Eleonore Denuelle

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Eleonore Denuelle

Eleonore Louise Catherine Denuelle de la Plaigne (* 1787 in Paris; † 1868 in Paris) war die Geliebte Napoleon Bonapartes und die Mutter seines ersten Sohnes, Charles Léon Denuelle.

Leben[Bearbeiten]

Obwohl sie aus einer eher ärmlichen Kaufmannsfamilie stammte, schickten ihre Eltern sie in eines der renommiertesten Internate Frankreichs, vermutlich in der Hoffnung, ihre Tochter später "gut" verheiraten zu können oder ihr eine einträgliche Anstellung zu ermöglichen. Beides ging nicht sofort in Erfüllung und umso größer war die Freude, als ein - wie sich später herausstellte - selbsternannter Offizier um die Hand ihrer Tochter anhielt. Die scheinbar gute Partie erwies sich bald als arbeitslos und verarmt. Nach zwei Monaten Ehe wurde ihr Gatte zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und ließ Eleonore mittellos zurück. Trotz der Schande verhalf ihr ihre ehemalige Schulleiterin zu einer Stelle als Vorleserin im Hause von Caroline Bonaparte, verheiratete Murat. Caroline verfolgte anscheinend von Anfang an das Ziel, Eleonore zur Geliebten ihres Bruders Napoléon zu machen, wahrscheinlich um ihrer verhassten Schwägerin Joséphine zu schaden. Eleonore ihrerseits erkannte schnell die Vorteile einer solchen Liaison und ertrug das wohl lästige Zusammensein mit dem Kaiser, indem sie die Uhr vorstellte und so seine Anwesenheit in ihrem Schlafgemach verkürzte. Im April 1806 wurde sie von ihrem Mann geschieden, nahm ihren Geburtsnamen wieder an und war schwanger.

Napoléon war überzeugt davon, seine Zeugungsfähigkeit bewiesen zu haben. Seine eigene Rechtsetzung verbot es ihm, ein uneheliches Kind als Erben einzusetzen. Und so gestattete er es nicht, dass der Junge auf den Namen Napoléon getauft wurde, sondern nur, dass er nach der zweiten Hälfte seines Namens, Léon benannt wurde. Jedoch erhob er den vermeintlichen Sohn in den Grafenstand und sicherte ihn finanziell ab. Zu Eleonore brach er allerdings jeglichen Kontakt ab.

1808 heiratete Eleonore einen Offizier, doch verlor sie ihren Ehemann in Napoleons Russlandfeldzug. 1814, nach der Abdankung Napoleons, heiratete sie einen Major der bayerischen Invasionstruppen, der später sogar zum Gesandten des badischen Herrscherhauses aufstieg. 1868 starb sie in Paris.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Gläser: Frauen um Napoleon. München 2001