Eligius

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Dieser Artikel behandelt den Heiligen Eligius. Für den US-amerikanischen Politiker und Senator von Louisiana mit gleichem Vornamen, siehe Eligius Fromentin.
Petrus Christus: Der hl. Eligius in seiner Goldschmiedewerkstatt, 1449

Der heilige Eligius (lat. Der Auserwählte, auch Eulogius; französisch: Saint Éloi) (* um 589 in Chaptelat, nördlich von Limoges; † 1. Dezember 659 (660?) in Noyon) war Bischof von Noyon. Seine Reliquien liegen im Dom von Noyon. Eine weitere befindet sich eingelassen in der Büste des hl. Eulogius in der Pfarrkirche in Aftholderberg (Deutschland). Der evangelische und römisch-katholische Gedenktag ist der 1. Dezember.

Überlieferung[Bearbeiten]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Eligius erlernte das Goldschmiedehandwerk bei Abbo von Limoges und wurde dem Schatzmeister des Merowingerkönigs Chlothar II. (584–628) in Paris empfohlen. Dieser beauftragte Eligius mit der Herstellung eines goldenen Kopfreliquiars und eines Thronsessels.[1] Durch geschickten Einsatz des Materials soll es dem Heiligen gelungen sein, zwei statt nur einen Sessel herzustellen; so wurde er bald selbst Schatz- und Münzmeister. Auch für den Nachfolger Chlothars, Dagobert I., fertigte Eligius Goldschmiedearbeiten und wurde dessen persönlicher Berater. Nach dem Tode König Dagoberts (628–638) verließ er den Hof und empfing die Priesterweihe. Im Jahr 641 wurde er zum Bischof von Tours geweiht und übernahm wenig später das Amt in Noyon an der Oise, von wo aus er sich der Mission in Flandern widmete.[2] Er gründete überdies Kirchen und Klöster (Solignac, Paris u. a.) und kaufte Sklaven und Kriegsgefangene frei.[3]

Legenden[Bearbeiten]

Die Eltern des Heiligen sollen Eucherius und Torrigia gewesen sein. Diese erblickte im Traum einen Adler, der dreimal rief, um ihr etwas zu verkünden. Sie erwähnte dieses Traumbild jedoch nicht, bis sie nach der Geburt ihres Sohnes zu sterben fürchtete. Ein heiliger Mann, der für sie beten sollte, erklärte ihr nun, ihr Sohn würde „heilig und groß in der Kirche des Herrn“. Nach einer anderen Fassung der Legende beschattete der Adler mit seinen Schwingen Torrigia im Garten vor den Sonnenstrahlen.[1]

Hans Leu der Ältere: Eligius (mitte)

Eligius soll, bevor er das Goldschmiedehandwerk erlernte, ein ausgezeichneter Hufschmied gewesen sein. Eines Tages, nachdem er ein Pferd beschlagen hatte, kam ein Fremder zu ihm. Dieser lobte seine Arbeit, schlug ihm aber eine andere Methode vor. Man brachte also dem Fremden ein Pferd, dessen Bein er abschlug, das Hufeisen anbrachte und nun das abgeschlagene Bein danach wieder ansetzte. Eligius wollte es ihm gleichtun, aber natürlich gelang es ihm nicht, den Fuß wieder anzuschmieden. Als der Fremde wieder erschien, erkannte Eligius Gott den Schöpfer in ihm und begriff, dass ihm eine Lehre der Demut erteilt wurde.[4]

Nach einer Variante nahm Christus die Gestalt eines Gesellen in Eligus’ Werkstatt an und zähmte widerspenstige Pferde, indem er ihnen einen Fuß ausriss und fertig beschlagen wieder anheilte. Damit lehrte er den Heiligen, so die Deutung, dass man den teuflischen Pferdefuß erkennen und ausreißen müsse.[5]

Darstellung[Bearbeiten]

Heiliger Eligius (14. Jahrhundert) am Nordportal der Kirche von Öja auf Gotland mit den Attributen Hammer und Zange
Eligiusgruppe in der Kapelle von Abetsweiler, Gemeinde Bergatreute (Oberschwaben)

Der Heilige wird auf bildlichen Darstellungen mit einem Goldschmiedegerät (Hammer und/oder Zange), zwei goldenen Sesseln und einem widerspenstigen Pferd dargestellt.

Im Hôtel Dieu in Beaune (Burgund) wird auf einer Tapisserie („mit tausend Blumen“[6]) aus dem 15. Jahrhundert die Legende des heiligen Eligius als Hufschmied dargestellt.

Schutzpatron[Bearbeiten]

Der heilige Eligius ist Patron zahlreicher Berufe: der Bauern, Bergleute, Büchsenmacher, Goldschmiede, Graveure, Hufschmiede, Knechte, Kutscher, Kutschenmacher, Lampenmacher, Metallarbeiter, Münzmeister, Numismatiker, Münzsammler (siehe dazu: Eligiuspreis), Pferdehändler, Sattler, Schleifer, Schlosser, Schmiede, Schwertfeger, Tierärzte, Uhrmacher, Wagner und Zinngießer. Seit dem 17. Jahrhundert ist er auch der Schutzpatron der Pferde.

Eulogiusritt[Bearbeiten]

Als einzige Pfarrkirche in der Erzdiözese Freiburg hat die Kirche in Aftholderberg, einem Ortsteil von Herdwangen-Schönach, den heiligen Eulogius zum Kirchenpatron. Zu dessen Ehren gibt es jährlich jeweils am zweiten Sonntag im Juli ein Patrozinium. Das Patrozinium ist eine Reiterprozession mit anschließendem Gottesdienst und Pferdesegnung. Die Reitprozession in Aftholderberg ist für das Jahr 1857 belegt, doch sind erste Pferdesegnungen bereits im 18. Jahrhundert wahrscheinlich. Sie wurden mit anderen Formen und Traditionen der Volksfrömmigkeit im Zuge der Aufklärung um 1800 vom damaligen Generalvikar Ignaz Heinrich von Wessenberg des Bistums Konstanz verboten. Die ländliche Bevölkerung hat sich mit diesem Verbot nicht abgefunden. Am 8. Juli 2007 feierte der so genannte „Eulogiusritt“ sein 150-jähriges Bestehen. Es nahmen 350 Reiter und 400 Musiker aus der ganzen Region teil.

Weitere Eulogiusritte sind bekannt aus Bingen (bei Sigmaringen), wo diese Veranstaltung auf das Ende des 16. Jahrhunderts zurückgeht, die Tradition aber von 1955 bis 1988 unterbrochen war, und aus Lenzkirch im Südschwarzwald; hier fand die erste Reiterprozession 1934 statt, wurde aber von 1937 bis 1945 durch die Nationalsozialisten verboten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint Eligius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Hiltgard L. Keller: Lexikon der Heiligen und biblischen Gestalten. 10. Auflage. Phillip Reclam jun., Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010570-6, S. 200
  2. heiligenlexikon.de (Abgerufen am 3. April 2009)
  3. Hans Fehrle: Eligius-Sage. Diesterweg, 1940
  4. Museumsführer, herausgegeben von Société d’Editions Régionales in Zusammenarbeit mit dem Museum Hôtel Dieu, Beaune
  5. Erna und Hans Melchers: Das große Buch der Heiligen. Geschichte und Legende im Jahreslauf (Bearbeitung Carlo Melchers). Südwest Verlag, München 1978, S. 778. Lizenzausgabe für Deutsche Buch-Gemeinschaft, C. A. Koch’s Verlag, Nachf., Berlin, Darmstadt, Wien sowie für Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh, die Europäische Bildungsgemeinschaft Verlags GmbH, Stuttgart und die Buchgemeinschaft Donauland Krenmayr & Scheriau, Wien
  6. Tapisserie Hospices Beaune 142