Element of Crime

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Band Element of Crime, für den Film gleichen Namens aus dem Jahr 1984 siehe The Element of Crime (Film).
Element of Crime
Element of Crime am 11. August 2006 in Jena
Element of Crime am 11. August 2006 in Jena
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1985
Website www.elementofcrime.de
Gründungsmitglieder
Sven Regener
Gitarre
Jakob Friderichs (alias Jakob Ilja)
Paul „Veto“ Lukas (bis 1995)
Jürgen Fabritius (bis 1986)
Uwe Bauer (bis 1986)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre, Trompete
Sven Regener
Gitarre
Jakob Friderichs (alias Jakob Ilja)
Bass
David Young (ab 2002)
Schlagzeug
Richard Pappik (ab 1986)
Christian Komorowski (Gastmusiker ab 2010)
Ehemalige Mitglieder
Bass
Christian Hartje (1995–2002)
Bandgründer Sven Regener

Element of Crime ist eine deutsche Band, die in der Besetzung Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang/Trompete melancholisch-chansoneske Pop- und Rockmusik spielt. Markenzeichen der Band sind die phantasievollen Arrangements und die poetischen Texte des Sängers Sven Regener.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Band 1985 von dem gebürtigen Bremer Sven Regener, der später als Autor des Buchs „Herr Lehmann“ und als Drehbuchautor des gleichnamigen Kinofilms bekannt wurde. Regener singt und spielt Gitarre, Trompete und Klavier. Der Bandname ist dem gleichnamigen Titel eines Films von Lars von Trier entliehen.

Ein weiteres bis heute in der Band aktives Gründungsmitglied ist der Gitarrist Jakob Friderichs (alias Jakob Ilja, geb. 1959). Er lernte Regener noch bei ihrer gemeinsamen Funkband „Neue Liebe“ kennen. Zur Urbesetzung gehörte außerdem der Bassist Paul „Veto“ Lukas. Der Schlagzeuger Uwe Bauer und der Saxophonist Jürgen Fabritius verließen die Band bereits 1986 wieder. Neuer Schlagzeuger wurde Richard Pappik.

Erste Erfolge stellten sich 1987 ein; das von John Cale produzierte Album Try to be Mensch wurde über 10.000-mal verkauft. Zudem fand die erste große Tour außerhalb Berlins statt. Im selben Jahr kam es bei einem Auftritt in der Ost-Berliner Zionskirche zu Übergriffen rechtsextremer Skinheads auf das Publikum.

Wenig erfolgreich blieben 1989 die Adaptionen mehrerer Lieder von Kurt Weill beim „Festival de la Batie“. Auch insgesamt schien die Erfolgszeit von Element of Crime zu Ende zu sein. Da man sich aus finanziellen Gründen eine schöpferische Pause nicht leisten konnte, entschied man sich für eine Reform: Die Texte von Element of Crime wurden ausschließlich deutschsprachig. So erschien 1991 mit Damals hinterm Mond das erste komplett deutschsprachige Album. 1992 spielten Element of Crime im Vorprogramm bei Herbert Grönemeyer auf etwa der Hälfte seiner Tournee.

1993 landete mit Weißes Papier zum ersten Mal ein Element-of-Crime-Album in den Charts. David Young, der als Toningenieur und Produzent bereits seit 1988 die Alben der Band aufnahm, begleitete sie fortan als Gitarrist und später als Bassist bei Live-Auftritten.

1995 trennten sich Element of Crime von ihrem Bassisten Paul Lukas; an seine Stelle trat Christian Hartje. 1996 entstand Die Schönen Rosen, eine Platte, die mit ihrem kargen Sound und etwas sprödem Charme eher an die frühen, englischen Werke der Gruppe anknüpfte. Das Album teilte den Erfolg ihrer Vorgänger und stieg nach Veröffentlichung im Herbst 1996 auf Platz 24 in die deutschen Album-Charts ein.

Im Frühjahr 1998 begannen Element of Crime mit dem Schreiben neuer Lieder und nahmen diese auch sofort nach ihrer jeweiligen Entstehung auf. So entstand im Laufe des Jahres während einer ganzen Reihe viertägiger Sessions das Album Psycho, das im Frühjahr 1999 erschien.

In der Folge begannen die Bandmitglieder sich in Nebenprojekten zu engagieren. Jakob Ilja war bei den 17 Hippies und „Das dreckige Dutzend“ aktiv, Richard Pappik komponierte Kindermusik. Christian Hartje und Sven Regener waren Gastmusiker bei „Das Holz“. In den Jahren 2000 und 2001 experimentierte die Band mit neuen Wegen und arbeitete für Leander Haußmann (Sonnenallee, Peter Pan, Herr Lehmann) an Theater- und Filmmusik.

Im November 2001 erschien Romantik und hielt sich lange in den Charts. Eher ungewöhnlich für Element of Crime waren die Auftritte bei Rock am Ring und Rock im Park 2002. Im selben Jahr verließ Hartje die Band und David Young wurde fester Bassist.

Am 30. September 2005 erschien das Album Mittelpunkt der Welt, welches auf Platz 7 der Albumcharts einstieg. Die bereits am 12. September 2005 veröffentlichte Single Delmenhorst brachte der Band die erste Platzierung in den deutschen Single-Charts ihrer Karriere ein: Sie rangierte vier Wochen unter den Top 100 (Platz 402 in der Jahresauswertung). Ende 2007 erhielt die Band für das Album Mittelpunkt der Welt eine Goldene Schallplatte – die erste in der 22-jährigen Geschichte der Band.

Nach einer ausgedehnten Tour zu Mittelpunkt der Welt und einer anschließenden Schaffenspause kehrten Element of Crime im August 2008 mit der Veröffentlichung von sieben neuen Songs (darunter drei instrumentale Stücke) im Soundtrack des Leander-Haußmann-Films Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe zurück. Dies brachte der Band 2009 eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste Filmmusik ein.[1] Als limitierte Vinylsingle erschien zudem der Song Ein Hot Dog unten am Hafen.

Am 18. September 2009 erschien das neue Album Immer da wo du bist bin ich nie und stieg auf Platz 2 der offiziellen Media-Control-Charts ein, die höchste Platzierung der Bandgeschichte. Zuvor spielten Element of Crime im Sommer diverse Konzerte. Anfang 2010 absolvierten Element of Crime eine Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Im August 2010 erhielten Element of Crime für ihr Album Immer da wo du bist bin ich nie ihre zweite Goldene Schallplatte. Fremde Federn lautet der Titel der im November 2010 bei Universal herausgekommenen CD, die eine Sammlung von Coverversionen enthält, die die Band im Laufe der Jahre eingespielt hatte.[2]

Am 26. September 2014 wird ihr neues Album Lieblingsfarben und Tiere erscheinen.

Diskografie[Bearbeiten]

Englischsprachige Studioalben[Bearbeiten]

  • „Basically Sad“: 1986 | Polydor
  • „Try to Be Mensch“: 1987 | Polydor
  • „Freedom, Love & Happiness“: 1988 | Polydor
  • „The Ballad of Jimmy & Johnny“: 1989 | Polydor

Deutschsprachige Studioalben[Bearbeiten]

  • „Damals hinterm Mond“: 1991 | Polydor
  • „Weißes Papier“: 1993 | Polydor (D #29)
  • „An einem Sonntag im April“: 1994 | Motor Music (D #23)
  • „Die schönen Rosen“: 1996 | Motor Music (D #24)
  • „Psycho“: 1999 | Motor Music (D #11)
  • „Romantik“: 2001 | Motor Music (D #19)
  • Mittelpunkt der Welt“: 2005 | Universal (D #7, Gold)
  • „Immer da wo Du bist bin ich nie“: 2009 | Universal (D #2, Gold [3])

Live-Alben[Bearbeiten]

  • Live: Crime Pays: 1990 | Polydor (CD und LP)
  • Das Köln Konzert: Köln 2006 (Downloadalbum)
  • Das Berlin Konzert: Berlin 2006 (Downloadalbum)
  • BLUEBIRD TAPES, Pier 2, Bremen; 06/02/2010: 2010 (Downloadalbum)
  • BLUEBIRD TAPES, Gasometer, Wien; 09/02/2010: 2010 (Downloadalbum)

Sondereditionen[Bearbeiten]

  • „Dicte-moi ta loi“ (limitierte internationale Version von "Weißes Papier", Auflage: 2000 Stück): 1993 | Polydor

Collections[Bearbeiten]

  • "Fremde Federn": 2010 Universal (Sammlung größtenteils auf B-Seiten und Samplern veröffentlichter Coverversionen u.a. von Udo Lindenberg oder Wham!)

Singles[Bearbeiten]

  • „Something Was Wrong“: 1987 | Polydor
  • „Nervous and Blue“: 1987 | Polydor
  • „Long Long Summer“: 1988 | Polydor
  • „Murder in Your Eyes“: 1988 | Polydor
  • „The Ballad of Jimmy and Johnny“ (Promo-Single): 1989 | Polydor
  • „Satellite Town“: 1990 | Polydor
  • „Surabaya Johnny (Live)“: 1990 | Polydor
  • „Mach das Licht aus, wenn Du gehst“: 1991 | Polydor
  • „Damals hinterm Mond“: 1992 | Polydor
  • „Blaulicht und Zwielicht“: 1992/1993 | Polydor
  • „Immer unter Strom“: 1993 | Polydor
  • „Schwere See“: 1993 | Polydor
  • „Sperr mich ein“: 1993 | Polydor
  • „Mehr als sie erlaubt“: 1993 | Motor Music
  • „An einem Sonntag im April“: 1994 | Motor Music
  • „Mein dein Tag“: 1994 | Motor Music
  • „Die schönen Rosen“: 1996 | Motor Music
  • „Wenn der Morgen graut“: 1996 | Motor Music
  • „Element of Crime Playing the Fantastic Bee Gees Classic I Started a Joke“: 1998 | Motor Music
  • „Jung und schön“ (Promo-Single): 1999 | Motor Music
  • „Du hast mir gesagt“: 1999 | Motor Music
  • „Michaela sagt“: 1999 | Motor Music
  • „Irgendwo im Nirgendwo“ [EP]: 2000 | Motor Music
  • „Seit der Himmel“ (Promo-Single): 2001 | Motor Music
  • „Die Hoffnung, die du bringst“ (Promo-Single): 2001 | Motor Music
  • „Delmenhorst“: 2005 | Universal (D #52)
  • "Nur mit Dir": 2005 (Promo-Single) | Universal
  • „Straßenbahn des Todes“: 2006 | Universal (D #67)
  • „Ein Hotdog unten am Hafen“: 2008 | Universal (Vinyl)
  • „Immer da wo du bist bin ich nie“: 2009 | Universal
  • "Am Ende denk ich immer nur an dich": 2009 | Universal (Download-EP)
  • "Der weiße Hai": 2010 | Universal (Download-Single)

Retrospektive[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen Gruppen wollte Element of Crime zu ihrem 20-jährigen Jubiläum kein herkömmliches "Best-of" herausbringen, wie es im Ansatz schon bei Crime Pays gewesen war, sondern eine Auswahl ihrer stärksten und aussagekräftigsten Nummern. Bei der Auswahl halfen ihnen die Fans über ein Forum auf ihrer Homepage. Die erste CD enthält neben einer Auswahl der englischsprachigen Werke das Video zu Surabaya Johnny, die zweite CD auf der bewusst die Alben Psycho und Romantik ausgelassen wurden, enthält das Video zu Wenn der Morgen graut.

  • „1985–1990“ (Best Of): 2002 | Motor Music
  • „1991–1996“ (Best Of): 2002 | Motor Music

Sampler- und Soundtrack-Beiträge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Element of Crime – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. vgl. Deutscher Filmpreis: Die Nominierungen im Überblick bei welt.de, 13. März 2009
  2. CD Kritik: Fremde Federn (Pop) von Element Of Crime
  3. http://www.musikindustrie.de/no_cache/gold_platin_datenbank/#topSearch