Elektron (Unternehmen)

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Elektron Music Machines MAV AB
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Rechtsform Aktiebolag
Gründung 1998
Sitz Göteborg, Schweden
Leitung Daniel Troberg, Daniel Hansson (†)
Branche Elektronische Musikinstrumente
Website www.elektron.se
www.elektron.co.jp

Elektron ist ein schwedischer Hersteller von elektronischen Musikinstrumenten, insbesondere Synthesizern, Drumcomputern, Samplern sowie Grooveboxen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sidstation

1997 entwickelten die Studenten Daniel Troberg und Daniel Hansson an der Chalmers Universität für Technologie einen einfachen Synthesizer aus einem Commodore 64-Chip. Er beinhaltete drei Oszillatoren, drei mögliche Hüllkurven, vier LFOs sowie einen analogen Filter. Der Prototyp wurde schließlich weiter entwickelt und in ein Aluminiumgehäuse eingebaut und Sidstation genannt. Zu dieser Zeit wurden zehn Exemplare hergestellt.

1998 wurde Elektron als Unternehmen gegründet. Dies war möglich, da das Unternehmen von der Universität finanziell unterstützt wurde. Die Sidstation wurde nun in größerer Stückzahl produziert, was aber bald ein Ende fand, da die Commodore-Chips immer schwerer zu erhalten waren. Die Sidstation war wegen ihrer innovativen Technologie sehr gefragt.

Zur Jahrtausendwende arbeitete das Unternehmen an der Machinedrum, einem Drumcomputer, in dem ein 16-Spur-Sequenzer integriert ist. Die Machinedrum SPS-1 MK.I kam 2001 auf den Markt.

Im Jahr 2003 erschien die Monomaschine, die eine Simulation der Sidstation war. Elektron wurde ein Privatunternehmen, womit die Förderung durch die Universität beendet war.[1]

2007 verstarb Daniel Hansson, der Gründer und Miterfinder von Elektron, bei einem schweren Verkehrsunfall. Für ihn wurde eine Gedenkseite im Internet erstellt, auf der es bis Anfang 2011 möglich war, für 5 Dollar dreißig Lieder zu kaufen. Der Erlös wurde an den WWF gespendet. Unter allen Spendern wurde eine der letzten, neuwertigen SIDstations verlost.[2]

Anfang 2011 wurde nach langer Ankündigung der Octatrack DPS-1, ein 8-Spur-Sampler mit Crossfader und bis zu 64GB Speicher, präsentiert. Der Octatrack war das erste "Major Product" das ohne Daniel Hansson entwickelt wurde. Als Promotion für den Octatrack drehte Elektron einen Kurzfilm der von einer surrealen Welt handelt.

2012 wurde eine Zweigstelle in Japan eröffnet und im Herbst ein neues Produkt unter dem Slogan "Tradition & Future" angekündigt. Nachdem zunächst ein Video auftauchte in dem eine Schallplatte mit den Sounds des neuen Geräts abgespielt wird, veröffentlichte Elektron am 9. November 2012 einen Kurzfilm mit dem Titel "Analog Four - The Demon who wears me" (Analog Vier - Der Dämon der mich trägt). Als Protagonist tritt "Hector" auf, ein fiktiver Charakter der in den Jahren zuvor noch die Funktionen der Instrumente erklärt hat. Der Film handelt in einer apokalyptischen Gegenwart und wird als Promotion für den Analog Four genutzt.[3]

Geräte[Bearbeiten]

Machinedrum[Bearbeiten]

Machinedrum SPS-1UW
Machinedrum SPS-1

Die Machinedrum ist ein Drumcomputer, in dem ein 16-Spur-Sequenzer integriert ist. Die Erstversion SPS-1 MK.I von 2001 wurde 2005 zur MK.II weiterentwickelt und ab 2010 mit der Erweiterung UserWave sowie +Drive aktuell als Machinedrum SPS-1UW+ MK.II zusammen mit dem MIDI-Interface TM-1 angeboten. Letzteres kann Samples mit 10-facher Geschwindigkeit gegenüber herkömmlicher Midi-Samples vom PC in die Machinedrum laden und wurde 2006 entwickelt. Hintergrund für die Entwicklung von UserWave war die wachsende Nachfrage nach neuen Samples und Anbindungen. Das Design der Machinedrum ist bis auf eine farbliche Änderung der Displayblende bis heute gleich geblieben.

Monomachine[Bearbeiten]

Machinedrum & Monomachine SFX-6
Monomachine SFX-60

Nach der Sidstation und der Machinedrum fehlte ein richtiger Synthesizer, weshalb das Unternehmen die Monomachine entwickelte. 2003 erschien die Monomaschine SFX-6. Es war eine lange Konsole, die aus der eigentlichen Momomachine und einem 37-Tasten-Keyboard mit Joystick bestand. Diese Version wurde in einem Gehäuse ähnlich der Machinedrum verkauft. Monomachine und Machinedrum sollten sich gegenseitig vervollständigen. 2007 wurde die unhandliche, lange Monomachine SFX-6 von der keyboardlosen SFX-60 MK.I abgelöst. Auch diese wurde stets weiterentwickelt und 2010 als SFX-60+ MK.II ebenfalls mit +Drive ausgestattet verkauft.

Octatrack[Bearbeiten]

Der 2011 erschienene Octatrack DPS-1 ist ein 8-Spur-Sampler mit Crossfader und bis zu 64 GB Speicher. Der Octatrack vervollständigt die "Trinity" genannte Produktpalette von Elektron. Er ist in schwarz gehalten.

Analog Four[Bearbeiten]

Bei Analog Four handelt es sich um einen analogen, 4-spurigen Synthesizer. Er ist seit Anfang November vorbestellbar und wurde ab dem 7. Dezember ausgeliefert.

Analog Rytm[Bearbeiten]

Beim neuesten Produkt handelt es sich um eine 8-stimmige Drummachine die auf der NAMM Show im Januar 2014 vorgestellt wurde.

Bekannte Besitzer[Bearbeiten]

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Elektron ist Mitglied der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte
  2. Der Erfinder von Sidstation, Machinedrum und Monomachine ist tot, De:Bug Musiktechnik, 29. August 2007.
  3. Analog Four für 2012 angekündigt
  4. Elektron Music Machines MAV AB, Deutsche-Schwedische Handelskammer.