El Burgo de Osma-Ciudad de Osma

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Gemeinde El Burgo de Osma - Ciudad de Osma
El Burgo de Osma – Stadtmauer und Turm der Kathedrale
El Burgo de Osma – Stadtmauer und Turm der Kathedrale
Wappen Karte von Spanien
Wappen von El Burgo de Osma - Ciudad de Osma
El Burgo de Osma-Ciudad de Osma (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Tierras del Burgo
Koordinaten 41° 35′ N, 3° 4′ W41.586666666667-3.0672222222222906Koordinaten: 41° 35′ N, 3° 4′ W
Höhe: 906 msnm
Fläche: 289,35 km²
Einwohner: 5.163 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 17,84 Einw./km²
Postleitzahl: 42300
Gemeindenummer (INE): 42043 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ayuntamiento de El Burgo de Osma www.burgosma.es/ Ayuntamiento de El Burgo de Osma
Straßen und Häuser in der Nähe der Kathedrale

El Burgo de Osma-Ciudad de Osma (häufig nur El Burgo de Osma genannt) ist eine spanische Gemeinde im Südwesten der Provinz Soria der Autonomen Region Kastilien-León. Sie zählt 5163 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) und ist damit die drittgrößte Gemeinde der Provinz nach Soria und Almazán. Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Osma-Soria, das seinerseits wiederum zum Erzbistum Burgos gehört.

Seit 1962 ist El Burgo de Osma als Ort besonderen touristischen Interesses (Villa de Interés Turístico) anerkannt und seit 1993 ist der mittelalterliche Ortskern als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico klassifiziert.

Lage[Bearbeiten]

Der etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel liegende Ort umfasst zwei Teile – das mittelalterliche El Burgo de Osma liegt nordöstlich der Einmündung des Río Abión in den Río Lobos, eines Nebenflusses des Duero. Am Westufer des Río Lobos befindet sich die kleinere Neustadt Ciudad de Osma.

Die Provinzhauptstadt Soria ist etwa 60 Kilometer (Fahrtstrecke) in nordöstlicher Richtung entfernt. Sehenswert sind auch die unter Denkmalschutz stehenden Orte San Esteban de Gormaz (ca. 12 Kilometer westlich) und Berlanga de Duero (ca. 25 Kilometer südöstlich) sowie das etwa 19 Kilometer nördlich gelegene Dorf Ucero.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 3.041 5.908 4.996 5.054 5.027 5.287

Von 1850 bis 1950 hatte El Burgo de Osma beständig zwischen 3.000 und 4.000 Einwohner. Der Bevölkerungsanstieg zwischen 1960 und 1970 ist auf die Eingemeindung von 13 Dörfern und kleineren Landgemeinden (aldeas) zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Mittelalter war Burgo de Osma das religiös-kulturelle und handwerklich-wirtschaftliche Zentrum der Gemeinden im Umland – eine Position, die es bis auf den heutigen Tag beibehalten hat. In den 1990er Jahren ist im Süden der Stadt ein Gewerbegebiet (Polígono Industrial ‚LAGÜERA‘) geschaffen worden.

Geschichte[Bearbeiten]

Stele aus Uxama

Die Bezeichnung Osma leitet sich vom Namen der auf einem Hügel westlich der heutigen Stadt gelegenen keltiberischen (genauer arevakischen) Siedlung her, die im Jahre 99 v. Chr. von den Römern erobert wurde und den Namen Uxama Argaela erhielt. Wenige Jahre später (72 v. Chr.) wurde Uxama nach einem Aufstand von den Truppen Gnaeus Pompeius Magnus' zerstört, anschließend aber wiederaufgebaut. Unter den Westgoten wurde Oxoma oder Osoma im Jahre 597 Bischofssitz.

Im frühen 8. Jahrhundert fiel Uxama, wie fast die gesamte iberische Halbinsel, in die Hände muslimischer Eroberer und erhielt den Namen Waxsima. 912 gelang dem kastilischen Grafen Gonzalo Téllez die Rückeroberung. Noch im gleichen Jahr wurde auch mit dem Bau einer Befestigungsanlage begonnen, doch schon 934 kam der Ort erneut unter muslimische Herrschaft, um zu Beginn des darauffolgenden Jahrhunderts schließlich endgültig unter kastilische Oberhoheit zu fallen.

Zwischen 1101 und 1109 hatte Pedro de Bourges, der heute unter dem Namen San Pedro de Osma als Schutzheiliger der Stadt verehrt wird, das Bischofsamt inne. Er ordnete den Bau einer romanischen Kathedrale an der Stelle der heutigen Siedlung an – damals ein Vorort Uxamas. Um die Kathedrale entstand bald eine von Uxama unabhängige und anscheinend befestigte Ansiedlung (burgo), die fortan Osma genannt wurde. Während Burgo de Osma aufblühte, erlebte das alte Uxama einen Niedergang und wurde schließlich ganz aufgegeben.

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die romanische Kathedrale abgerissen und durch einen gotischen Neubau ersetzt, der 1361 fertiggestellt war und noch heute den Hauptteil des Kirchenbaus ausmacht. Die in Teilen erhaltene Stadtmauer entstand im 15. Jahrhundert; die Universität (Pontificia y Real Universidad de Santa Catalina) wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts von Bischof Pedro Álvarez de Acosta ins Leben gerufen.

Im Jahre 1808 wurde Burgo de Osma von den napoleonischen Truppen unter Marschall Ney besetzt. Während des ersten Karlistenkrieges (1833-1840) war Burgo de Osma Schauplatz erneuter Auseinandersetzungen.

Aeródromo de La Rasa

Im sieben Kilometer südlich gelegenen Ortsteil La Rasa befand sich früher ein Flugplatz. Während des Bürgerkrieges war La Rasa Einsatzplatz der deutschen Legion Condor u. a. während des Krieges im Norden. Hier lagen Teile der Kampfgruppe 88 (K/88), die mit Heinkel He 111 (Pedro) ausgerüstet war und auch Messerschmitt Bf 109 der Jagdgruppe 88 (J/88) sowie Dornier Do 17 (Bacalao) der Aufklärungsstaffel 88 (A/88).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus (ayuntamiento)
Hospital de San Agustín
Innenhof der Universität
  • Die Kathedrale Santa María de la Asunción entstammt im Wesentlichen der Epoche der Gotik, wenngleich sowohl am Turm wie im Innern barocke Elemente auszumachen sind.
  • Der Bischofspalast (palacio episcopal) besitzt ein schlichtes, aber dennoch auffälliges Portal mit gezackten Bögen und einer Alfiz-Einfassung.
  • Die Plaza Mayor mit ihren von Stützen getragenen Fassaden bildete das kulturelle und merkantile Zentrum der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt. Hier befindet sich – gegenüber dem Hospital de San Agustín – auch das im Jahre 1771 im späten Mudéjar-Stil erbaute Rathaus (ayuntamiento) mit seinen sich zum Platz hin öffnenden Galerien, über welchen sich eine Uhr sowie eine Glocke erheben.
  • Das gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Hospital de San Agustín ist vor allem wegen seiner Fassade, die deutliche Anklänge an die Architektur des Herrera-Stils aufweist, bemerkenswert; es wird heute als städtisches Kulturzentrum genutzt und beherbergt eine Sammlung moderner Kunst.
  • Das Karmelitinnenkloster (Convento del Carmen) wurde im Jahre 1607 erbaut; im Innern wird eine Madonnenstatue (Virgen del Carmen) verehrt. Die Orgel vom Anfang des 19. Jahrhunderts stammt aus dem französischen Karmelitinnenkloster von Agen.
außerhalb
  • Die aus dem 15./16. Jahrhundert stammende Burgruine (Castillo de Osma) erhebt sich auf einem Hügel östlich der Stadt.
  • Auf einem Hügel westlich der Stadt finden sich die Ruinen des antiken Uxama; ein Museum (Museo de Uxama) mit Funden der Römersiedlung ist ebenfalls vorhanden.
  • Unweit davon erinnert ein Wachturm (atalaya) an die Zeit der islamischen Dominanz über die Gegend. Weitere Wachtürme (Atalaya de Valdenarro, Atalaya de El Lomero u. a.) stehen in Abständen von zwei bis drei Kilometern in der Umgebung von El Burgo de Osma.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: El Burgo de Osma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).