Eko Fresh

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Eko Fresh (2007)

Eko Fresh (bürgerlich Ekrem Bora; * 3. September 1983 in Köln[1]) ist ein deutscher Rapper türkischer Abstammung.

Leben

Anfänge und Optik Records (1999–2003)

Eko Fresh wuchs als Sohn einer alleinerziehenden Mutter in Mönchengladbach auf. Im Alter von 15 Jahren begann er mit dem Rappen. Zwei Jahre später lernte er den Rapper Kool Savas kennen, der Eko Fresh nach Berlin einlud. Kurze Zeit später, am 10. Dezember 2001, veröffentlichte Eko Fresh seine erste EP Jetzt kommen wir auf die Sachen, die von Savas' Produzentin Melbeatz über das Label Royal Bunker produziert wurde. Gleichzeitig steuerte zu dem Track Hooo der Kool Savas-Single Haus und Boot einen Gastbeitrag und wurde zu seinem festen Back-Up-MC.

2002 unterschrieb Eko Fresh bei Savas' neu gegründetem Label Optik Records einen Vertrag und war im Anschluss mit mehreren Gastbeiträgen auf Kool Savas Debütalbum Der beste Tag meines Lebens, der gleichnamigen Single und dem Sampler Optische Elemente vertreten. Zudem veröffentlichte Eko Fresh am 7. Juli 2003 die Maxi-Single König von Deutschland, die Platz 15 der deutschen Single-Charts erreichte.

Wegen interner Differenzen verließ er 2003 nach Veröffentlichung der EP König von Deutschland das Label.[2] Schon bald darauf erschien Eko Freshs Debütalbum Ich bin jung und brauche das Geld, welches sich auf Platz 16 der Media-Control-Charts platzieren konnte. In den Singlecharts erreichte er mit dem Titeltrack des Albums sogar Platz 5.

Zwischen Rap & Pop und Battle mit Kool Savas (2004–2005)

Anschließend wurde Thomas Stein, der damalige Chefmanager von BMG, auf Eko Fresh aufmerksam. Daraufhin wurde Eko Fresh als Songwriter für die Sängerin Yvonne Catterfeld beauftragt. Ein von Eko Fresh als Co-Autor geschriebenes Lied erschien im Januar 2004 als Single unter dem Titel Du hast mein Herz gebrochen und erreichte sofort Platz 1 der deutschen Single-Charts. Mit König für Deutschland wurde Eko bei der Echoverleihung 2004 für den Musikpreis Echo in der Kategorie Newcomer-VideoNational nominiert. Im Verlaufe des Jahres folgte eine Comet-Nominierung als Newcomer National.

Im selben Jahr veröffentlichte Eko Fresh mit seiner Freundin und Sängerin Valezka das gemeinsame Album L.O.V.E., das eher dem Musikgenre R'n'B zuzuordnen ist. Mit der auf Platz 16 verzeichneten Single L.O.V.E. konnte Eko zwar einen weiteren Erfolg einfahren, jedoch platzierte sich das Album bloß auf Platz 54 und sorgte in der deutschen Hip-Hop-Szene, insbesondere aus dem Umfeld seines ehemaligen Mentors Kool Savas, ob seiner Mainstream-Ausrichtung für mitunter heftige Kritik.[3][4][5] Gemeinsam mit dem Rapper Azra veröffentlichte er das Album Dünya Dönüyor – Die Welt dreht sich über sein altes Label Royal Bunker, mit welchem er einen Charteinstieg jedoch verfehlte.

Gleichzeitig gründete Eko Fresh sein eigenes Plattenlabel German Dream Entertainment, bei dem neben Eko Fresh selbst auch Summer Cem unter Vertrag steht. Zudem gehören Farid Bang, Capkekz, G-Style, Hakan Abi, Kingsize und Prodycem zum näheren Umfeld des Plattenlabels. Kay One, der 2007 zu ersguterjunge wechselte,[6] stand für kurze Zeit ebenfalls bei German Dream unter Vertrag.[7] Im Laufe der Jahre wurde das Label in German Dream Evangelium umbenannt.

Ende 2004 veröffentlichte Eko Freshs mit Die Abrechnung einen musikalischen Rundumschlag, in welchem er viele Akteure der deutschen Rapszene wie Bushido, MC Rene, die Aggro Berlin-Rapper Fler, B-Tight und Sido, vor allem aber seinen ehemaligen Labelchef Kool Savas verbal anging. Mit diesem Lied trat Eko eine ganze Reihe an Disstrack-Antworten los.[8] Nachdem Fler und B-Tight mit dem Titel Du Opfa antworteten, ließ Eko, für manche Beobachter überraschenderweise, gemeinsam mit Bushido einen weiteren Titel folgen. Im Februar 2005 veröffentlichte Kool Savas derweil seine Antwort Das Urteil, welcher von vielen Beobachtern als Meilenstein der Deutschrap-Geschichte angesehen wurde.[9][10] Beim Myfest 2005 in Berlin-Kreuzberg wurde Eko Fresh von einem Zuschauer mit einer Bierflasche getroffen und erlitt eine Platzwunde.[11] Im Herbst 2005 wurde Eko Fresh in Bielefeld mit einem Lungenriss ins Krankenhaus eingeliefert.[12]

ersguterjunge-Zeit: Hart(z) IV, Gheddo und Ekaveli (2006–2007)

Ab 2006 war Eko auf mehreren Veröffentlichungen Bushidos und den Samplern Nemesis und Vendetta von dessen Label ersguterjunge vertreten. Am 2. Juni 2006 veröffentlichte er selbst die Single Gheddo, auf der Bushido einen Gastauftritt hat. Mit Platz 15 verzeichnete diese Ekos höchste Chartplatzierung seit 3 Jahren. Am 23. Juni 2006 erschien das Album Hartz IV. Auf dem Turkish Remiks der Single rappt Eko das zweite Mal nach dem Album Dünya Dönüyor auf Türkisch. Im Dezember 2006 unterzeichnete Eko schließlich einen Vertrag mit ersguterjunge.[13] German Dream Entertainment wurde von Eko währenddessen weitergeführt.

Im Jahr 2007 bestritt Eko Fresh, der als großer Wrestling-Fan gilt, mehrere Auftritte in der deutschen Wrestling-Liga German Stampede Wrestling als Manager von Murat Bosporus und schrieb auch dessen Einlaufmusik. Im Januar 2008 bestritt er in diesem Rahmen auch selbst einen Kampf gegen den Wrestler Erick Schwartz. Diesen verlor er durch K.O.. Im November 2007. Murat Bosporus spielte daraufhin im Musikvideo zu Eko Fresh gemeinsam mit Bushido aufgenommener Single Ring frei, welcher Ende 2007 Platz 64 der Single-Charts erreichte. Das gleichzeitig veröffentlichte Soloalbum Ekaveli erreichte derweil bloß Platz 100 der deutschen Album-Charts.

Im Dezember 2007 veröffentlichte Eko Fresh auf seiner offiziellen MySpace-Seite einen Blog, in dem er angab, dass er im Moment nicht wisse, wie es mit seiner Karriere weitergehen solle.[14] Später tauchte ein Video auf der Video-Plattform YouTube auf, in dem Eko Fresh öffentlich auf einem Konzert Ich bin weg von Bushido, jetzt macht das Leben wieder Spaß!‘ rappt. In der nächsten Passage rappt er Du hast es mir geglaubt, ich hör’ mit dem Rappen auf, doch ich hab dich total verarscht!.

Zurück zu den Wurzeln (2009 bis heute)

Im August 2009 veröffentlichte Eko Fresh die EP Jetzt kommen wir wieder auf die Sachen, welche fünf Songs sowie einen Gastbeitrag von Farid Bang enthielt. Der Titel sowie das Cover war deutlich an Eko Freshs erste Veröffentlichung, der Jetzt kommen wir auf die Sachen-EP im Jahr 2001, angelehnt.[15] Laut eigenen Angaben wollte er damit einen Schritt zurück zu seinen Wurzeln machen. So ist auch der Song Bitte Spitte 2010 mit Farid Bang auf dem Tonträger, der den Nachfolger zum 2003 veröffentlichten Lied Bitte Spitte, damals mit Kool Savas, darstellte.[16]

Am 25. Juni 2010 erschien sein viertes Solo-Album Was kostet die Welt?, vorab wurde die Doppelsingle Königin der Nacht/Arschloch ausgekoppelt, welche Platz 94 der deutschen Singlecharts erreichte.[17] Auf dem Album waren Gastbeiträge von G-Style, Stefan Lust, Farid Bang, Sentino, CJ Taylor, Summer Cem, Cetin, Bass Sultan Hengzt und Ado Kojo enthalten. Der Tonträger erreichte Platz 36 der deutschen Albencharts.[18]

Am 2. September 2011 veröffentlichte Eko Fresh sein fünftes Solo-Album Ekrem. Ekrem ist auf Platz fünf der deutschen Charts eingestiegen. In der Schweiz erreichte das Album Platz 15 und in Österreich Platz 33.

Im Oktober erschien das Mixtape Freezy Bumaye 1.0 – Es kann nur einen geben, welches nur im Paket mit einem T-Shirt erhältlich war. Darauf rappt Eko Fresh ausschließlich auf bereits verwendete US-Beats. Die Auflage des Mixtapes ist auf 500 Stück limitiert. Features stammten von Sentino, Ado Kojo, Farid Bang, Summer Cem, Ali A$, Pretty Mo, Money Boy und Hakan Abi.[19] Knapp zwei Monate später erschien bereits der zweite Teil der Freezy Bumaye-Reihe, diesmal mit dem Untertitel Es war alles meine Idee. Zum Mixtape wurden zwei Videos zu Hey! und Kai Ebel Style ausgekoppelt.[20]

Mit dem im August 2012 veröffentlichten Doppelalbum Ek to the Roots gelang Eko Fresh ein erfolgreicher Einstieg auf Platz 3 der Albumcharts.

Im August 2013 erschien sein siebtes Soloalbum Eksodus, mit dem Eko Fresh zum ersten Mal Platz 1 der deutschen Charts erreichte.

Sonstiges

Eko ist auch als Songwriter tätig. Darüber hinaus gab es eine Single mit den englischsprachigen Rappern Xzibit und Raptile, bei der er (allerdings nur auf der deutschen Veröffentlichung) mit seiner Gruppe Anti Garanti (Eko Fresh & Summer Cem) mitwirkte. Die Single heißt Make Y’all Bounce.

Bei der TV total Autoball Europameisterschaft trat Eko Fresh für die Türkei an. Da er zu diesem Zeitpunkt über keine Fahrpraxis verfügte, fuhr er beim ersten Spiel mit ca. 30 km/h in eine Bande und betrieb während der Veranstaltung über einen längeren Zeitraum die Scheibenwischer seines Wagens. Die Zuschauer initiierten daraufhin die La-Ola-Welle im Takt der Scheibenwischer.

Im Jahr 2014 trat Eko Fresh bei der TV total Autoball Weltmeisterschaft an.

In Kooperation mit dem Hersteller ICY BOX hat Eko Fresh ein eigenes Kopfhörermodell entwickelt, das am 31. Oktober 2012 auf den Markt gebracht wurde.[21]

Auszeichnungen

  • Juice-Awards: Bester Newcomer 2002
  • Juice-Awards: Bester Newcomer 2003
  • Bravo Otto 2003: Hip-Hop National

Diskografie

Hauptartikel: Eko Fresh/Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chart-Position[22] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
2003 Ich bin jung und brauche das Geld 16
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. November 2003
2004 L.O.V.E. (Life of Valezka & Eko) 54
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Mai 2004
(mit Valezka)
Dünya Dönüyor – Die Welt dreht sich Erstveröffentlichung: 7. Juni 2004
(mit Azra)
2005 German Dream Allstars 47
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. April 2005
2006 Hart(z) IV 24
(8 Wo.)
70
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Juni 2006
2007 Ekaveli 100
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. November 2007
2010 Was kostet die Welt? 36
(1 Wo.)
97
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Juni 2010
2011 Ekrem 5
(2 Wo.)
33
(1 Wo.)
15
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. September 2011
2012 Ek to the Roots 3
(3 Wo.)
10
(2 Wo.)
4
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. August 2012
2013 Eksodus 1
(4 Wo.)
6
(3 Wo.)
2
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. August 2013

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eko Fresh - 1000 Bars/Wie kaufe ich eine JUICE? (JUICE TV Interview) Abgerufen am 12. November 2010.
  2. Optik Records: Kool Savas trennt sich von Eko [laut.de] 7. August 2003, abgerufen am 22. Dezember 2013
  3. Kool Savas: "Ich lache über Ekos Kinderkacke" laut.de, 20. April 2004, abgerufen am 5. Januar 2014
  4. Eko Fresh: Große Liebe, echter Hass! max.de, abgerufen am 22. Dezember 2013
  5. Dies Das: Eko Fresh Aggro.TV, 15. August 2013, abgerufen am 23. Dezember 2013 (Video)
  6. Kay One unterschreibt bei Bushido auf hiphop.de
  7. Ich bin Bushido so unendlich dankbar auf suedkurier.de
  8. Kool Savas: Die nächste Runde im Monster-Battle laut.de, 2. Februar 2005, abgerufen am 23. Dezember 2013
  9. Kool Savas: Eko Disstrack zum Download laut.de, 8. Februar 2005, abgerufen am 23. Dezember 2013
  10. Kool Savas im Interview: Ich schreib schon lange keine Ficksongs mehr brash.de, 10. November 2011, abgerufen am 14. Dezember 2012
  11. Anzeige gegen Flaschenwerfer: Eko Fresh berliner-kurier.de, 3. Mai 2005, abgerufen am 22. Dezember 2013
  12. Eko Fresh: Hasch-Beichte im "Free Bushido"-Shirt laut.de, 10. Auust 2005, abgerufen am 23. Dezember 2013
  13. Eko unterschreibt bei ersguter Junge, Kollabo-Album mit Bushido hiphop.de, 19. Dezember 2006, abgerufen am 23. Dezember 2013
  14. rap.de: „Eko beendet Karriere“, 19. Dezember 2007
  15. Eko Fresh – Jetzt kommen wir wieder auf die Sachen (Video + Interview)
  16. Eko Fresh feat. Farid Bang – “Bitte Spitte 2010″
  17. Chartverfolgung von Königin der Nacht/Arschloch
  18. Chartverfolgung von Was kostet die Welt?
  19. Deutscher Hip Hop, abgerufen am 11. Oktober 2012
  20. Eko Fresh – Freezy Bumaye 2.0 (Vö: 10. Dezember 2010)
  21. kopfhoerer.com: Eko Beats Kopfhörer – das Gerät zum Sound von Eko Fresh, abgerufen am 5. Januar 2013.
  22. Chartquellen: DE AT CH