Elektrowerkzeug

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Als Elektrowerkzeuge werden alle Werkzeuge bezeichnet die mittels eines elektrischen Antriebs genutzt werden und damit für eine wesentliche Vereinfachung der zu erbringenden Arbeitsleistung sorgen. Bei Handgeführten, transportablen Geräten stellt der Motor einen untrennbaren Bestandteil des Werkzeugs dar. Wichtige Elektrowerkzeugen sind elektrische Bohr- und Schleifmaschinen sowie Stich- und Kreissäge, aber auch Schraubwerkzeuge wie u. a. Akkuschrauber werden mit elektrischem Antrieben hergestellt. Elektrowerkzeuge gibt es in leitungsgebundener- und leitungsungebundener Ausstattung. Ohne direkte Verbindung zum Stromnetz wird ein Akkumulator als Energiequelle verwendet. Auf diese Weise erhöhen Akku-Werkzeuge die Mobilität bei der Arbeitsverrichtung. Hersteller bieten ein breites Spektrum an Gartengerät und Geräten im Handwerk- oder Industriebereich an. Eigentlich müsste man von elektromechanischem Werkzeug sprechen, da diese Werkzeuge immer aus einem elektrischen Antrieb und einem mechanischen Arbeitsmittel bestehen.

Hersteller (Auswahl)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Elektrowerkzeuge geht auf das Jahr 1867 zurück. In diesem gründet Wilhelm Emil Fein mit seinem Bruder Carl eine "Werkstatt für elektrische und physikalische Apparate". Die Firma C. & E. Fein war gegründet. Im Jahr 1886 eröffnete Robert Bosch die "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" in Stuttgart. Die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) präsentierte acht Jahre später die ersten transportablen und elektrisch betriebenen Bohrmaschinen. Weitere drei Jahre später erhalten diese Maschinen ein solides Metallgehäuse. Zwar präsentierte AEG 1908 die erste Bohrmaschine samt Pistolengriff, aber Black & Decker (1910 als The Black & Decker Manufacturing Company gegründet) erhält 1917 das dazugehörige Patent. Weitere fünf Jahre später wird eine elektrisch betriebene Handkreissäge von Edmond Michel entwickelt. 1929 wird der erste Winkelschleifer von FLEX - Markenname entspricht dem Gattungsnamen - vorgestellt. In den folgenden Jahren entwickeln alle Hersteller neue Geräte und Werkzeuge: 1932 schnelldrehende Multifunktionswerkzeug Dremel, 1939 erster Elektrohammer von AEG, erste Stichsäge von Bosch, 1950 Elektro-Handschleifer von Metabo.[1]

Branche Elektrowerkzeug-Hersteller[Bearbeiten]

Die Branche „Herstellung von handgeführten kraftbetriebenen Werkzeugen“ (Elektrowerkzeuge, auch Power Tools) wird nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige in der Statistik als Teilbereich des Werkzeugmaschinenbaus geführt, weicht aber sowohl was Märkte als auch Produktion betrifft deutlich vom klassischen Werkzeugmaschinenbau ab.

Die Elektrowerkzeugbranche weist in Baden-Württemberg und insbesondere in der Region Stuttgart eine bundesweit einmalige Konzentration auf. Fast 40 % des Weltmarktanteils werden von Unternehmen wie AEG Electric Tools (Winnenden), Baier (Asperg), Bosch (Leinfelden, Murrhardt), Fein (Stuttgart, Schwäbisch Gmünd), Festool (Wendlingen, Neidlingen), Flex (Steinheim), Metabo (Nürtingen) realisiert. Betrachtet man darüber hinaus weitere Elemente der Wertschöpfungskette, wie z. B. die Verflechtungen dieser Elektrowerkzeughersteller mit bedeutenden Zulieferern in Baden-Württemberg, wie Schalttechnikhersteller, Spannzeughersteller und Getriebehersteller, so kann zumindest von Ansätzen für ein „Cluster Elektrowerkzeuge Baden-Württemberg“ gesprochen werden.

Diese Wertschöpfungskette steht jedoch unter starkem Globalisierungsdruck. Bis Anfang 2006 war der Markt für Elektrowerkzeuge von zwei Trends gekennzeichnet: zum einen ein schrumpfender Inlandsmarkt, zum anderen weltweit steigende Absatzmengen bei gleichzeitig sinkendem Absatzwert. Die Hersteller von Elektrowerkzeugen reagierten darauf mit umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen, die auch vor Stellenabbau und Produktionsverlagerung nicht halt machen. Seit Frühjahr 2006 entwickelt sich die Branche dagegen sehr positiv, es gibt geradezu einen Boom bei den Elektrowerkzeugen, der sich bei den Zuwächsen sowohl im Volumen als auch beim Nettoerlös zeigt. Alles in allem ist der Wettbewerb unter den Herstellern jedoch nach wie vor durch einen scharfen Preiskampf geprägt und lässt sich als weltweiter Verdrängungswettbewerb charakterisieren. Aus Sicht der deutschen Hersteller wird sich die Frage der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ganz ähnlich im wie klassischen Maschinenbau anhand von Innovationsführerschaft und Produktionseffizienz entscheiden. Eine Herausforderung und zugleich Chance stellt die zunehmende Nachfrage nach akkubetriebenen Geräten dar. Während US-amerikanische Hersteller wie auch japanische zum großen Teil veraltete und umweltschädliche NiCd-Akkus verbauen, sind deutsche Hersteller mit fast ausnahmslos neuester Li-Ion-Akkutechnologie am Markt vertreten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Dispan, Jürgen; Knauß, Dieter; Lang, Christa (2007): Zur Lage der Elektrowerkzeugbranche in der Region Stuttgart. Branchenanalyse 2007. Stuttgart (=IMU-Informationsdienst Nr. 1/2007) (Volltext; PDF-Datei; 387 kB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internet: Zeitstrahl der Geschichte von Elektrowerkzeugen. Auf: Elektrowerkzeug-Vergleich.de, Abgerufen am 27. Juni 2012.

Weblinks[Bearbeiten]