Eleonore von Liechtenstein

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Maria Eleonore von Liechtenstein (geb. von Oettingen-Spielberg) (* 7. Juli 1745 in Oettingen; † 26. November 1812) spielte als Salonière eine bedeutende Rolle in der aristokratischen Wiener Gesellschaft und hatte auch beträchtlichen politischen Einfluss.

Leben[Bearbeiten]

Sie war die Tochter von Graf später Fürst Hans Alois von Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg und Prinzessin Therese von Schleswig-Holstein-Weisenburg. Ihre Mutter starb bei der Geburt. Ihre Schwester war Leopoldine, die später Ernst von Kaunitz-Rietberg heiratete.

Bereits 1749 wurde Eleonore einem Kloster in Straßburg zur Erziehung übergeben. Nach dem Tod ihrer Tante Maria Eleonore, der Herzogin von Guastalla, erbte Eleonore deren Güter in Mähren. Dadurch wohlhabend geworden, wurde sie von ihrem Vater am Hof von Maria Theresia eingeführt und dort wie ihre Schwester zu einem Kammerfräulein ernannt. Enge Beziehungen hatten beide zu den Töchtern von Maria Theresia.

Eleonore heiratete 1763 Karl von Liechtenstein in der Wiener Hofburg. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie sieben Kinder und wurde zur Begründerin der karlischen Linie des Hauses Liechtenstein.

Seit der Zeit Joseph II. spielten Eleonore und ihre Schwester eine bedeutende Rolle in der Wiener Gesellschaft. Dort hatte sich 1768 ein Kreis aus fünf fürstlichen Damen gebildet, die über zwei Jahrzehnte tonangebend in der adeligen Gesellschaft wurden. Der Kreis traf sich einmal in der Woche zur Zeit Kaiser Joseph II. bis zu viermal in der Woche zu geselligen Runden. Zutritt hatten außer den Fürstinnen nur der Kaiser, Marschall Lascy und der Oberstkämmerer Graf von Rosenberg.

Der Kaiser versuchte mit Eleonore eine Liebschaft zu beginnen, die von ihr aber nicht so recht erwidert wurde und spätestens 1772 beendet war. Ihr Verhältnis war fortan nicht frei von Spannungen. Dabei spielten auch politische Vorbehalte gegenüber der Reformpolitik Josephs ein beträchtliche Rolle. Sie stand als traditionelle Katholikin insbesondere der Politik der Aufklärung in Religionsfragen ablehnend gegenüber.

Nach dem Tod des Kaisers verlor der Fürstinnenkreis an Bedeutung. Aber Eleonore hat die Politik weiter beeinflusst. In der Zeit des Rastatter Kongresses 1797-1799 stand sie in Opposition zur Außenpolitik von Minister Johann Amadeus Franz von Thugut, der trotz der französischen Revolution an der profranzösischen und contrapreußischen Haltung festhalten wollte. In den offenbar nicht mehr so exklusiven Kreis der Fürstin wurde in dieser Zeit Klemens Wenzel Lothar von Metternich aufgenommen, der durch seine Frau Marie-Eleonore von Kaunitz-Rietberg mit Eleonore verwandt war. In außenpolitischer Hinsicht stimmten beide überein. Nach dem Sturz von Thugut war es wahrscheinlich Eleonore, der Metternich den Posten eines Botschafters in Sachsen verschaffte. Später hat sie die von Metternich mit betriebene Heirat von Marie Louise von Österreich mit Napoleon abgelehnt.

Mit ihrer Schwester hat sie zeitlebens Briefe gewechselt, die heute Einblick in das Leben am Wiener Hof und der damaligen Gesellschaft geben. Der Historiker Adam Wolf hat nach dem Tod der Fürstin auch auf den Briefwechsel gestützt eine Biographie Eleonores verfasst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Ebersold: August Reichsfürst von Bretzenheim. Norderstedt, BOD 2004 S.242ff.
  • Adam Wolf: Fürstin Eleonore Liechtenstein, 1745–1812. Nach Briefen und Memoiren ihrer Zeit. Wien, Gerold, 1875.
  • Raoul Auernheimer: Metternich. Staatsmann und Kavalier. München, 1977 S.37f.

Weblinks[Bearbeiten]