Elif Shafak

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Elif Şafak (2012)

Elif Şafak (* 25. Oktober 1971 in Straßburg, Frankreich; außerhalb der Türkei bekannt unter Shafak – die gleich ausgesprochene, englische Schreibweise), geboren als Elif Bilgin, ist eine türkische Schriftstellerin. Sie gehört zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen in der Türkei sowie zu den türkischen Schriftstellern mit hohem Bekanntheitsgrad im Ausland.

Das Pseudonym Şafak (türkisch „Morgenröte“) ist der Vorname ihrer Mutter. Sie schreibt in türkischer und englischer Sprache.

Leben[Bearbeiten]

Als Tochter der Diplomatin Şafak Atayman und des Soziologieprofessors Nuri Bilgin wuchs sie unter anderem in Madrid und Amman auf. Sie studierte Internationale Beziehungen an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara, erhielt einen Master of Sciences in Gender and Women's Studies mit einer Arbeit über The Deconstruction of Femininity Along the Cyclical Understanding of Heterodox Dervishes in Islam und promovierte an derselben Universität in Politischen Wissenschaften mit An Analysis of Turkish Modernity Through Discourses of Masculinities. Ab 2006 arbeitete sie als Assistant Professor an der Abteilung für Nahost-Studien der University of Arizona in Tucson. Derzeit forscht sie an der Kingston Universität London.[1]

Literarisch debütierte sie mit der 1994 veröffentlichten Erzählung Kem Gözlere Anadolu. Ihr erster Roman (Pinhan) erschien 1997 und wurde im Jahr darauf mit dem nach dem persischen Mystiker Celaleddin Rumi benannten Mevlana-Preis ausgezeichnet, der für Werke im Bereich der islamischen Mystik vergeben wird. Ein erster Durchbruch gelang ihr mit dem Roman Şehrin Aynaları (Spiegel der Stadt), für den sie im Jahr 2000 den Preis des türkischen Schriftstellerverbandes erhielt.[2]

Die Themen ihres in englischer Sprache veröffentlichten Romans The Bastard of Istanbul riefen heftige Reaktionen in ihrer Heimat hervor[3] und die türkische Justiz auf den Plan. Diese fällte jedoch im September 2006 das Urteil, dass die beklagten Passagen in dem Roman nach Art. 301 (3) des Türkischen Strafgesetzbuches rechtens seien;[4] denn – so hieß es in der Urteilsbegründung weiter – „Meinungsäußerungen, die mit der Absicht der Kritik erfolgt sind, stellen keine Straftat dar.“[5]

Anlässlich der Proteste in der Türkei im Sommer 2013 äußerte Şafak, die türkischen Bürger hätten das Vertrauen in die Regierung verloren. Die türkische Regierung begehe den Fehler, die Ängste der Bürger nicht ernst zu nehmen.[6]

Şafak ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations.

Privates[Bearbeiten]

Elif Şafak ist mit dem türkischen Journalisten Eyüp Can Sağlık verheiratet und hat mit ihm eine Tochter (* 2006) und einen Sohn (* 2008).[2] Sağlık gilt als Parteigänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen.[7]

Werke[Bearbeiten]

Türkisch[Bearbeiten]

Englisch[Bearbeiten]

In deutscher Übersetzung[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brigitte Moser, Michael Weithmann: Landeskunde Türkei. Geschichte, Gesellschaft und Kultur. Helmut Buske, Hamburg 2008, S. 260–262

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographie auf der Homepage der Kingston Universität
  2. a b Homepage von Elif Shafak, aufgerufen am 15. Januar 2010
  3. Angeklagt: Elif Shafak „Der Bastard von Istanbul“ FAZ, 27. Juni 2006
  4. FAZ: Gerichtsurteil – Elif Shafak hat das Türkentum nicht beleidigt, aufgerufen am 15. Januar 2010
  5. Silvia Tellenbach (Hrsg.): Das neue türkische Straf- und Strafprozessrecht. Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin 2008, ISBN 978-3-8305-1538-8 (Deutsch-Türkische Rechtsstudien. Band 6), S. 105.
  6. „Maskulin und aggressiv“: Elif Şafak sorgt sich um politisches Klima in der Türkei, abgerufen am 16. Juni 2013
  7. Ingo Arend: Süße Blasphemie, taz, 22. Juni 2013, S. 30