Elihu Root

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Elihu Root

Elihu Root (* 15. Februar 1845 in Clinton, New York; † 7. Februar 1937 in New York City) war ein US-amerikanischer Jurist und Politiker. 1912 erhielt er den Friedensnobelpreis für sein stetes Bemühen um Ausgleich der Interessen und die Formulierung von Schiedsverträgen in internationalen Konflikten.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Frühe Jahre und Ausbildung[Bearbeiten]

Elihu Root wurde als Sohn eines Mathematikprofessors geboren. Er besuchte nach dem Abschluss der örtlichen Schule das College und studierte im Anschluss die Rechtswissenschaften in New York. 1865 schloss er dieses Studium ab und gründete kurze Zeit später eine Anwaltskanzlei; er wurde einer der führenden Anwälte des Landes. Zwischen 1883 und 1885 fungierte er als Bundesstaatsanwalt für den südlichen Distrikt des Staates New York.

Politisches Wirken[Bearbeiten]

Im Jahr 1899 wurde der Republikaner Root Kriegsminister im Kabinett von US-Präsident William McKinley und behielt dieses Amt auch unter der Präsidentschaft von Theodore Roosevelt bis 1903. Er war vor allem zuständig für die Verwaltung der ehemaligen spanischen Kolonien Puerto Rico, Kuba und den Philippinen. Root vergrößerte die US Army wesentlich, führte umfassende Reformen der Armeestrukturierung durch und führte die Generalstabsidee und die Armeekriegsschule ein. Er war verantwortlich für einen beträchtlichen Ausbau der Militärakademie West Point und für die Gründung des United States Army War College in Carlisle, Pennsylvania; außerdem war er 1923 einer der Gründer des American Law Institute. 1904 trat er von dem Posten vor allem aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Von 1905 bis 1909 wurde er dann Außenminister der Vereinigten Staaten im Kabinett Roosevelt. In dieser Funktion nahm Root 1906 am dritten Panamerikanischen Kongress in Rio de Janeiro teil, der eine friedliche Koexistenz der amerikanischen Staaten gewährleisten sollte. 1907 bereiste er Mexiko, um auch hier den Friedensprozess voranzutreiben. Ein weiterer Schwerpunkt waren die Verbesserungen der Beziehungen zu Japan, wo er 1908 das Root-Takahira-Abkommen abschloss, in welchem die Verhältnisse und politischen Einflüsse im pazifischen Raum geklärt wurden. Für diese Bemühungen erhielt er den Friedensnobelpreis 1912.

Im Jahr 1909 trat er als Außenminister zurück und war von 1909 bis 1915 Senator für den Bundesstaat New York. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er als Mitglied in den Auswärtigen Ausschuss des Senats gewählt. Er war ein erklärter Gegner der Neutralitätspolitik Woodrow Wilsons (1913-1921), unterstützte ihn jedoch nach dem Kriegseintritt 1917. Root befürwortete den Eintritt der USA in den Völkerbund.

Als erster Präsident des Carnegie Endowment for International Peace (von 1910 bis 1925) trug er unter anderem dazu bei, die Haager Akademie für Völkerrecht in den Niederlanden zu gründen. Elihu Root war Gründungsmitglied und Ehrenpräsident der New Yorker Denkfabrik Council on Foreign Relations.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Kupfer: Lexikon der Nobelpreisträger, Patmos, Düsseldorf 2001, ISBN 3-491-72451-1.
  • Gustavo Adolfo Mellander, Nelly Maldonado Mellander: Charles Edward Magoon: The Panama Years. Editorial Plaza Mayor, Río Piedras, Puerto Rico 1999, ISBN 1-56328-155-4.
  • Gustavo Adolfo Mellander: The United States in Panamanian Politics: The Intriguing Formative Years. Interstate Publishers, Danville, Ill. 1971 (ohne ISBN).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elihu Root – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Wala: Winning the Peace – Amerikanische Außenpolitik und der Council on Foreign Relations, 1945–1950; Die Entstehung des Council on Foreign Relations; Franz Steiner Verlag mit Unterstützung der Universität Hamburg. S. 28 (Online in der Google-Buchsuche)