El Cid (Film)

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El Cid ist ein US-amerikanischer Abenteuer- und Historienfilm des Regisseurs Anthony Mann aus dem Jahr 1961, der die Legende um den spanischen Helden Rodrigo Díaz de Vivar (genannt El Cid) erzählt.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt in Spanien um 1080 zur Zeit der Reconquista. Maurische Truppen verwüsten das Grenzland zum christlichen Spanien, töten Geistliche und verwüsten Kirchen. Der spanische Edelmann Rodrigo Díaz betritt eher zufällig das Kampfgebiet, sieht die Zerstörungen und kann in einem kurzen Gefecht die Mauren unschädlich machen. Unter den Gefangenen befinden sich fünf hochrangige Muslime, unter ihnen der Al-Mutamin, der Emir von Saragossa. Er lässt sie entgegen der Order des Königs frei. Er scheut nicht den Kampf gegen die Muslime, will aber völlig zu Recht sie nicht weiter provozieren und so weitere Christen im Grenzgebiet gefährden. Die Freigelassenen sind über diese Geste verwundert. Rodrigo Díaz will jedoch die Spirale des Hasses nicht noch weiter nach oben schrauben, aus berechtigter Furcht vor Racheaktionen der Söhne der Wesire gegen die christlichen Spanier im Grenzland. Die Wesire sind tief beeindruckt und erkennen in ihrem Sieger einen edlen und klugen Menschen, wie sie es bei ihren für primitiv gehaltenen Gegnern nicht erwartet hätten. Sie leisten ihm den Eid, niemals wieder christliche Siedlungen anzugreifen, und geloben ewige Freundschaft. Sie werden diesem Ehrencodex auch im weiteren Verlauf der Geschichte Folge leisten. Als Zeichen ihrer Wertschätzung geben sie ihm den Namen El Cid (= der Herr), als Anerkennung dafür, dass er seinen Hass überwinden konnte und sie für ihr Ehrenwort ziehen lässt.

Daraufhin wird Diaz vor das Gericht Ferdinands des Großen, König von Kastilien und León gestellt. Rodrigo Díaz kann seine Motivation dem König verständlich machen, denn auch dieser will keine weitere Eskalation. Während seiner Verteidigung wird er vom Schwertführer des Königs der Feigheit bezichtigt. Wegen der Beleidigung durch den Schwertführer, dessen Tochter Jimena er eigentlich heiraten wollte, fordert Diaz ihn zum Duell auf. Er will ihn nicht töten, aber Blut soll fließen. Das gelingt ihm, er kann den Schwertführer verwunden, doch der Schwertführer will jetzt den Tod des Gegners, lehnt es ab, den Kampf zu beenden, und wird, da er unterlegen bleibt, schließlich von Rodrigo Díaz getötet.

Der Vorfall schürt den Hass seiner Gegner und Konkurrenten. Als er in einem neuerlichen Zweikampf auch den Schwertführer des Königs von Aragonien besiegt und damit für Kastilien die Stadt Calahorra gewinnt, wird seine Ehre zwar wiederhergestellt und die Anklage fallen gelassen, doch Jimena begegnet ihm weiterhin kalt und abweisend. Nachdem sich der Cid bei einem Feldzug bewährt hat, kann er Jimena mit Einwilligung des Königs schließlich doch heiraten, auch wenn Jimena nur widerwillig einstimmt. Sie zieht sich in ein Kloster zurück. Ihre Liebe zu Rodrigo ist zwar mittlerweile erwacht, doch kann sie ihm den Tod ihres Vaters immer noch nicht verzeihen.

Als der alte König stirbt, kommt es zum Konflikt zwischen seinen beiden Söhnen Sancho und Alfonso. Zunächst wird Sancho König und lässt Alfonso in den Kerker werfen, dieser wird jedoch vom Cid befreit. Urraca, die Schwester der beiden Thronanwärter, intrigiert gemeinsam mit dem Berberfüsten Yusuf, der eine Invasion Spaniens plant, gegen Sancho. Sancho wird kurz darauf hinterhältig ermordet. Alfonso ist nun allein König. Der Cid verlangt von König Alfonso einen öffentlichen Eid auf die Bibel, dass er an der Ermordung seines Bruders unschuldig ist. König Alfonso leistet zwar zu Recht den Eid, fühlt sich aber vom Cid tief gedemütigt. Im Zorn, der von Rodrigos Rivalen und Gegenspieler am Hof, Graf Ordóñez, noch angeheizt wird, enteignet der König den Cid und schickt ihn in die Verbannung. Sein Ruf als tapferer und aufrechter Ritter ohne Furcht und Tadel bringt aber die Masse des Volkes dazu, dem Cid die Treue zu halten, obwohl er beim König in Ungnade gefallen ist. Auf seinem Weg in die Verbannung begegnet er Lazarus, einem Aussätzigen. Dieser bittet ihn um Wasser, und El Cid reicht ihm seine Flasche. Lazarus schaut auf, bedankt sich und nennt dabei El Cid beim Namen. Dieser ist verwundert, woher er ihn kennt, und er bekommt zur Antwort: "Es gibt in Spanien nur einen Menschen, der einen König demütigt, nur einen Menschen, der seine Wasserflasche mit einem Leprakranken teilt, ..." In einer kurzen Rede zählt der später heiliggesprochene Lazarus alle positiven Eigenschaften eines edlen Ritters auf, die der Cid in sich vereinigt.

Auch Jimena verzeiht ihrem Geliebten und begleitet ihn ebenso wie viele ihm treu ergebene Ritter, Knappen und Diener in die Verbannung. Sie dienen verschiedenen Herren, kämpfen aber niemals gegen Spanien. Mit seinem Gefolge findet der Cid schließlich Aufnahme bei Al-Mutamin, dem muslimischen Kleinkönig von Saragossa, mit dem ihn seit dessen Freilassung eine Freundschaft verbindet. Spanien hingegen fehlen diese aufrechten Ritter im Kampf gegen äußere und innere Feinde.

Als der Berber Yusuf, der Anführer der Almoraviden, seine Invasion beginnt, sieht sich König Alfonso gezwungen, den Cid zurückzurufen, da er ihn im Kampf gegen den neuen Feind braucht. Der Cid rät dem König, unbedingt Valencia einzunehmen und es nicht auf eine offene Feldschlacht gegen das berberisch-maurische Heer ankommen zu lassen. Doch der König will die Schlacht. So trennen sich der Cid und König Alfonso abermals im Streit. In der Schlacht bei Sagrajas wird König Alfonso von Yusuf vernichtend geschlagen, während der Cid gemeinsam mit Al-Mutamin auf eigene Faust vor die Tore Valencias zieht. Dem Cid gelingt die Einnahme der Stadt, unterstützt von der Bevölkerung, die den verhassten bisherigen Emir stürzt. Der Cid ist nun auf dem Höhepunkt seiner Macht. Ihm wird die Krone von Valencia angetragen. Er betrachtet sich jedoch nach wie vor als Lehnsmann des Königs von Kastilien und lässt diesem die Krone überbringen. König Alfonso ist von dieser Geste tief bewegt. Er erkennt endlich die wahre Größe und den großen Edelmut des Cid. Von schlechten Beratern und seiner intriganten Schwester immer wieder falsch unterrichtet, hatte er niemals erwartet, dass el Cid auf die Krone Valencias verzichten würde und ihm loyal bleiben könnte. Er entschließt sich, nun doch noch nach Valencia zu ziehen und den Cid zu unterstützen.

Mittlerweile hat Yusuf Valencia eingeschlossen. Bei einem Angriff wird der Cid von einem Pfeil getroffen und lebensgefährlich verletzt. Nur wenn er sich von einem maurischen Arzt operieren ließe, würde er genesen, wäre dann aber lange Zeit sehr geschwächt und schon gar nicht dazu in der Lage, am nächsten Tag die Truppen in die nötige Schlacht zu führen. Er lehnt die Behandlung deshalb ab. In dieser Situation kommt es zur Versöhnung zwischen König Alfonso und dem sterbenden Cid. El Cid kann sich nicht mehr erheben, versucht es aber dennoch, als Alfonso vor ihm niederkniet. „Mein König kniet vor niemandem!“ sind seine Worte, doch Alfonso steht nicht auf, sondern bittet ihn um Verzeihung. „Spanien hat endlich wieder einen König!“ ist el Cids Antwort.

Da die Kampfmoral der christlichen Soldaten von der Gegenwart des Cid abhängig ist, bestimmt er, man möge ihn am nächsten Morgen, gleich ob tot oder lebendig, auf sein Pferd setzen und die Truppen in die Schlacht führen lassen. In der Nacht stirbt er. Seinem letzten Willen entsprechend, wird der Leichnam des Cid, aufrecht sitzend und durch eine Holzkonstruktion gestützt, auf sein Pferd „Babieca“ gebunden. In der Schlussszene des Films reitet der tote Cid seinem Heer voran zum Sieg gegen Yusuf.

Kritiken[Bearbeiten]

Der film-dienst schildert dieses Produkt als "einen schauprächtigen Abenteuerfilm. [...] Das kampfreiche Geschehen erweckt durch die großartige Massenregie Interesse."[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Durch die lange und aufwendige Drehzeit – gedreht wurde in Großbritannien, Spanien und Italien – konnte Charlton Heston nicht an der Werbekampagne für John F. Kennedy teilnehmen.

Nachdem Sophia Loren es zunächst abgelehnt hatte, die Rolle der Jimena zu spielen, bemühte sich Liselotte Pulver um die Rolle. Sie hatte bereits die Zusage, musste aber absagen, da sie bereits für den Film Gustav Adolfs Page unter Vertrag stand und ihr bei Nichteinhaltung eine Konventionalstrafe gedroht hätte. Schließlich übernahm Sophia Loren die Rolle dann doch.

Als wichtigster historischer Berater wirkte an dem Filmprojekt der damals schon über neunzigjährige Ramón Menéndez Pidal mit, ein spanischer Philologe und langjähriger Präsident der Real Academia Española, der praktisch sein ganzes Leben der Erforschung des mittelalterliches Heldenepos El Cantar de Mio Cid gewidmet hatte, das von den Taten des Cid erzählt.

Die in und um Valencia spielenden Episoden, insbesondere die Eroberung, wurden 73 km nördlich der Provinzhauptstadt Castelló in dem unmittelbar an der Mittelmeerküste gelegenen Peñíscola gedreht, das sich durch seinen imposanten Burgfelsen und die gut erhaltenen mittelalterlichen Mauern und Gassen auszeichnet.

Die Musik komponierte der auf Monumentalfilme spezialisierte Komponist Miklos Rozsa. Die Musik wurde im Jahr 1962 sowohl in der Kategorie "Musik (Scoring of a Dramatic or Comedy Picture)" und mit dem Thema The Falcon and the Dove in der Kategorie "Musik (Original Song)" für den Oscar nominiert.

Bei einem Budget 6,25 Mio. US-Dollar spielte der Film allein in den USA an den Filmkassen 12 Mio. US-Dollar und bis heute über 30 Mio. US-Dollar ein.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1962: Special Merit Award bei der Golden Globe-Verleihung für Produzent Bronston
  • 1962: Golden Laurel als bestes Actiondrama.
  • 1962: drei Oscarnominierungen für die Beste Filmmusik, den Besten Song und das Beste Szenenbild

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur zur Legende El Cid[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)