Elektrische Länge

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In der Hochfrequenztechnik ist die elektrische Länge die Länge eines Übertragungsmediums, angegeben als ein Vielfaches der Wellenlänge (Formelzeichen λ) eines periodischen Signals, welches sich auf dem Medium ausbreitet (siehe Leitungstheorie). Die elektrische Länge wird auch häufig in der Einheit Radiant angegeben.

Elektromagnetische Wellen breiten sich in einem Medium oder auf einem Wellenleiter (z. B. einem Antennenkabel) langsamer aus, als sie das im Vakuum tun würden. Daraus ergibt sich, dass ihre Wellenlänge in einem Medium geringer ist, als sie das im Vakuum sein würde. Für die mechanischen Abmessungen von Leitungen und Resonatoren (z. B. Antennen) bedeutet dies, dass sie in der Regel mechanisch kleiner sind, als sie es nach der Berechnung aus der Frequenz und der Vakuumgeschwindigkeit des Lichtes sein würden.

Zum Beispiel sind die Teleskopantennen vieler Kofferradios ca. 75 cm lang und haben damit bezüglich der Wellenlänge von 3 m des UKW-Rundfunks eine Länge von 1/4 der Wellenlänge. Kürzere Stabantennen, wie man sie häufig an PKW sieht, sind durch besondere Maßnahmen (Längsinduktion durch Wendelung) elektrisch verkürzt und haben ebenfalls eine elektrische Länge von λ/4. Die elektrische Länge von Antennen kann durch geeignete Maßnahmen auch verlängert werden.

Bei Wellenleitern wie Koaxialkabeln wird gelegentlich der Begriff Verkürzungsfaktor verwendet. Er gibt an, um welchen Faktor der Leiter kürzer ist, als die Berechnung aus der Vakuum-Lichtgeschwindigkeit erwarten ließe. Diese Angabe ist z. B. für die Berechnung von Stichleitungen von Bedeutung.