EBM (Genossenschaft Elektra Birseck)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Elektra Birseck Münchenstein)
Wechseln zu: Navigation, Suche
EBM
(Genossenschaft Elektra Birseck)
Logo
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 1897
Sitz Münchenstein, Schweiz
Leitung Conrad Ammann (CEO)
Alex Kummer
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 455, davon 15 Lehrlinge (2014)
Umsatz 398,1 Mio. CHF (2013)
Bilanzsumme 1'980,2 Mio. CHF (2013)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Energieversorgung
Produkte Netz, Energie, Wärme, Erneuerbare Energie, EnergieeffizienzVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.ebm.ch
Verwaltungsgebäude 2010 Arealaufnahmen-004
EBM-Logo am Gebäude

Die EBM (Genossenschaft Elektra Birseck, Münchenstein) ist ein Schweizer Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Münchenstein, die 1897 als privatrechtlich organisierte Genossenschaft gegründet wurde. Die EBM versorgt in der Nordwestschweiz sowie im Elsass gut 230.000 Personen mit Strom. In der Nahwärmeversorgung betreibt das Unternehmen in der Schweiz sowie im elsässischen und süddeutschen Raum 167 Anlagen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Mit der Absicht, die elektrische Beleuchtung einzuführen und der damals neuen Idee einer genossenschaftlichen Organisationsform, gründeten der Ingenieur Fritz Eckinger[2] und der Politiker Stephan Gschwind 1897 die Elektra Birseck Münchenstein. Das Versorgungsgebiet im unteren Teil des Kantons Basel-Landschaft und dem Solothurnischen Teil Birseck-Dorneck wurde bald erweitert. Zwischen 1906 und 1914[3][4] schloss die EBM elf Gemeinden und die Stadt Saint-Louis (Haut Rhin) ans Versorgungsnetz an. Seit 1921 versorgt die EBM in den beiden Schweizer Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn sowie im französischen Elsass insgesamt 60 Gemeinden mit Strom.[5]

Als erstes Unternehmen in der Schweiz fördert sie ab 1979 sparsame und rationelle Energieverwendung.[6] So tätigt die EBM erste Rückstellungen zur Förderung erneuerbarer Energien und richtet eine Energie- und Umweltberatungsstelle für Kunden ein. Bei der dezentralen Wärmeversorgung hat die EBM zu Beginn der 1980er Jahre das Konzept «Blockheizkraftwerk und Wärmepumpe» entwickelt und errichtete ein erstes Blockheizkraftwerk 1982 gebaut.

Seit 1992 baut, fördert und beteiligt sich das Unternehmen an Photovoltaikanlagen, um Solarstrom preiswert anbieten zu können.[7] Aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens im Jahre 1997 eröffnet die EBM ein Elektrizitätsmuseum in Münchenstein.[8]

EBM Museum
Experiment, EBM Lernwelt Energie

Ab 2009 beginnt die EBM mit der Produktion von Strom aus Wind- und Sonnenkraft. Um grosse Anlagen in Südeuropa zu realisieren, hat das Unternehmen aravis die Aravis Energy I LP gegründet.[9] Das ist die erste Swiss Limited Partnership (Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen), die von der eidgenössischen Bankenkommission bewilligt wurde. Mit dem Fonds wurden Projekte mit einem Volumen von 200 Millionen Schweizer Franken entwickelt. 70 Millionen Franken hat die EBM als Hauptinvestorin gezeichnet. Mit der von der EBM getätigten Investition konnten Windparks[10] und Photovoltaikanlagen[11] in Italien und Spanien mit einer installierten Leistung von rund 64 Megawatt realisiert werden.[12]

Unternehmensform[Bearbeiten]

Die EBM ist eine privatrechtlich organisierte Genossenschaft. Die Genossenschafter sind juristische und private Personen mit Liegenschaftseigentum, das an das Stromnetz der EBM angeschlossen ist. 2013 zählte das Unternehmen rund 50'000 Genossenschafter.[13]

Erneuerbare Energie[Bearbeiten]

Die EBM beschafft sich Strom aus erneuerbaren Energien aus eigenen Anlagen, Partneranlagen und aus langfristigen Verträgen. Neben Anlagen in der Region sollen insbesondere grössere Projekte an den dafür geeigneten Standorten im Ausland realisiert werden.[14] Über die Unternehmen EBM Greenpower AG, die Leading swiss renewables AG und die Minderheitsbeteiligung an der Kleinkraftwerk Birseck AG verfolgt die EBM das Ziel, mittelfristig in der Schweiz und in Europa zu expandieren. Die Stromproduktion in ausländischen Anlagen steht noch nicht für die Bedarfsdeckung in der Schweiz bereit, sondern wird direkt im Ausland zu den lokalen Förderpreisen oder am dortigen Strommarkt verkauft. Durch die Erweiterung des Kraftwerkparks der EBM stieg die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auf 811'703 MWh (Stand 31. Dezember 2013).[15] Folglich produziert die EBM elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen, die rein rechnerisch dem Verbrauch von 203'000 Haushalten entspricht.

Beteiligungsgesellschaft LSR[Bearbeiten]

Die Leading swiss renewables AG (LSR) ist eine Beteiligungsgesellschaft, die im Januar 2012 durch die EBM, Energie Wasser Bern[16] und Aravis gegründet wurde. Die Gesellschaft hat den Auftrag, mittelfristig in Europa Produktionsanlagen für erneuerbare Energien aufzubauen. Dazu ist sie mit einem Eigenkapital von rund 100 Mio. Euro ausgestattet. Daran beteiligt sind die EBM mit 65 Mio. Euro und Energie Wasser Bern mit 35 Mio. Euro. Die gesamte installierte Leistung soll in einer ersten Phase über 100 Megawatt betragen. Das Schwergewicht liegt auf der Windenergie, weil es in zahlreichen Ländern Europas einen aktiven Markt für Windkraftprojekte gibt. Bereits im August 2012 erwirbt die LSR mit Unterstützung von Aravis in Spanien eine Gesellschaft, welche in der Zwischenzeit zwei Windparks mit einer Gesamtleistung von 70 Megawatt (MW) übernommen hat.[17]

Kleinkraftwerk Birseck AG (KKB AG)[Bearbeiten]

Die dezentralen Stromerzeugungsanlagen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, da die Realisierung von Grosskraftwerken in der Schweiz und im übrigen Europa immer schwieriger geworden ist. Die KKB AG[18] ist eine unabhängige Produzentin von Strom aus erneuerbaren Energien, an der die EBM beteiligt ist. Die Gesellschaft kauft und betreibt Kleinkraftwerke in den Bereichen Wasser-, Sonne- und Windkraft in der Schweiz und in bestimmten Ländern Europas. Die KKB AG, ist an der Berner Börse unter der internationalen Wertpapierkennnummer ISIN CH0023777235 notiert.

Wärmeproduktion und erneuerbare Energie[Bearbeiten]

Die EBM Wärme AG ist schweizweit seit über 30 Jahren im Wärme-Contracting tätig. Dabei steht der Einsatz von erneuerbaren Energien seit Jahren im Vordergrund. Wurden anfangs vor allem Wärmeverbünde im Schweizer Netzgebiet der EBM realisiert, ist die EBM heute in praktisch der gesamten Schweiz, durch die EBM Thermique SAS im angrenzenden Elsass und durch die EBM Wärme GmbH auch in Baden-Württemberg mit Anlagen vertreten. Insgesamt beläuft sich die Zahl der 2013 betriebenen Anlagen auf 167.

Energiepark ARA Morgental[Bearbeiten]

In der Kläranlage Morgental,[19] die für acht Gemeinden der Kantone Thurgau und St. Gallen die Abwasserbearbeitung sicherstellt, entsteht einer der ersten Energieparks der Schweiz. Die Kläranlage wird vom Energieverbraucher zum Produzenten von Strom und Wärme. Unter der Führung der EBM bei diesem Projekt produziert die Anlage aus Klärgas, Abwasser und Holzschnitzeln Strom und Wärme und versorgt damit Kunden in Steinach, Arbon und Umgebung. Ausserdem errichtet die EBM ein Holzkraftwerk.

Biomasse-Wärmezentrale Fernwärmeverbund Saint-Louis[Bearbeiten]

Die EBM Thermique SAS betreibt in Saint-Louis in Frankreich ein neues Kombi-Kraftwerk, das mit Biomasse Wärme und Strom für mehrere tausend Haushalte produziert. Die gesamte Anlage wurde von der französischen EBM-Tochter geplant, realisiert und finanziert. Es lassen sich damit grosse Mengen fossiler Brennstoffe einsparen und den CO2-Ausstoss jährlich um 9'000 Tonnen reduzieren. Für das Projekt erhielt die Stadt Saint-Louis neben 20 weiteren Städten die Auszeichnung Grand prix national des villes in der Kategorie «Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen und Energie». Auf Initiative der Stadt Saint-Louis hat die EBM Thermique SAS seit dem ersten Juli 2011 das städtische Fernwärmenetz übernommen und abschnittsweise modernisiert. Bei einer Gesamtlänge von 7,5 Kilometern versorgt der Verbund 3'000 Wohnungen mit Heizungswärme und Warmwasser. Pro Jahr werden etwa 34'000 Megawattstunden Wärmeenergie benötigt. Die Biomasse-Wärmezentrale wurde am 18. Oktober 2013 offiziell eingeweiht.[20][21]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. EBM-Geschäftsbericht 2013
  2. http://www.ebm.ch/de/unsere-geschichte-seit-1897
  3. http://www.ebm.ch/de/unsere-geschichte-seit-1897
  4. Die Genossenschaft Elektra Birseck in ihrem elsässischen Versorgungsgebiet
  5. EBM Netzgebiet
  6. Konzepte für die Zukunft
  7. Konzepte für die Zukunft
  8. http://www.lernwelt-energie.ch/fuehrungen-energie/elektrizitaets-museum.html
  9. Die Schweizer Antwort
  10. http://www.renewableenergyworld.com/rea/news/article/2010/05/aravis-sells-wind-farm-to-ebm
  11. http://www.onlinereports.ch/Wirtschaft.98+M5fc8a547f85.0.html
  12. Schweizer EBM übernimmt Deutschen Windpark
  13. Delegierte der EBM
  14. Erneuerbare Energien
  15. Erneuerbare Energien
  16. Energie Wasser Bern
  17. EBM und ewb: Akquisition von 70-Megawatt-Windparks
  18. http://www.kkb-ag.ch
  19. http://www.morgental.ch
  20. Biomasse-Wärmeanlage offiziell eingeweiht
  21. EBM Thermique SAS: Erhält ersten Prix croisé