Ekkyklema

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Das Ekkyklema (von griech. ἐκκυκλεῖν - herausrollen, herausdrehen) ist ein antikes theatertechnisches Gerät, von dem zwar bekannt ist, dass es existiert hat, jedoch nicht, wie es genau beschaffen war. Es wurde erstmals in einem Stück des Griechen Aristophanes erwähnt, was die Entstehungszeit in das 5. Jahrhundert v. Chr. rückt. Wirklich gesichert ist diese Vermutung jedoch nicht.

Aufbau[Bearbeiten]

Auch Aufbau und Aussehen des Ekkyklema sind weiterhin umstritten, da uns keinerlei zeitgenössische Zeichnungen erhalten blieben.

  • Einige Forscher halten es für eine mittels Rollen bewegbare Vorrichtung, wobei jedoch unklar ist, wie dieser 'Wagen' nun ausgesehen haben mag: Eine drehbare Plattform, welche in die Skene integriert war, eine mit Rädern versehene kleine Bühne oder eine rollbare Kline
  • Eine zweite Theorie will das Ekkyklema als ein statisches Bild verstanden wissen, welches hinter einem Vorhang oder ähnlichem verborgen war, um zu gegebenem Zeitpunkt 'enthüllt' zu werden.

Verwendung[Bearbeiten]

Mit Hilfe dieser Vorrichtung war es möglich, dem Publikum außerhalb der Bühne (z. B. das Innere eines Hauses) Geschehenes näherzubringen. Die Schauspieler, welche das Ekkyklema nutzten, verblieben höchstwahrscheinlich unbeweglich und stumm an ihrem Platz, solange sie für die Zuschauer sichtbar waren, quasi eine frühe Form des Tableau Vivant. Die so dargestellten Bilder enthielten einen hohen Informationscharakter und waren leicht zu entschlüsseln, so dass das Publikum sich selbst erschließen konnte, was hinter der Bühne vorgefallen sein musste.

Beispiele[Bearbeiten]

In Agamemnon von Aischylos sieht das Publikum unvermittelt das Innere des Palastes aus der mittleren Tür des Hauptgebäudes mit der silbernen Badewanne des Königs an zwei Stellen (V. 967 und 1349). In der Elektra von Sophokles befiehlt Aegisth das Palasttor zu öffnen, bevor ein verhüllter Leichnam auf die Bühne des Ekkyklemas geschoben wird (V. 1450).

Weblinks[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

  • Aeschylus, Karl Otfried Müller: "Aeschylos Eumeniden", Hrsg. Dieterich, 1833 S. 103f.(Google Books)