Eli Lilly and Company

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Eli Lilly and Company
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US5324571083
Gründung 1876[1]
Sitz Indianapolis[1]
Leitung John Lechleiter[1]
Mitarbeiter 38.000 (2013)[1]
Umsatz 23,1 Milliarden USD (2013)[2]
Produkte ArzneimittelVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.lilly.com
Gründer Eli Lilly
Gebäude von Eli Lilly 1885
Eli-Lilly-Werke in der Welt
Zentrale in Indianapolis
Deutschlandzentrale in Bad Homburg

Das 1876 in Indianapolis von dem Pharmakologen, Offizier und Unternehmer Eli Lilly gegründete Unternehmen Eli Lilly zählt mit weltweit 38.000 Mitarbeitern (2013)[1], Niederlassungen in 125 Ländern[1] und einem weltweiten Jahresumsatz von 23,1 Milliarden US-Dollar (2013)[2] zu den größten Pharmaunternehmen der Welt.

Geschichte[Bearbeiten]

1924 brachte Lilly das erste Insulinpräparat (Iletin) für den bis dahin tödlichen Diabetes mellitus auf den Markt. In den dreißiger Jahren stellte die Firma auch Phagentherapeutika her, bis sie dann 1943 als erstes Unternehmen mit der (die Phagentherapeutika ersetzenden) Massenproduktion des Antibiotikums Penicillin startete. In den 1950er Jahren war Eli Lilly eines der Unternehmen, die an der Produktion des von Jonas Salk entwickelten ersten Impfstoffs gegen Kinderlähmung (Polio) beteiligt waren. Im Jahr 1982 führte Lilly das weltweit erste gentechnisch hergestellte Antidiabetikum ein. Später stieg Eli Lilly, insbesondere durch das Antidepressivum Prozac (Fluoxetin), nicht nur in den USA zu einem der führenden Pharmaunternehmen auf. 2008 übernahm Lilly nach einem Bieterwettstreit mit Bristol-Myers Squibb die amerikanische Biotech Firma ImClone, den Entwickler eines monoklonalen Antikörpers (Cetuximab) zur Krebstherapie. Im Januar 2011 haben Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company eine weltweite Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Diabeteswirkstoffen bekannt gegeben. Die oralen Antidiabetika von Boehringer Ingelheim – Linagliptin und BI 10773, sowie die beiden Basal-Insulinanaloga von Lilly – LY2605541 und LY2963016 befinden sich zurzeit in den mittleren und späten Stadien der klinischen Entwicklung.[3] Am 22. April 2014 übernahm Lilly für 5,4 Milliarden Dollar die Tierarzneimittelsparte von Novartis.[4]

Lilly Deutschland[Bearbeiten]

Eli Lilly ist in Deutschland seit dem 12. Mai 1960 als Niederlassung zunächst in Frankfurt am Main gegründet worden; aus Kostengründen und wegen der günstigen Infrastruktur wurde der Sitz zunächst nach Gießen, später nach Bad Homburg verlegt[5]. Heute ist Lilly an folgenden Standorten vertreten (Tätigkeitsschwerpunkte in Klammern):

  • Bad Homburg vor der Höhe (Seit 1971, heute Lilly Deutschland GmbH und Lilly Pharma Holding GmbH: Unternehmensleitung, Marketing und Vertrieb, IT, Verwaltung, Tierarzneimittel)
  • Gießen 50.6129978.705335 (Seit 1962, heute Sitz der Lilly Pharma Fertigung und Distribution GmbH & Co. KG mit Fertigung, Auslieferung- und Verteilzentrum für Europa: Verpackung von 40 Millionen Medikamenteneinheiten/Jahr und Versand in 90 Länder)[5] Der Standort Gießen soll 2014 geschlossen werden.[6]
  • Norderfriedrichskoog (Sitz der Lilly Pharma Produktion GmbH & Co. KG: Fertigung bei Vermeidung von Gewerbesteuer)

Die Firma Lilly beschäftigte in Deutschland im Jahr 2010 über 1.000 Mitarbeiter, die 2009 einen Umsatz von 502 Millionen Euro erwirtschafteten (2008: 1.051 Mitarbeiter und 483,3 Millionen Euro Umsatz).[7][8]

Kritik[Bearbeiten]

Die Firma wird dafür kritisiert, dass sie Studien über Nebenwirkungen ihrer Medikamente unterdrücke, um die Zulassung dieser Medikamente nicht zu gefährden. Kritik an Lilly wurde etwa in Zusammenhang mit der Zulassung von Fluoxetin geäußert.[9] John Virapen, ehemaliger Geschäftsführer von Eli Lilly and Company in Schweden, berichtet in seinem Buch „Nebenwirkung Tod“ über Marketingstrategien und Korruption der Firma im Zuge der Markteinführung von Fluoxetin als Antidepressivum.[10]

Im Zusammenhang mit der Vermarktung des Antipsychotikums Zyprexa (Wirkstoff: Olanzapin) hat Eli Lilly seit 2005 in etwa 28.500 Fällen insgesamt 1,2 Milliarden Dollar außergerichtliche Entschädigungszahlungen geleistet (Stand Februar 2007). Hintergrund waren Nebenwirkungen wie zum Teil extreme Gewichtszunahme und Diabetes, die dem Hersteller zwar bekannt waren, in der öffentlichen Darstellung jedoch verschwiegen oder heruntergespielt wurden. Darüber hinaus war das Medikament illegal für Patientengruppen vermarktet worden, für die es keine Indikation besaß.[11] Im Dezember 2006 gelangten einige hundert interne Dokumente an die Öffentlichkeit, die diese Praktiken im Detail dokumentieren. Zunächst berichtete die New York Times in mehreren Titelgeschichten über die illegalen Vermarktungspraktiken.

Die Anwaltskanzlei Hersh and Hersh aus San Francisco, die etwa 400 Kläger gegen Eli Lilly vertritt, warf dem Pharmaunternehmen vor, es habe bis zum Jahr 2003 „potentiell mit Zyprexa behandelten Patienten in betrügerischer Weise wichtige Informationen vorenthalten“. Eli Lilly habe Ärzte und Patienten wider besseres Wissen nicht davor gewarnt, dass Zyprexa zu schädlichen und unter Umständen sogar tödlichen Nebenwirkungen durch Gewichtszunahme und Diabetes führen könne.[12]

Um die durch den Zyprexa-Skandal in den USA zurückgehenden Zyprexa-Einnahmen auszugleichen, verteuerte die Firma ihr Produkt Zyprexa in Deutschland.[13]

Trivia[Bearbeiten]

Von 1977 bis 1979 war der spätere US-Präsident George H. W. Bush Direktor von Eli Lilly.

Produkte[Bearbeiten]

Folgende Präparate stellt (Eli) Lilly her:

Psychiatrie/Neurologie[Bearbeiten]

Endokrinologie[Bearbeiten]

Onkologie[Bearbeiten]

Kardiologie[Bearbeiten]

Infektiologie und Intensivmedizin[Bearbeiten]

Urologie[Bearbeiten]

Andere[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Lilly: Key Facts - Lilly at a glance. 2014. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  2. a b Lilly: Lilly Press Release 4th Quarter Earnings. 30. Januar 2014. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  3. Boehringer Ingelheim und Lilly geben ihre strategische Allianz bekannt, um Patienten weltweit neue Diabetes-Therapien zur Verfügung zu stellen
  4. APOTHEKE ADHOC: Tauschgeschäft der Pharma-Giganten
  5. a b kw: Standort Gießen hatte Schlüsselrolle beim Erfolg. In: Gießener Allgemeine, Nummer 234, 8. Oktober 2010, S. 26
  6. Eli Lilly schließt Fertigungsstandortin: Ärzte Zeitung online
  7. eil: Lilly Deutschland feiert 50-jähriges Bestehen. In: Gießener Anzeiger, 26. März 2010, S. 7
  8. Lilly: Unternehmen: Zahlen - Anzahl der Mitarbeiter - Jahresumsatz
  9. taz-Gespräch 12. Januar 2007 mit John Rengen über Werbemethoden der Fa. Lilly
  10. Virapen, John: Nebenwirkung Tod, 2. Auflage, Neuer Europa Verlag, Leipzig 2008
  11. pharmazeutische-zeitung.de: Zyprexa: Eli Lilly will Schlussstrich ziehen, 15. Januar 2009.
  12. Hersh & Hersh Announces Creation of Settlement Fund for Eli Lilly Zyprexa Lawsuits, 9. Juni 2005
  13. YouTube.com: Zyprexa - Umstrittenes Medikament bringt satte Gewinne

Weblinks[Bearbeiten]