Elijah Anderson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Elijah Anderson (* 1943 in Hermondale, Missouri) ist ein US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe.

Er studierte bis zum B.A.-Abschluss 1969 an der Indiana University in Bloomington, erwarb 1972 den M.A. an der University of Chicago und promovierte 1976 zum Ph. D. an der Northwestern University in Evanston, Illinois. Danach lehrte er an der University of Pennsylvania. Seit 2007 ist Anderson Professor für Soziologie an der Yale University.

Durch seine ethnographischen Studien über Gewalt und soziale Ordnung in den Slums US-amerikanischer Großstädte wurde Anderson international bekannt, insbesondere durch seine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Begriff Respekt. Dieser Begriff wird laut Anderson nicht in der herkömmlichen Weise für Rücksichtnahme verwendet. Im Code der Straße bedeute Respekt Angst und Unterwürfigkeit im Sinne von: Wer Respekt vor mir hat, hat Angst vor mir. Wenn keine Angst oder Unterwürfigkeit gezeigt wird, werde dies als disrespect (dissing) gewertet und sei Anlass für unverzügliche Gewalttätigkeit.

Dieser Erklärungsansatz für Straßen- und Jugendgewalt ist für den Kriminologen Joachim Kersten hilfreicher als die Desintegrationstheorie vieler Gewaltforscher.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Streetwise: Race, Class, And Change In An Urban Community (1990)
  • The Code Of The Street: Decency, Violence, And The Moral Life Of The Inner City (1999)
  • A Place on the Corner: A Study of Black Street Corner Men, 2. Auflage (2004)
  • Against the Wall: Poor, Young, Black, and Male, Penn Press (2008)
  • The Cosmopolitan Canopy: Race and Civility in Everyday Life, W.W. Norton & Company (2011).

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Kersten: Konsequenzen aus der gestiegenen Sensibilität gegenüber Jugendgewalt, in: Neue Kriminalpolitik, Heft 2/2008.

Weblinks[Bearbeiten]