Elektroflugzeug

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Sunseeker
Elektroflugzeug e-Genius

Ein Elektroflugzeug ist ein Flugzeug, das durch einen Elektromotor angetrieben wird.

Abgesehen von Solarflugzeugen, kommt der Elektroantrieb meist nur als Hilfsantrieb für Segelflugzeuge zum Einsatz. Durch die geringe Energiedichte und das hohe Gewicht von Batterien bzw. Akkumulatoren können Elektroflugzeugantriebe nicht die Leistungsdichte von Verbrennungsmotoren erreichen.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Flugleistungen, insbesondere die Reichweite der Neuentwicklungen reicht noch nicht an herkömmliche Antriebe heran, die Betriebskosten – vor allem für den Energieeinsatz – sind aber erheblich geringer. Hauptvorteil eines elektrischen Antriebs ist seine Wartungsfreiheit. Diese macht bei konventionellen Antrieben einen erheblichen Anteil der Betriebskosten aus. Ein zusätzlicher Vorteil ist die material- und umweltschonende Laufruhe durch die fast vollkommene Abwesenheit von Vibrationen. Außerdem entfallen komplett alle Wartungs- und Kontrollarbeiten bezüglich Öl, Kühlwasser, Treibstoff- und Luftfilter, Auspuffanlage und Getriebe, sowie die immense Gefahr eine hochentzündliche, explosive Flüssigkeit in einem Flugzeug zu transportieren. Darüber hinaus leisten Elektroantriebe das gewünschte Drehmoment in jeder Temperatur, Luftdichte und Drehzahl. Dies ist vor allem für die kritische Startphase von Flugzeugen von erheblicher sicherheitstechnischer Bedeutung, aber auch beim Aufstieg in eine energieeffiziente Flughöhe.

Weitere Informationen finden sich bei der CAFE foundation, die einen Preis für das energieeffizienteste Flugzeug ausgeschrieben hat. Aus Deutschland nahm daran das Elektroflugzeug e-Genius des Instituts für Flugzeugbau der Universität Stuttgart teil.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

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Elektrisch angetriebene Luftfahrzeuge gibt es seit mindestens 1884, als Arthur Constantin Krebs mit dem Luftschiff La France abhob. Bis das erste bemannte elektrisch angetriebene Flugzeug abhob, dauerte es jedoch noch fast 90 Jahre: Als erster Flug eines Elektroflugzeuges gilt gemeinhin der Erstflug der MB-1E am 21. Oktober 1973, mit dem der Österreicher Heiner Brditschka einen lange Zeit nicht überbotenen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde hielt.[2][3] Die Angaben zur Länge des Fluges variieren von 9:05 min bis 14 min.[3][4]

In Deutschland gibt es bereits zwei eigenstartfähige Segelflugzeuge mit Musterzulassung, den Lange Antares 20E und den Silent AE-1. Neue Impulse werden von der im Frühjahr 2009 in Friedrichshafen geplanten Messe speziell zum Thema „Elektroflug“ erwartet.

Elektroflugzeuge finden eine häufige Verwendung in Form von Modellflugzeugen, beispielsweise Shock Flyer und Slowflyer.

Pipistrel entwickelt seit 2006 den Elektro-Motorsegler Pipistrel Taurus in der UL-Klasse. Erstflug war im Dezember 2007, die Serienproduktion der zweiten Generation Taurus Electro G2 wurde Anfang 2011 aufgenommen.[5]

Seit dem Jahr 2009 befindet sich das UL Yuneec in Flugerprobung. Es verfügt über einen 30 kW-Motor und in der Standardausstattung über eine Batteriekapazität von 1,5 Stunden. Der Verkaufsstart ist für das Jahr 2011 avisiert, der bis dato genannte Preis ist konkurrenzfähig mit herkömmlichen UL’s und Motorseglern.

In den USA ist ein neues Projekt in Arbeit: Aus dem bereits flugfähigen Kitplane-Prototyp (Bausatzflugzeug) Electra-Flyer-C soll der Zweisitzer Elektra-Flyer-X hervorgehen.

Hybridflugzeug[Bearbeiten]

Zur Gewinnung größerer Reichweiten gibt es Bestrebungen auch Hybridflugzeuge zu entwickeln, bei denen ein Verbrennungsmotor nach Erschöpfung der Batterie über einen Generator Strom nachliefert. An einem solchen Prototyp arbeitet Konstrukteurslegende Burt Rutan.[6]

Siemens, Diamond Aircraft und EADS haben ein solches Hybridflugzeug auf der Luftfahrtausstellung Le Bourget bereits in Betrieb gezeigt. Der Motorsegler DA36 E-Star auf der Basis einer Diamond HK36 Super Dimona nutzt als Antriebsstrang erstmals einen seriell-hybriden Elektroantrieb. [7]

Beispiele[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Electrically-powered aircraft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage des e-Genius
  2.  The Guinness Book of Records 1994. Bantam, 1. März 1994, ISBN 978-0553565614, S. 328.
  3. a b  Ron Moulton: An electric aeroplane. In: Flight International. Volume 104, Nr. 3378, IPC Transport Press, London 6. Dezember 1973, S. 946 (online verfügbar (PDF), abgerufen am 19. Januar 2012).
  4. Chronik. In: hb-flugtechnik.at. HB-Flugtechnik, abgerufen am 19. Januar 2012.
  5. Presseinformation auf der Website des deutschen Vertriebspartners, abgerufen am 29. März 2011
  6. Jason Paur: Burt Rutan Designs a Hybrid Flying Car, Meldung in Wired vom 18. Juli 2011 http://www.wired.com/autopia/tag/electric-airplane
  7. 'Erstes Flugzeug mit seriell-hybridem Elektroantrieb', Meldung in http://www.glocalist.com vom 22. Juni 2011 http://www.glocalist.com/news/kategorie/wirtschaft/titel/siemens-erstes-elektroflugzeug/