Ekkehard von Huysburg

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Grab in der Klosterkirche

Ekkehard von Huysburg (* im 11. Jahrhundert; † 28. Juni 1084) war Domherr zu Halberstadt und erster Abt des Klosters Huysburg.

Leben[Bearbeiten]

Ekkehard lebte im 11. Jahrhundert.

Der Annalista Saxo schilderte die ersten Vorgänge der einsetzenden Entwicklung und Ausbreitung der monastischen Reformrichtung auf der neun Kilometer nordwestlich von Halberstadt gelegenen Huy im Harzkreis. Danach begab sich um 1070 die bisherige Quedlinburger Nonne Bia (Pia) zur Huysburg. Der dortige Kanoniker Ekkehard, der Sehnsucht nach einem anderen geistlichen Leben hatte, wurde durch den Abt Bernhard I. vom Johanniskloster auf dem Berge vor Magdeburg zum Mönch geweiht.[1] Cui ne divinum servicium deesset, Ekkehardum canonicum sancti Stephani Halberstad, quem ipsa secreti sui desiderii antea consicum fecerat, prebisterum ibidem constituit et competentem tribuens mansionem stipendia utris que necessaria providit, cum tamen ignoraret episcopus amborum animos tam dudum in eodem fuisse preposito.[2]

1076 sei die Nonne Adelheid aus Gandersheim auf Veranlassung von Ekkehards zur Huysburg gekommen. Aus Unzufriedenheit mit der verfallenen klösterlichen Zucht in Gandersheim verließ sie den dortigen Marienkonvent, um am Aufbau des Reformkurses auf der Huy nach den Regeln mitzuhelfen. Ekkehard habe dann neben Bia und Adelheid auch noch die Nonne Ida aus Quedlinburg aufgenommen.

Neben Meinhold, auch Mainzo genannt, suchte auch der im Kloster Berge unzufriedene Mönch Thizelin als neuen Ort für sein monastisches Leben die Einsiedlerei auf der Huysburg. Der Halberstädter Bischof Burchard II. bat den Magdeburger Erzbischof Werner von Steußlingen, Thizelin für das Vorhaben Huysburg freizugeben. Die monastische Betreuung für das neue coenobiumübte im Auftrag des Halberstädter Bischofs der Abt vom Kloster Berge aus. Die Huysburger Gemeinschaft vertrat Ekkehard nach außen, Thizelin war bestimmend für die spiritualia und die monastische Disziplin.[3]

Erster Klosterabt[Bearbeiten]

Nach dem Tod Thizelins am 18. November 1080 wurde Ekkehard , wohl im Konsens mit dem Bischof, am 24. Dezember 1080 als Klostervorsteher bestimmt. Am 21. Juni 1081 spendete ihm der Halberstädter Bischof Burchard II. die Abtsweihe.[4] Abt Ekkehard ließ im östlichen Teil der civitas, dem Gebäudeensemble der Huysburg, eine den hl. Sixtus gewidmete capella erbauen. Es sollten wegen der Klause die wallfahrenden Menschen eine Andachtsstätte haben. Ekkehard resignierte jedoch schon am 13. August 1083 und starb am 28. Juni 1084.[5]

Mit Ekkehard endete der Gründungsprozess des Benediktinerklosters auf dem Huy.

Grabplatten[Bearbeiten]

Nach seinem Tod am 28. Juni 1084 wurde Ekkehard in der Klosterkirche der Huysburg beigesetzt. Seine Grabstätte war zunächst die Sixtuskapelle, bis seine Gebeine nach der Weihe der neuen Klosterkirche 1121 gemeinsam mit denen des Mönches Thizelin mit großer Ehrbietung in diese überführt wurden.[6]. 1121 wurde Ekkehard als Gründerabt seliggesprochen. Die im Boden eingelassene Bronzeplatte befindet sich im nördliche Querhaus der Klosterkirche. Die im 15. Jahrhundert entstandene Platte über einer niedrigen Tumba zeigt, eingeritzt auf einem erstaunlich schmalen Bildfeld und umgeben von einer Inschrift, den Abt in vollem Ornat.[7]

2004 fand der frühere Apostolische Administrator für Magdeburg, Bischof Johannes Braun, dort ebenfalls seine letzte Ruhestätte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christof Römer: Huysburg. Geschichtlicher Überblick. In: Germania Benedictina Band X-1. Die Mönchsklöster der Benediktiner in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. St. Ottilien 2012 ISBN 978-3-8306-7571-6 S. 627–648.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronicon Hujesburgense. Menzel 1934, S. 140.
  2. Christof Römer: Huysburg. In: Germania Benedictina. Bd. X-1 2012, S. 628.
  3. Chronicon Hujesburgense. Menzel 1934, S. 141. Gesta abbatum Bergensium. Holstein 1870 S. 375.
  4. Christof Römer: Huysburg. In: Germania Benedictina. Bd. X-1 2012, S. 269.
  5. Chronicon Hujesburgense, Menzel 1934, S. 142. Todtenbuch des Klosters Huisburg, ed. Ess 1810 S. 78.
  6. Chronicon Hujesburgense, Menzel 1934, S. 144, zur Grabinschrift S. 145.
  7. Anne Mueller von der Hagen: Das Benediktinerkloster Huysburg 1997 S. 14–15.