Ekkehard von Braunmühl

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Ekkehard von Braunmühl, eigtl. Wilhelm Ekkehard Hans Joachim Mariano von Braunmühl, (* 29. Dezember 1940 in Gleiwitz) ist ein freier Publizist und Kinderrechtler. Er ist Begründer der Antipädagogik.

Zum Konzept seiner Antipädagogik[Bearbeiten]

Braunmühl tritt für eine Abschaffung von Erziehung ein. Der „Dressur“ der Kinder durch Erziehen, um sie den Vorstellungen der Erwachsenen gemäß zu „formen“ – was ohnehin nicht gelingen könne – setzt er Respekt vor der sich entwickelnden Persönlichkeit und einen gleichberechtigten Umgang mit dem Kind gegenüber.

Zeit für Kinder[Bearbeiten]

Ihm sei klar, dass seine "Speisen" nicht allen Leuten schmecken werden, schreibt Braunmühl an seine Leser. Er wende sich an Menschen, die kinderfreundlich sein möchten. Kinderfreundliches Verhalten könne man nicht lehren, man müsse es selber lernen. Sein Buch sei deshalb ein Lernbuch mit "Rezepten", die man nicht einfach kopieren, wohl aber ausprobieren könne, um daraus eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Braunmühl möchte es als "Waffe im antipädagogischen Freiheitskampf" verstanden haben. Allerdings sei es nebensächlich, ob jemand diese Worte benutze.

Es komme ihm darauf an, dass Menschen überall sich für Kinderfreundlichkeit einsetzen. Kinderfreundlich werde eine Welt dann, wenn sie Leben und Freiheit von Kindern schütze und für sie eintrete. Es gelte dabei der Aktivität von Kindern Platz zu schaffen. Kinder möchten "ausprobieren" und "selbständig lernen", statt "erzogen" d. h. eigentlich "dressiert" zu werden. Er nennt in der Einleitung Carl Rogers, Margaret Mead und Lloyd de Mause, die wie er schildern, was Kindern täglich geschieht.

Braunmühl erläutert in weiteren Kapiteln detailliert und unter unterschiedlichen Aspektekten die Folgen von Erziehung. Er charakterisiert seine Idee einer gleichberechtigten "Freundschaft mit Kindern" und berichtet über die Entwicklung und den Wandel des Kinderschutzes, insbesondere des Kinderschutzbundes in Deutschland.[1]

Antipädagogische Aufklärung[Bearbeiten]

Seine Auffassungen wurden von Hubertus von Schoenebeck übernommen, allerdings nach Ansicht von Braunmühl in sehr missverständlicher bis verdrehter Weise. Dies löste eine heftige Diskussion aus, welche 1997 in der Veröffentlichung des Buches „Was ist antipädagogische Aufklärung? Mißverständnisse, Mißbräuche, Mißerfolge der radikalen Erziehungskritik“ durch von Braunmühl gipfelte.

Antipädagogisches Kinderhaus[Bearbeiten]

1970 begründete Braunmühl mit seiner und 25 anderen Familien den Elternverein 1. APC Kinderhaus e.V. (1. Antipädagogischen Club) in Wiesbaden. Dieser wird bis heute erfolgreich in der antipädagogischen Tradition als Kindertagesstätte fortgeführt.

Werke[Bearbeiten]

  • Ekkehard von Braunmühl: Antipädagogik. (1975), Neuauflage: tologo, Leipzig 2006, ISBN 978-3-9810444-3-0.
  • Ekkehard von Braunmühl: Zeit für Kinder. (1978), Neuauflage: tologo, Leipzig 2006, ISBN 978-3-9810444-2-3
  • Ekkehard von Braunmühl: Musterkind. Tagebuch eines minderjährigen Menschen, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1984, Neuauflage: tologo, Leipzig 2007, ISBN 978-3-9810444-6-1
  • Ekkehard von Braunmühl: Der heimliche Generationenvertrag. Jenseits von Pädagogik und Antipädagogik., Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1986, ISBN 3499179997.
  • Ekkehard von Braunmühl: Zur Vernunft kommen. Eine 'Anti-Psychopädagogik.' Beltz, Weinheim 1990, ISBN 3407340362
  • Annette Böhm, Ekkehard von Braunmühl: Liebe ohne Hiebe Patmos Verlag, Leipzig 1993, ISBN 3491500079
  • Annette Böhm, Ekkehard von Braunmühl: Gleichberechtigung im Kinderzimmer. Der vergessene Schritt zum Frieden. Patmos Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-491-50012-5
  • Ekkehard von Braunmühl: Was ist antipädagogische Aufklärung? Mißverständnisse, Mißbräuche, Mißerfolge der radikalen Erziehungskritik. Kid Verlag, 1997, ISBN 3929386151

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Zeit für Kinder, 1978, S. 7-15.

Weblinks[Bearbeiten]