügel aus der Bronzezeit, also ein menschliches Bauwerk, das nach Meinung der Geodäten nicht in die Höhenmessung einbezogen werden darf. Ohne den Grabhügel beträgt seine durch Bohrungen exakt ermittelte Höhe 170,77 m. Das macht ihn zur zweithöchsten natürlichen Erhebung Dänemarks.

Geschichte[Bearbeiten]

Das bereits erwähnte Hügelgräberfeld belegt die frühe Besiedlung der Landschaft. Im Mittelalter nutzte man den Berg zeitweise als Signalstation, um durch verabredete Feuer- oder Lichtsignale Nachrichten zu übermitteln. Noch im 19. Jahrhundert befanden sich auf dem Berggipfel in Kriegszeiten militärische Wachposten, so im Deutsch-Dänischen Krieg.

Die dänische Landesvermessung nutzte den Berggipfel im 19. Jahrhundert als Basis des topographischen Festpunkte-Netzes. Die Ausweisung des Bergrückens als Landschaftsschutzgebiet erfolgte 1917.

Die nationale Freude über die Wiedervereinigung mit Südjütland als Ergebnis der Volksabstimmung in Schleswig nach dem Ersten Weltkrieg führte 1920 zum Setzen eines Gedenksteines auf dem Berggipfel.

Am ersten Jahrestag der Denkmalweihe besuchte der dänische König Christian X. die Jubelfeier und lockte damit viele tausend Besucher an. Eine 1924 von dänischen Nationalvereinen organisierte Sammlung diente der Erbauung eines Nationaldenkmals, das zugleich als Aussichtsturm genutzt werden konnte. Der Genforeningstårnet ist etwa 13 m hoch und besteht laut Denkmalbeschreibung aus zwei miteinander verbundenen Triumphbögen. Im Jahr 1975 erwarb die Stadt Skanderborg das Denkmal.

Nach dänischer Tradition treffen sich am Denkmal alljährlich am vierten Augustwochenende Vertreter aus allen dänischen Regionen, um den Gedenktag der Wiedervereinigung zu zelebrieren.

Eine Raststätte der Europastraße 45 befindet sich in unmittelbarer Nähe und ist nach dem Berg benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Lars Lassen (Hrsg.): Skanderborg Kommune. 6 Auflage. Skanderborg 2007, ISBN 87-991139-2-9, S. 264.

Weblinks[Bearbeiten]